Unter Waidwerk versteht man die sittliche, vornehmlich auf Selbstzucht beruhende, Einstellung des Jägers. Zum Tier, indem er die Grundkenntnisse der Jagdausübung beherrscht und die Hege und angemessene Erhaltung des Wildes voranstellt. Zum jagen, indem er unbeherrschtes Töten vermeidet, dem Wild Qualen erspart und die Beute ordentlich behandelt, das jagliche Kulturgut wahrt und überlieferten Brauch einhält. Zum Mitjäger, indem er im kameradschaftliche und hilfsbereit gegenübersteht und zur Gesellschaft, indem er ihr aufgeschlossen begegnet, wenn es um jagliche Dinge geht.

Das Waidwerk ist in Südtirol mit sämtlichen VERORDNUNGEN, VORSCHRIFTEN UND GESETZGEBUNGEN GEREGELT.

Wir unterscheiden folgende Jagdarten: 

Pirsch Einzeljagd Der Jäger geht leise, aufmerksam und langsam durch das Revier. es muss darauf geachtet werden das man den richtigen Wind hat. Laut eines alten Jägerspruchs heißt es " Pirschen gehen, heißt Pirschen stehen ". Es werden immer wieder Beobachtungs- pausen eingelegt. 
 
Anstand Der Jäger in Deckung an. Meist an Waldwiesen oder an Schlafbäumen von Ringeltauben. Der Anstand wird auch ausgeübt, bei einen langen Pirschgang.
 
Ansitz Der Ansitz ist fast genauso wie der Anstand, jedoch sitzend und oft mit einer Ansitzeinrichtung. Dazu zählen: Schirm, Leitersitz, Kanzelleiter, offener Hochsitz, Kanzel und die geschlossene Kanzel. 
 
Baujagd Teckel und Terrier werden zur Baujagd, z.B. auf den Fuchs oder Dachs, eingesetzt. Das Raubwild wird von den Hunden aus dem Bau getrieben.
Mit einem  
Frettchen  (domestizierte Iltisse), wird beim "Frettieren" das gleiche Ziel, z.B. bei Kaninchen, verfolgt.
 
Buschieren Buschieren:   Im gut bewachsenem aber noch übersichtlichem Gelände, zeigt der Vorstehhund dem Jäger den Standort des Wildes an.
 
Fallen und Fangjagd Der Jäger kann so in befriedeten Gebieten Jagen. Ansonsten kann nicht effektiv genug gejagt werden, und diese Jagdart sielt somit eine untergeordnete Rolle.
 
Gesellschaftsjagd  Treibjagd Es Gibt verschiedene Arten von Treibjagden. Zu dieser Art des Jagen gehört: Die Streife, das Kesseltreiben, das Standtreiben, die Drück- oder Riegeljagd, und die Ansitzdrückjagd.
 
Hochjagd Jagd auf Gamsbock, Steinbock, Hirsch.
Pirsch- und Ansitzjagd ist hier von Bedeutung
 
Jagd mit dem Hund Der Hund ist ein oft unentbehrlicher Helfer bei der Jagdausübung. Ein gut abgerichteter Jagdhund stört bei keiner Einzeljagd. Er kann uns sogar bei der Pirsch zum Beispiel auf viele Dinge aufmerksam machen. Typische Hundejagdarten sind Brackieren, Buschieren, Stöbern, Wasserjagd und Erdjagd.
 
Lockjagd Das Wild wird vom Jäger angelockt. Die Lockjagd wird auch Reizjagd genannt, da der Jäger auf die verschiedenen Reize des Wildes wirkt. Zu den Lockarten gehören akustische Jagd, optische Jagd, und geruchliche Jagd.
 
Pirschjagd Schönste, aber auch die schwierigste Jagdausübung.
Hierbei zählen Erfahrungen und Kenntnisse des Jägers, aber auch die richtige Deutung von Wildfährten.
 
Stöberjagd Stöberjagd:    Der spurlaute Stöberhund sucht das Gelände selbstständig nach Wild ab und treibt es dem Jäger zu.
 
Suchjagd Suchjagd:      Der Vorstehhund sucht ein freies Feld nach Wild ab, welches er dann dem Jäger durch vorstehen anzeigt und nach dem Schuss apportiert.

DIE 14 REGELN ZUR WAIDBERECHTEN JAGDAUSÜBUNG