|
|
|
Der Kolkrabe |
||||
|
||||
| Merkmale: |
Der Kolkrabe ist der größte
Rabenvogel und hat einen kräftigen Schnabel mit befiederter Basis. Zudem
hat er ein purpur glänzendes schwarzes Gefieder, lange breite Flügel und
einen keilförmigen Schwanz ein gutes
Bestimmungsmerkmal.
Beide Geschlechter sind
gleich gefärbt. Die Jungvögel sind matt braunschwarz und haben einen
weniger keilförmigen Schwanz. Das
Weibchen sind geringfügig kleiner als das Männchen, sonst kaum zu
unterscheiden. Länge um |
|||
| Lebensraum: | Die Art ist in nahezu der gesamten Holarktis verbreitet und brütet in einer Vielzahl verschiedener Habitate: von arktischen Küsten Grönlands über boreale und nemorale Wälder bis hin zu Kulturlandschaften, Hochgebirgsregionen und Wüstengebieten. Der Kolkrabe ist vom Nordkap bis zur Sahara heimisch. In Polarnächten schlägt sich sein Atem als Eis auf seinem Gefieder nieder, die Sonne Ägyptens heizt die Gefiederoberfläche auf Temperaturen auf, die jedes Vogelleben gefährden. Kolkraben plündern in nordischen Vogelfelsen und untersuchen die Hinterlassenschaften einer Kamelkarawane in der Wüste Gobi oder in der Sahara. In Mitteleuropa hält sich ein guter Bestand in den Alpen. Auf Runde gehört der hier brütende Kolkrabe zu den Nesträubern, aber auch zur Sanitätsmannschaft, die zur Beseitigung von Tierkadavern in der Vogelkolonie beiträgt. Was sie nicht verdauen können, wie z.B. Vogelfüße, würgt er wieder aus. | |||
| Fortpflanzung: |
Die Brutsaison beginnt im Süden ab Mitte Februar, in Mitteleuropa meist im März, im Norden ab Ende März, so dass die bis zu sieben Jungvögel pro Nest schon im April/Mai flügge werden. Im Spätsommer lösen sich die Familienverbände gewöhnlich auf und die Jungvögel ziehen in lockeren Nichtbrürterschwärmen von bis zu mehreren hundert Tieren umher. Diese konzentrieren sich vor allem an gemeinschaftlichen Schlaf- und Futterplätzen. Jungtiere verbleiben in der Regel einige Jahre in diesen Nichtbrüterverbänden, welche als „Brutreserve“ fungieren: sobald ein Territorium frei wird oder ein Partner eines Paares stirbt, werden aus ihr neue Brutvögel rekrutiert Kolkraben leben in Dauerehe und beanspruchen ein sehr großes Revier. Im Vorfrühling zeigt das Männchen atemberaubende Schauflüge
mit Stürzen auf einer Schraubenbahn aus großer Höhe. In ihrem Revier, das
sie nie verlassen, besitzt das Rabenpaar meist einige Horste, die es
abwechselnd benützt. Schon Mitte Februar, ohne Rücksicht auf das
herrschende Wetter, erscheinen die Raben an ihrem Horst, den sie seit
Brutdauer |
|||
| Nahrung: |
Unzutreffend sind die wiederkehrenden Geschichten vom Kälber- und
Lämmerkiller. Raben vermögen kein Kalb zu töten. Allenfalls stören sie
Herden zur Geburtszeit und können kranke, gehandicapte Jungtiere
verletzen. Sie warten auf Tot- und Nachgeburten um sie als „Kadaver-Recycler“
zu entsorgen. Indes lernten dort die Raben, wie man an lecker-süßen
Kälberkot kommt: Man nähert sich von hinten dem ruhenden Kalb und pickt es
in den Schwanz. Auf diesen Reiz stehen die meisten Kälber auf und koten
reflexartig. Diese Strategie wird nun seit mehreren Raben-Generationen
praktiziert. Dennoch wird immer wieder die Forderung nach Verfolgung laut,
in Missachtung ökologischer Tatsachen und wirksamerer Bekämpfungsmethoden Raben sind anpassungsfähige Fleischfresser mit kleineren Anteilen pflanzlicher Nahrung. Sie streifen mit langsamen Flügelschlägen im Suchflug über ihr Revier oder marschieren gemächlich, aber ausdauernd am Boden und erbeuten, was gerade die Jahreszeit zu bieten hat. Im Mai sind es vor allem Maikäfer, bei einer Mäuseplage stellen sie sich rasch auf Mäuse ein, im Winter versammeln sie sich an Müllplätzen. Am Meer suchen sie im Spülsaum angeschwemmte Meerestiere. Sie treffen meistens als erste am Aas ein und setzen sich dort gegen den Bussard durch. Wo sie häufig sind, wird ihnen die Tötung neugeborener Lämmer nachgesagt. Bei knapper Nahrung überfallen sie auch Hühnerhöfe und erbeuten Küken oder junge Enten. Hauptbeute aber sind wohl überall Insekten aller Art, im Herbst fressen sie auch Beeren. |
|||
| Allgemeines: | Jung aufgezogene Kolkraben werden überaus anhänglich. Man kann sie dank ihrer Lernfähigkeit gut erziehen und ihnen Freiflug gewähren. Sie lernen die menschliche Sprache täuschend echt nachzuahmen. Sie sind sogar bereit, ihren Pfleger zu verteidigen. Sie fallen aber lästig durch das Verstecken von Schlüsseln, Brillen und dergleichen, und sie können im Alter bösartig gegen fremde Menschen werden. | |||