-

-
Wie
fast jeden Tag seit dem 20. September brach ich auch am
01.10.2010 mit meinem Onkel Josef zur Hirschbrunft in
unserem Revier auf...
-
Wir hatten beide einen
Trophäenhirsch zum Abschuss frei und und in den vergangenen
Tagen mehrere Hirsche röhren gehört, es jedoch nicht
geschafft sie anzupirschn...
-
Am besagten 1. Oktober legten
wir uns ca. 500mt voneinander entfernt auf die Lauer und
hatten vorher abgemacht, dass ich den Hirsch talauswärts und
er in taleinwärts angeht, je nach dem wo er zu röhren
beginnt...
-
Das Glück war auf meiner Seite
und bereits nach kurzem Ansitzen begann ein Hirsch
talauswärts zu röhren. Ich wusste, dass mein Onkel wie
abgemacht sitzen bleibt, auch wenn es ihn schrecklich juckt
:) Bereits um 06.15 Uhr baumte ich ab und pirschte den
Hirsch an...
-
Je näher ich kahm, desto
jünger erschien mir die Stimme und mein anfänglicher
Enthusiasmus
schwand ein wenig!
-
Die Luft ging bergab und der
Hirsch röhrte unter mir, deshalb musste ich eine Runde
machen und versuchen von der Seite zu ihm zu gelange.
-
Das
Licht wurde immer besser und ich hoffte, dass er nicht wie
in den vergangenen Tagen das röhrn plötzlich einstellt und
ich keine Ahnung mehr hatte wo er stand...
-
...doch er röhrte weiter und
zeigte mir so genau seine Position...
-
Ich verschwendete gar nicht so
viele Gedanken an umstehendes Kahlwild, da ich überzeugt
war, dass es sich laut Stimme um einen Beihirsch handelt.
-
Ich musste ein kleines Tal,
nur ein paar Schritte tief überqueren und wusste, dass er
nicht mehr allzuweit sein konnte... Als ich über die Kante
blickte sah ich kurz etwas rotes auf etwa 50 mt, konnte
jedoch nicht ansprechen, was es war...
-
Nun stieg plötzlich doch etwas
Nervösität in mir auf und ich fühlte wie mein Herz mir im
Halse schlug...
-
Der Hirsch röhrte auf und zog
von mir weck!
-
Ich hatte mich hinter einem
Baum versteck und das Gewehr im Anschlag, stand jedoch
mitten in relativ dichtem Fichtenwald... Was tun?
-
Ich
röhrte kurz und sehr sehr leise... dann Stille...!
-
Die Momente schienen mir unendlich, es dauerte jedoch
höchstens 30 Sekunden bis der Hirsch antwortete und ich ihn
auf mich zulaufen hörte...
-
Plötzlich sah ich ihn, das
Geweih jedoch verdeckt... konnte nur sehen, dass er auf der
rechten Stange ein unverzweigtes Ende trug...
-
Plötzlich lief der Hirsch, der
auf etwa 15mt stand weiter auf mich zu und blieb 5 mt vor
mir breit stehe und lauschte...
-
Mein Herz stand still und ich
wagte es kaum zu atmen. Ich konnte im heranlaufen
ansprechen, dass es sich um einen recht starken Hirsch
handelt, konnte jedoch keine Enden zählen...
-
Der Schuss brach aus der
bereits eingestochenen Browning 7x64... Der Hirsch zeichnete
stark und sprang mit allen vier Läufen etwa 40cm in die Luft
und flüchtete talabwärts...
-
Da hörte ich 50mt unter mir
mehrere Stück Kahlwild abspringen... Es hätte sich
bestimmtnur nur noch um Augenblicke gehandelt bis diese, die
mich genau im Wind hatten, geflüchtet wären... Glück!
-
Ich ging aufwärts, zu meinem
Onkel. Nach einer halben Stunde begaben wir uns zum Anschuss
und konnten starke Bodenverletzungen feststellen... Der
Hirsch hatte auf seiner Flucht 10cm tiefe Löcher in den
Waldboden gerissn...
-
Die Spur war leicht zu
verfolgen... wieder kam Aufregung auf, da ich nicht genau
wusste was auf mich zu kam und den Hirsch in den vielleicht
2 Sekunden nicht genau ansprechen konnte.
-
Nach etwa 100mt begann mein
Onkel zu laufen, er hatte ihn gesehen und sagte... "an Guatn
hosch"!
-
Da lag er... mein Hirsch, ein
Achtender mit 140kg und fast 90cm langen Stangen!
-
Ich dankte dem heiligen
Hubertus und machte einen Freudenjuchizer!
-
-
Oft sollte ich an diesem Tag
und in der folgenden Nacht noch das Weidmannsheil zu hören
bekommen und mit so manchem Bierchen auf den Abschuss
anstossen!
-
Einen Dank meinem Onkel und im
nächsten Jahr bist du dran...
-
-
Grüsse an alle Jagdkameraden
und Weidmannsheil
Bericht und Fotos:
Philipp Bertagnolli Jagdrevier St. Felix am Nonsberg
|