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Seit
drei Jahren hegte ich den Wunsch, einen Gamsbock in meinem
direkten Wohnort zu erlegen. Im Brand, einen abgebrannten
Waldstreifen zwischen Mühlbach und Meransen, sah man öfters
kleine Gamsrudel, Geissen, Jährlinge und einige Böcke, meist
junge. Andere Jahre gelang es nicht, das war aber kein Problem,
da ich nicht versteift bin, immer alles zu bekommen, das man
sich wünscht. Mit Beharrlichkeit und Ruhe kommt man auch viele
Male ans Ziel. Dieses Jahr stiegen wir bereits im Juli mehrere
Male in den Hang und hatten immer Glück, die Gemsen kamen
pünktlich abends. Am 1 August kamen sie aber nicht mehr, wer
weiß warum? An deren Stelle kamen immer wieder Jungfüchse und
sicherlich hat die Bejagung dieser die Gemsen ein wenig
verschreckt. Einige darauffolgende Versuche gingen ins Leere,
entweder verjagten wir sie, oder sie sahen uns und flüchteten.
Andere Jäger hatten es auch auf sie abgesehen. Ein Jahrling war
bereits erlegt.
Mitte September dieses Jahres stiegen wir von
einer anderen Seite ein und ich sah drei Stück schon von weitem.
Als Geis mit Kitz und Jahrling angesprochen, versuchten wir es,
mussten aber lange warten, da sie etwas bemerkt hatten. Die Zeit
verging und als wir schon berieten wie es weitergehen sollte,
kam weiter hinten ein Stück alleine heraus. Als Bock
angesprochen und bestätigt, lies ich die Kugel aus dem Lauf und
ich sah im Zielfernglas wie er zeichnete. Nach einem
Zurückstürzen kam er wieder auf und verschwand hinter einem
Gebüsch. Den Schuss gemeldet und später von unserem Jagdaufseher
Helmut mit seiner BGS-Hündin nachgesucht, wurde er nicht weit
davon gefunden. Auch wenn nur dreijährig hatte er eine gute
Krucke als Waldgams und wird einen würdigen Platz in meiner
Jagdstube einnehmen.
Weidmannsglück und Weidmannsheil
Bericht und Fotos:
Hansjörg Summerer – Revier
Mühlbach |