Bericht 118:  Der Gamsbock vom Brand in Mühlbach

Seit drei Jahren hegte ich den Wunsch, einen Gamsbock in meinem direkten Wohnort zu erlegen. Im Brand, einen abgebrannten Waldstreifen zwischen Mühlbach und Meransen, sah man öfters kleine Gamsrudel, Geissen, Jährlinge und einige Böcke, meist junge. Andere Jahre gelang es nicht, das war aber kein Problem, da ich nicht versteift bin, immer alles zu bekommen, das man sich wünscht. Mit Beharrlichkeit und Ruhe kommt man auch viele Male ans Ziel. Dieses Jahr stiegen wir bereits im Juli mehrere Male in den Hang und hatten immer Glück, die Gemsen kamen pünktlich abends. Am 1 August kamen sie aber nicht mehr, wer weiß warum? An deren Stelle kamen immer wieder Jungfüchse und sicherlich hat die Bejagung dieser die Gemsen ein wenig verschreckt. Einige darauffolgende Versuche gingen ins Leere, entweder verjagten wir sie, oder sie sahen uns und flüchteten. Andere Jäger hatten es auch auf sie abgesehen. Ein Jahrling war bereits erlegt. Mitte September dieses Jahres stiegen wir von einer anderen Seite ein und ich sah drei Stück schon von weitem. Als Geis mit Kitz und Jahrling angesprochen, versuchten wir es, mussten aber lange warten, da sie etwas bemerkt hatten. Die Zeit verging und als wir schon berieten wie es weitergehen sollte, kam weiter hinten ein Stück alleine heraus. Als Bock angesprochen und bestätigt, lies ich die Kugel aus dem Lauf und ich sah im Zielfernglas wie er zeichnete. Nach einem Zurückstürzen kam er wieder auf und verschwand hinter einem Gebüsch. Den Schuss gemeldet und später von unserem Jagdaufseher Helmut mit seiner BGS-Hündin nachgesucht, wurde er nicht weit davon gefunden. Auch wenn nur dreijährig hatte er eine gute Krucke als Waldgams und wird einen würdigen Platz in meiner Jagdstube einnehmen.

 

Weidmannsglück und Weidmannsheil

 

                                                                                Bericht und Fotos:  Hansjörg Summerer – Revier Mühlbach

 

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