Bericht 115: Saujagern ohne Sau

Zweimal hatten zwei Jagdkameraden und ich jetzt im November unser Glück auf Sauen versucht. Zweimal kam kein Schwarzkittel zur Strecke.

Bei unserem ersten Jagdausflug ins niederösterreichische Waldviertel hatten David, Hugo und ich nach eineinhalb Tagen unser Vorhaben wegen extremen Nebels abgebrochen und waren wieder nach Hause gefahren. Vier Tage später hatte ich mich vorher telefonisch über  die Wetterverhältnisse erkundigt und erfreuliche Nachrichten zu hören bekommen, einem neuerlichen Jagdausflug stand nichts mehr im Wege.

Tags darauf sind dann Hugo und ich – David hatte diesmal keine Zeit – wieder Richtung Waldviertel gestartet in der Hoffnung das auch das Wetter halten würde. Bei strahlendem  Sonnenschein sind Hugo und ich gegen Mittag im Revier eingetroffen. Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten gönnten wir uns noch ein gepflegtes Mittagessen nach Waldviertler Art bevor wir uns nachmittags zum Ansitz begaben.

Neben dem Problem mit den Sauen hatte unser Gastgeber Max auch noch einige Stücke Rehwild offen die wir wenn passende Stücke in Anblick kämen erlegen durften.

Doch der Nachmittag und auch der Nachtansitz auf die Sauen brachte keinen Erfolg und so verabredeten wir uns zum nächsten Morgen für 6:00 Uhr um ins Revier aufzubrechen. Nach einer Fahrzeit von etwa 10 Min. hatten wir Beide unsere komfortablen Kanzeln bezogen und hofften zumindest Rehwild in Anblick zu bekommen. Vor sieben Uhr war ein Ansprechen kaum möglich weshalb ich es mir noch einmal  auf der gepolsterten Bank in meinem Ansitz gemütlich machte.

Als es aber dann zu dämmern begann und ich den Waldrand rechts von mir  richtig erkennen konnte galt meine Aufmerksamkeit ausschließlich dieser Richtung. Es war kurz nach sieben Uhr als zu meiner Linken ein Schuss die morgendliche Stille störte. Hugo hatte vermutlich Waidmann´s Heil waren meine ersten Gedanken, nachdem aber unsere Ansitze etwa 700m auseinander lagen war das nur eine Vermutung und so konzentrierte ich mich wieder auf meine Umgebung. Mittlerweile kam auch bei meinem mir zugeteilten Ansitz Bewegung auf. Eine einzelne Gais war ausgezogen aber leider nicht in meine Richtung ich hoffte aber dennoch das sie wieder kehrt machen würde. Tat sie dann auch und zu meiner Überraschung schlossen sich ihr am Rückweg noch drei Stück an. Zwei Gaisen und zwei Böcke standen jetzt auf etwa 140m am Waldrand.  Das Licht inzwischen perfekt hatte ich die ältere der Beiden bereits im Absehen, einstechen und schon wart die Kugel aus dem Lauf und die Gais blieb am Anschuss am Rand des Rapsfeldes. Die drei anderen Stücke waren lediglich einige Meter abgesprungen und haben anschließend wieder weiter geäst aber doch etwas verstört immer Richtung des erlegten Stückes geäugt. Eine neue Patrone war bereits wieder in Lauf als ich die zweite Gais ins Absehen nahm, ich brauchte nur warten bis sie breit stand. Es dauerte dann doch etwa 10 min. bis sie sich neugierig dem erlegten Stück näherte, breit stand und ich fliegen lassen konnte. Ein paar beschwerliche Fluchten bei denen sie sich nur mehr auf den Hinterläufen fortschob gelangen ihr noch bevor sie nach etwa 10m verendet liegen blieb. Nachdem ich die anstehende rote Arbeit an beiden Stücken beendet hatte machte ich mich auf den Weg zu meinem Jagdkameraden Hugo – der sein Stück, sollte er etwas erlegt haben weiter zu bringen hatte – den ich unterstützen wollte.

Als ich dann bei Hugo´s  Ansitz ankam hatte er wie ich vermutet hatte ebenfalls eine Gais erlegen können. Ein gegenseitiges Waidmann´s Heil rundet das vormittägliche Jagderlebnis ab. Pächter Max zeigte sich zufrieden als er das Wild übernahm und revanchierte sich mit einem köstlichen Mittagessen.

Der kommende Nacht und folgende Morgenansitz brachte leider nicht den gewünschten Erfolg auf einen Schwarzkittel, jedoch die Gewissheit  der Erfüllung des Abschussplanes unseres Gastgebers näher gekommen zu sein macht auch zufrieden.

 

Das ist eben Jagd!

 

Dem Max unserem Gastgeber  für die Einladung  auf diesen Weg noch einmal ein herzliches Waidmann´s Dank.

 

 

Waidmann´s Heil                                   

                                                                                                         Bericht und Fotos:  Hermann Großalber OÖ

 

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