Bericht 113: Der rote Bock vom Jochtal

Nach drei Jahren war es wieder soweit und ich war auf den guten Rehbock eingeteilt. Dieses Jahr war es aber wieder hektisch, da zwei Böcke zu wenig waren für die Einteilung. Ich wollte mich nicht stressen, es wurde mit dem heutigen Tag den 15 August aber ziemlich knapp, da nur mehr zwei offen waren. Gestern Früh pirschte ich am Stoanermandl, konnte den dort Kapitalen aber nicht in Ansicht bekommen. Es war wie verhext, war ich weg, sah man ihn, war ich da kamen nur Gabler. Vor dem Nachhauseweg ging ich noch einmal ins Jochtal von unten und konnte zwei ausmachen, aber einer sprang in den Wald und der andere bekam mich offen zu Ansicht. Da ein Gewitter bevorstand, das Stoanermandl mit Nebel eingehüllt war, eilte ich mit meinem Freund Gottfried ins Jochtal hinauf, wo ich die zwei gestern bestätigt hatte. Wir ließen uns hinter einem Stein nieder, den ich mir am Vortag gemerkt hatte. Nach einigen Minuten bekamen wir Tageslicht, es grollte aber schon im Himmel und am Berg. Direkt vor uns im Hang auf kürzeste Distanz brüllte uns ein Reh an. Wir schauten uns verdutzt an und wie wir erstarrten, kam 15 Meter vor uns der gesuchte Bock herauf, schrie uns an und lief an uns vorbei. Er drehte sich um und schrie uns an. Kurz angesprochen als Trophäenbock mit sechs Enden, nicht hoch aber gut geperlt, erlegte ich ihn mit einem perfekten Schuss. Über uns blitzte es, wir nahmen den Bock, liefen abwärts zum Auto. Ich gab das Gewehr hinein, Gottfried versorgte den Bock und legte ihn in den Kofferraum. Wie mit einer Stoppuhr eingestiegen, ging ein Wolkenbruch mit Hagel und Blitz nieder, dass man nichts mehr sah. Was für ein Tag. Auf den Weg nach Haus trafen wir den Revierleiter Werner, zeigten den Bock vor und was wir nicht wussten, es war der letzte Bock für dieses Jahr, denn ein Jagdkamerad, hatte am selben Ort gestern abend den vorletzten erlegt.
 
Weidmannsglück und Weidannsheil 

                                                                                            Bericht und Fotos:  Hansjörg Summerer – Revier Mühlbach

 

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