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Heuer
hatte ich einen Gamsgeißabschuss frei. Schon lange vor
dem 1. August hatte ich German, den Gamsbegleiter
gefragt, ob er wieder Zeit hätte. Er sagte natürlich
gleich zu und meinte: „A Geßl wermr schun schiaßn“.
Dann kam endlich der 1.
August. Zuerst mussten wir allerdings den T-Bock
schießen, was auch gleich klappte. Schließlich rief
German mich an und meinte, dass wir es versuchen
könnten, er wüsste eine zweijährige, eher schwache Geiß,
die ein guter Abschuss wäre. Ich sagte natürlich sofort
zu. Einige Tage darauf brachen wir auf Richtung
Kesselberg. Auch Jergl, ein weiterer Freund von uns, war
mit dabei. Wir wollten bis zum „Glasner Egg“ unter dem
Kesselberg. Von hier aus könnten wir dann die Gegend
ableuchten. Schließlich sahen wir sie: „schau, do obn
sein sie… sie ziehn zum `kleinen Spiel´ herein“ meinte
German.“ Nichts wie hinauf!“ Kaum waren wir beim
„kleinen Spiel“, äugte auch schon eine ältere Geiß zu
uns herüber. Wir standen regungslos da, doch es half
nichts… ein Pfiff und schon sprangen alle hinunter in
den sicheren Bergwald. Wir konnten nur noch nachschauen:
fünf Geißen mit Kitz und drei oder vier jüngere. „Da war
sie sicher dabei!“ meinte German. Das nächste Mal sahen
wir sie in einer Lawinenschneise, die den Wald
durchzieht. Wir wollten es versuchen, aber sie waren
alle in der Schneise verschwunden. |
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Nach 5 erfolglosen
Pirschgängen versuchten wir es schließlich ein weiteres
Mal. Diesmal waren wir nur zu zweit, German und ich.
Wieder waren die Geißen außerhalb des „kleinen Spiels“.
Als wir oben waren, waren die Geißen cirka 400 m von uns
entfernt. Über einen kleinen Steig pirschten wir hinauf
bis auf cirka 280 m Entfernung von ihnen. German sprach
die Geiß an und sagte zu mir: „Richt die her, sobald sie
breit steht, konsch schieschn!“ Aber die Geiß stand
immer spitz. Es vergingen fünf Minuten…und dann…ein
Sportflugzeug flog genau über uns und die Gams hinweg!
Was für ein Pech und „auf Wiedersehen Gams“! „Söi, iatz
kennen mir hoamgian..dei isch ins nou net gegunt“ meinte
der German. Das war der siebte Versuch und wieder
nichts! |
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Die zwei
Jagdbegleiter German und Jörgl |
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Schließlich aber kam der
26. September und wir gingen wieder hinauf zum „kleinen
Spiel“. Unterm „Spiel“ waren ein Jahrling und das
Geißlein. Wir zwei pirschten zu ihnen hinüber, der Jergl,
der dieses Mal wieder mit gekommen war, wartete herüben
auf der anderen Seite. Wir pirschten uns auf 100 m
heran, ich nahm den Rucksack herunter und benutzte ihn
als Unterlage. German sagte mir, dass die Geiß, die
tiefer stand, die richtige sei. Dann um 8.45 Uhr bricht
der Schuss (Kaliber 0,243), die Gams liegt im Feuer.
Weidmannsheil wünschten German und Jergl. Nach dem
Versorgen, haben wir ganz gemütlich „Halbmittag“
gegessen und dann ging es nach Hause. Vergelt`s Gott dem
German und dem Jergl.
Ich wünsch allen
Weidmannsheil und guten Anblick. |
Bericht und Fotos:
Egon Siebenförcher - Sarnthein |