Bericht 96: Birkhahnabschuss im Schnalstal

Am 17. Oktober 2010 um 5 Uhr morgens schaute ich aus dem Fenster und sah nur Nebel. Wird das heute noch was mit der Hahnenjagd oder wäre es besser sich nochmals ins Bett aufs Ohr hauen? Doch was ein Jäger ist der muss natürlich raus ins Revier und schauen wer und was so alles zirkuliert. Die tieferen Tallagen waren stark in Nebel eingehüllt. Ab ca. 1700 Metern löste sich der Nebel auf und die verschneiten Hänge an der Waldgrenze waren gut zu erkennen. So begann der ca. einstündige Aufstieg. An der Waldgrenze angekommen wechselte ich das verschwitzte Hemd. Es war noch nicht richtig Tag, als ich den ersten Hahn balzen hörte. Ich pirschte ein wenig in Richtung der Laute und konnte auf einer Distanz von 320 Metern einen starken Hahn ausfindig machen. Dieser Hahn hätte mir gleich zugesagt doch auf diese Distanz kommt ein Schuss nicht in Frage. Anpirschen? Verpfeifen mich andere Wildtiere wie Gemsen oder Schneehühner oder komme ich mitten in den Zirmbäumen mit der Büchse auf? Vergiss es!

Ca. 200 Meter links von mir kullerten noch zwei Hähne und ich beschloss diese anzugehen. Hinter einer kleinen Lärche geduckt schaute ich den balzenden Hähnen zu. Es dauerte nicht lange und sie flogen oberhalb von mir an einer großen Hangseite ein. Ich sprach den Hahn an, richtete mir eine gute Auflage und lies meinen 40 Jahre alten Anschütz Repetierer knallen. Der Hahn lag im Feuer und ich konnte im Glas gut erkennen, wie weit er den Abhang herunter fiel. Ich drehte mich kurz um und schon sah ich drei Ferngläser, welche mich beobachteten. Ja ja im Schnalstal sind viele Augen unterwegs und das ist auch gut so!

Ich packte meine Sachen und ging zu meinen verendeten Hahn. Dort angekommen war die Freude groß. Ich nahm ihn bei den Ständern und begab mich nun hinunter zur Alm, wo die Sennerin gerade den Kaffee zubereitete. Mit Hirt, Senn und Sennerin wurde bei Kaffee und selbstgebackenem Brot das Erlebte nochmals festgehalten.

Ein Weidmannsheil allen Hahnen Jägern! 

                                                 Bericht und Fotos:  Franz Müller - Freiwilliger Jagdaufseher im Revier Schnals

 

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