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Endlich
war der 1. September da, der Tag an dem in unserem Revier die
Jagd auf den Trophäenhirsch aufgeht. Ich hatte heuer meinen
ersten Hirsch zum Abschuss frei und so war ich ab diesem Tag
ständig im Revier unterwegs um einen Hirsch zu erlegen.
Zahlreiche Pirschgänge und Ansitze hatte ich bereits hinter mir,
als ich am Dienstag, 28. September mit meinem Jagdkollegen Paul
verabredet war um gemeinsam auf die Hirschjagd zu gehen. Wir
starteten um halb drei Richtung „Gadria
– Feichtwold“. Nach einer guten Stunde Fußmarsch, der vom Röhren
der Hirsch begleitet war, hatten wir unser Ziel erreicht.
Langsam suchten wir das umliegende Gebiet nach Rotwild ab. Wir
hatten bald einige Stücke Kahlwild im Anblick und warteten bzw.
hofften, dass auch bald ein Trophäenhirsch austreten wird. Es
dauerte auch gar nicht lange und einige jüngere Hirsche folgten
dem Kahlwild, jedoch war kein passender Hirsch dabei.
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Wir hörten
allerdings unweit von uns einen Hirsch mit einer tiefen, rauen
Stimme. Wir beschlossen etwas weiter zu pirschen um auch die
gegenüberliegende Talseite einzusehen. Kaum waren wir einige
Meter weiter gegangen, sahen wir plötzlich einen starken Hirsch
aus dem Jungwuchs austreten. Es war ein traumhafter Anblick, als
der starke Hirsch zu röhren begann und nur so strotze vor
Energie und Kraft. Eine Auflage für meine 7*64 war schnell
gerichtet, Paul sah sich den Hirsch besser an, in der
Zwischenzeit versuchte ich den Hirsch ins Glas zu
bekommen. Paul flüsterte mir zu das es ein reifer,
starker ungerader „Kronenzehner“
ist. Die Entfernung betrug 230 Meter, und als der Hirsch sich
abdrehte und wieder beginnen wollte zu röhren, lies ich
den Schuss brechen. Der Hirsch zeichnete stark machte
einige Sprünge nach vorne und tat hinter einer Lärche
nieder. Der Schuss saß, soviel war uns klar, allerdings
vermutete ich einen Weichschuss. Schnell nahmen wir das Spektiv
zur Hand und konnten erkennen, dass der Hirsch einen
sauberen Blattschuss hatte. Erst dann wurde mir klar,
welche Kraft so ein starker Hirsch hat, ein Kahlwild
wäre mit diesem Schuss vermutlich im Feuer gelegen, der
Hirsch allerdings versuchte wieder hoch zu werden. Dazu
reichte ihm aber die Kraft nicht mehr und nach einigen
Minuten konnten wir beobachten wir er sein Haupt zur
Seite legte und dann rührte sich nichts mehr. Wir warteten noch einige Minuten ab und gingen
dann zum Anschuss, wo der Hirsch einige Meter weiter lag. Mir
zitterten die Knie als ich vor meinem ersten Trophäenhirsch
stand. Es war ein wirklich starker Hirsch. Ein riesiges graues
Haupt, starke Stangen und einen Träger wie ich selten zuvor
gesehen hatte. So langsam wurde uns erst bewusst, dass wir einen
wirklich guten Hirsch zu strecke gebracht hatten. Paul
überreichte mir mit einem herzlichen Weidmannsheil den
Erlegerbruch, welchen ich mir mit großer Freude an den Hut
steckte. Als wir dann dem Hirsch den letzten Bissen in den Äser
schieben wollten, sahen wir zu unserer Freude, dass es
ein sehr alter Hirsch war. Wir schätzen den Hirsch auf
gut 10 Jahre und mit einem Schluck Cognac stießen wir
auf meinen Hirsch an. |
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Anschließend erledigten wir die rote Arbeit und gegen 19 Uhr
machten wir uns auf den Weg zurück ins Dorf. Dort angekommen
fuhren wir in unsere Kühlzelle, wo wir einige Jäger antrafen.
Zusammen organisierten wir einige Helfer für die strenge
anstehende Bergung am nächsten Tag. Am Mittwochmorgen starteten
wir zu 4 um den Hirsch zu bergen. Ausgerüstet mit einer
Seilwinde und weiteren Bergehilfen kamen wir gegen 8.30 Uhr beim
Hirsch an. Nach einer ausführlichen Begutachtung begannen wir
mit der schwierigen Bergung, denn wir mussten den Hirsch gute
500 Meter aufwärts ziehen. Nach 4 Stunden harter und teils auch
nicht ungefährlichen Bergung kamen wir bei unseren Autos an.
Gemeinsam verstauten wir den Hirsch im Auto und fuhren in die
Kühlzelle. Dort erledigten wir die restlichen anfallenden
Arbeiten und wir alle staunten nicht schlecht als die Waage
132,50 kg anzeigte. Es war der bisher schwerste Hirsch der heuer
in unserem Revier erlegt wurde. Am Abend trafen wir uns dann mit
vielen weitern Jagdkollegen und feierten recht lange den
gelungen Abschuss. Abgerundet wurde der Abend durch einen
weiteren Trophäenhirsch, den ein anderer Jäger erlegte, sowie
einen Steingeiß und einem Schmaltier.
Mit einem lachenden und einem
weinenden Auge betrachtete ich noch einige male meinen Hirsch.
Ich war überglücklich, einen solch guten Hirsch erlegt zu haben,
auf der anderen Seite aber, gibt es wahrscheinlich keine
schönere Jagd als in der Brunftzeit den König der Wälder zu
bejagen.
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Weidmannsheil
Bericht und Fotos:
Höllrigl Martin – Jagdrevier Schlanders |