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Am
Freitag, 10. September war ich mit meinem Vater und
meinem Jagdkollegen Herbert verabredet, denn wir wollten
nach Deutschland zu einem Jagdfreund vom Herbert fahren
und dort ein Jagdwochenende verbringen. Zu unserer
Freude sollten wir alle eine Rehbock sowie sämtliches
Schwarzwild zum Abschuss frei haben. So starteten wir
gegen 5 Uhr morgens nach Münchberg, nahe der
tschechischen Grenze. Die Fahrt verlief ohne Probleme
und so kamen wir gegen 12 Uhr in Münchberg an. Der
Jagdherr erwartete uns bereits und bei einem gemeinsamen
Mittagessen und reichlich Jägerlatein kam gleich eine
freundschaftliche Stimmung auf. Anschließend legten wir
ein kleines Mittagsschläfchen ein, denn wir waren doch
etwas Müde von der langen Autofahrt. Gegen 17 Uhr gab es
dann Kaffe mit Kuchen und dabei besprachen wir den
anschließenden Reviergang. Um Punkt 18 Uhr starteten wir
ins Revier, jedem von uns wurde ein Hochsitz zugewiesen.
Als ich meinen Hochsitz erreicht hatte, richtete ich mir
alles her: mit dem Entfernungsmesser kontrollierte ich
die Distanzen und versuchte auch eine provisorische
Auflage für mein Gewehr zu richten. Dies war alles
andere als einfach, denn außer 3 dünne Holzlatten war
wenig Auflage vorhanden. Kaum waren 20 Minuten
vergangen, kam zu meiner Enttäuschung ein Bauer mit
seinem Traktor vorbei und begann keine 100 Meter von mir
entfernt mit seinen Mäharbeiten. Das fängt ja gut an
dachte ich mir, da wird sich wohl kaum ein Reh blicken
lassen und so setzte ich mich gemütlich zurück und
genoss den schönen Abend. Als es mittlerweile 19 Uhr
war, nahm ich wieder einmal das Fernglas zur Hand und
suchte trotzdem das umliegende Gebiet ab. Es war ein
kleiner roter Fleck der plötzlich aus der Sträucherhecke
hervortrat. Ich konnte sofort erkennen, dass es ein
Sechser-Bock war mit einer schönen dunkeln Trophäe.
Sofort tauschte ich das Fernglas mit meiner Büchse und
versuchte den Bock ins Glas zu bekommen. Als ich den
Bock endlich im Fadenkreuz hatte sah ich, dass der Bock
seinen rechten Vorderlauf schonte. Als sich er sich
abdrehte und Blatt zu mir stand packte mich das
Jagdfieber, denn es wäre mein erster Rehbock gewesen.
Ich musste noch einmal absetzen und atmete tief durch.
Als ich dann wieder den Bock im Glas hatte, sah ich,
dass er bereits wieder dabei war in den Hecken zu
verschwinden. Das Blatt war aber noch frei und so ließ
ich den Schuss brechen. Im Zielfernrohr sah ich den Bock
in die Hecken springen, dann kehrte er um lief ca. 30
Meter über die freie Wiese, dabei knickte er mit den
Vorderläufen einmal stark ein, war dann aber mit 2
weiteren Sprüngen im hohen Gras verschwunden. Dass ich
den Bock getroffen hatte, war ich mir ziemlich sicher,
aber ob er bereits verendet im Gras lag, da wir ich mir
nicht so sicher. So beschloss ich erstmal abzuwarten,
ständig mit den Gedanken beim beschossenen Rehbock.
Sollte ich tatsächlich das Glück gehabt haben, gleich am
ersten Tag einen Bock zu strecken, noch dazu wäre es
mein erster Trophäenbock. Nach einer halben Stunde stieg
ich vom Hochsitz und pirschte mit geladener Büchse zum
Anschuss. Dort fand ich keine Schweißspuren oder
sonstige Pirschzeichen. Langsam näherte ich mit dem
Dickicht wo der Bock verschwunden war. Als ich nur mehr
wenige Meter davon entfernt war, sah ich den Bock in der
Hecke liegen. |
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Überglücklich ging ich zu meinem ersten Rehbock und zog ihn
vorsichtig auf die offene Wiese heraus. Ich konnte mein Glück
kaum fassen und so setzte ich mich neben meinen Bock und dankte
dem Hl. Hubertus für mein Jagdglück. Anschließend verständigte
ich den Jagdherrn und begann dann mit der roten Arbeit. Dabei
sah ich mir dann auch genauer den rechten Vorderlauf an und
konnte feststellen, dass er gebrochen war. Das ganze Gelenk war
vereitert und geschwollen. Umso größer war dann meine Freude
auch noch einen guten Abschuss getätigt zu haben. Als ich mit
dem Aufbrechen so gut wie fertig war hörte ich einen zweiten
Schuss unweit von mir. Sofort dachte ich an meinen Vater, der
nicht weit von mir entfernt war. Es dauerte wenige Minuten und
per Handy erhielt ich die erfreuliche Nachricht, dass auch im
ein Abschuss geglückt war und er einen ca. 2 Jährigen schwachen
Gabler erlegen konnte. Wenig später wurde ich mit einem
herzlichen Weidmannsheil abgeholt und wir fuhren zum Sitz meines
Vaters. Auch dort löste ein Weidmannsheil die Anspannung. Nach
einigen Erinnerungsfotos fuhren wir mit den 2 Böcken zurück.
Dort erledigten wir die restlichen anfallenden Arbeiten (mein
Bock brachte nur mehr 12 kg auf die Waage, de Bock meines Vaters
gut 19 kg). Dass am Abend das ein oder andere Bier geleert wurde
war klar. Es war ein erfolgreicher Abend, nur Herbert hatte kein
Glück gehabt und deshalb wollten wir am nächsten morgen noch
einmal unser Glück versuchen. Gegen 6 Uhr fuhren wir wieder ins
Revier, leider hatten wir dabei alle kein Glück mehr und so
kehrten wir am späten Vormittag wieder zurück. Am Abend hatte
unser Jagdherr einen gemütlichen Grillabend organisiert und
somit kamen wir zu keinem Reviergang mehr, der wohl auch eher
„sinnlos“
J
gewesen wäre.Am frühen Sonntagmorgen packten wir wieder alles in
unser Auto verabschiedeten und herzlich vom Jagdherr und
bedankten und bei Ihm für die Jagdmöglichkeiten und die
getätigten Abschüsse. Auch bei seiner Frau bedankten wir uns,
denn wir wurden 3 Tage vorzüglich bekocht und genossen es in
vollen Zügen.
Weidmannsheil
Bericht und Fotos:
Höllrigl Martin
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