Bericht 75: Murmeltierjagd im Gadertal
Gruppenfoto: vorne knieend v.l.m.r. Begleiter-,Klaus Grazolara, Jagdaufseher-,Herbert Comploi, Grillmeister und Hüttenbesitzer-,MorenoBasetto, Tanja Großalber, Hermann Großalber und Valentin mit Sohn.
hinten von l.n.r. Revierleiter Festill Hubert, Gianni, Alber, Josef Mang, Walter Oberluter, Franz Zierlett
Im Bild fehlt Robert Urthaler,  der ebenfalls seinen Preis-, gewonnen im Jagdportal einlösen konnte.

Erst Anfang August waren meine Frau und ich auf Gamsjagd in Südtirol und es waren keine  vierzehn Tage vergangen als mir die nächste Einladung zur Jagd ins Gadertal ins Haus flatterte. Walter vom Südtiroler Jagdportal hatte mich zur Murmeljagd eingeladen was mir anfangs den Terminplan etwas durcheinander brachte.

Aber eine solche Einladung schlägt man nicht ab und  so sagte ich zu Anfang September im Gadertal dabei zu sein. Nur meine Frau bekam für diesen Jagdausflug keinen Urlaub und so nahm ich kurzerhand meine Tochter mit nach Südtirol, übrigens ihr erstes Mal in diesen Land. Wir haben unseren Aufenthalt für 3 Tage vom 1.-3. September geplant um am Tag der Jagd schon vor Ort zu sein um keine Hektik entstehen zu lassen.

Untergebracht waren wir bei Revierleiter Fistill Hubert wo sich am Jagdtag alle Beteiligten unter ihnen auch Walter vom Südtiroler Jagdportal trafen. Nach kurzer Besprechung und Kontrolle unserer Jagdpapiere erhielt ich von Hubert meine Tageskarte und der Jagdaufseher Herbert wurde mir als Pirschführer zugewiesen. Meine Tochter Tanja der Jagdaufseher und ich konnten nun Richtung Valparolapass starten. Auf etwa 2050 Meter mussten wir mit unseren kleinen aber sehr wendigen und geländegängigen Wagen hinauf. Als wir an der Waldgrenze ankamen bot sich mir ein Anblick der mich beinahe vergessen ließ weswegen ich überhaupt hier war. Wir waren auf einer Hochebene angekommen, ich weiß nicht wie groß aber ich denke es werden wohl einige hundert Hektar gewesen sein mit einem Panorama wie man es meist nur von Fotos kennt. Langsam kam auch die Sonne über die ersten Gipfel und begann die feuchten Almwiesen zu trocknen auf der wir es wohl etwas länger im liegen aushalten mussten um in Anblick von Murmel zu kommen.

Herbert macht inzwischen den ersten Bau aus und wir pirschen auf etwa 120 Meter heran. Die Murmel die bereit den Bau verlassen hatten und sich vor der Röhre aufhielten beobachteten uns beim herrichten der Auflage für meine Büchse was sie aber schließlich veranlasst sich in den Bau zurück zu ziehen. Nur ein paar spielende Jungtiere bleiben noch vor der Röhre. Ich fühle mich auf der mittlerweile trockenen Almwiese so als würde ich auf einer Matratze liegen, aber nach einer halben Stunde brechen wir auf und suchen eine andere viel versprechende Stelle. Während wir auf einem Schotterweg entlang gingen entdecken wir einen weiteren Bau vor dem sich junge und ältere Tiere aufhalten. Wir umgingen diese Gruppe und näherten uns ihr durch ein kleines Waldstück auf etwa 70m. Im weichen Almboden richte ich mir auf meinem Rucksack wieder eine passende Auflage für meine BBF her. Mittlerweile waren die Alttiere in ihren Bau verschwunden, nur die Affen spielten noch oberhalb der Röhre in der wärmenden Morgensonne.

Für mich hieß es nun wieder warten, was mir auf dem trockenen und weichen Almboden nicht schwer fiel. Vereinzelt kamen nun auch wieder Alttiere aus dem Bau, das erste vermutlich eine Katze machte sich unverzüglich auf den Weg zu den Jungtieren, ein weiteres blieb direkt vor der Röhre wo sich nach kurzer Zeit ein zweites dazu gesellte.

Eine viertel Stunde dauerte es bis sich eines der Tiere ein paar Schritte von der Röhre weg wagte aber sofort wieder kehrt machte und zur Röhre zurück kehrte, für eine Schussabgabe keine Zeit. Kurz verweilte es am Bau um dann wieder ein paar Meter von der Röhre abwärts zu ziehen und ich diese Chance für eine  Schussabgabe wahrnahm,

die 222er ließ es augenblicklich verenden.

Von Pirschführer Herbert und meiner Tochter Tanja kam ein herzliches Waidmann´s Heil.

Mit einem Schnaps aus meinen Flachmann stießen wir auf diesen Abschuss an. Bevor es an die rote Arbeit ging erhielt ich vom Jagdaufseher und Pirschführer Herbert den Bruch überreicht und das Mankei den letzten Bissen.

Einer kräftigen Jause stand nun nichts mehr im Wege, Speck, Gamswurst und Wein ließ uns wieder zu Kräften kommen. Nachdem wir unsere Rucksäcke wieder gepackt hatten, machten wir uns auf den Weg zur Almhütte von Moreno Basetto, wo wir  gegen halb zwölf Uhr mit den anderen Jäger zusammentrafen. Das Jagdrevier Abtei hatte für die Eingeladenen des    Südtiroler Jagdportal ein Mittagessen mit Grillspezialitäten, Speck, Brot, Käse, verschiedene Salate vorbereitet. Zur Begrüßung gab`'s ein Glas Prosecco und anschließend stießen wir auf unsere Abschüsse an. Moreno und weitere Mitglieder des Jagdreviers Abtei servierten und ein  hervorragende Mittagessen und bei gemütlicher Unterhaltung  und kaum Jägerlatein ließen wir den Tag sehr flüssig ausklingen und fuhren gegen 18 Uhr zurück in unsere Unterkunft wo wir uns von den anderen Jägern verabschiedeten. Für die Gastfreundlichkeit ein großes Vergels Gott! (siehe eigener Bericht vom Walter)

Zufrieden und doch etwas müde fielen wir abends ins Bett, da wir am Freitag früh wieder nach Hause zurückfuhren und auch rechtzeitig im Vinschgau bei Armin sein wollten, wo ich die Trophäe meines Gamsjahrlings für die kommende Hegeschau zur Bewertung abgeben musste.

Wegen eines Unfalls auf der Vinschgauer Staatsstrasse brauchten wir für die Strecke Meran -  Latsch über 2 Stunden weshalb dann der vorangekündigte Besuch bei meinen zwei Freundinnen Tanja und Rosmarie entfiel die mir hoffentlich nicht böse sind.

Ein weitere Stau auf unserer Heimreise am Reschenpass war dann mit verantwortlich dass wir erst gegen halb sieben abends zu Hause ankamen.

 

Meinen Pirschführer, dem Jagdaufseher Herbert Comploi  für die Begleitung und Walter vom Südtiroler Jagdportal für die Einladung ein herzliches Waidmann´s Dank.

   

Waidmann´s Heil                                  

  

 
                                                                                                    Bericht und Fotos:  Hermann Großalber OÖ

 

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