Bericht 64: Zwei Räuber

Letzten Freitag wollte ich nach einer Altgais Ausschau halten und so bin ich auf der Kanzel eines befreundeten Jägers aufgebaumt.

Nach einer Stunde hatte ich ein Bockkitz in der Wildwanne liegen, ein guter Anfang für dieses Wochenende dachte ich mir aber von der Gais keine Spur.

Samstags ließ ich dann Jagd Jagd sein  und machte mir mit meiner Frau einen schönen Abend auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen.

Für Sonntag den 22.Aug hatte ich mir vorgenommen mich wieder um besagte Altgais zu kümmern. Auch diesmal hatte keinen Anblick auf die Gais und so wechselte ich nach schwinden des Schusslichts den Ansitz und begab mich auf eine vor zwei Tagen gemähte Wiese um dort mein Glück auf Raubwild zu versuchen. Gegen 21 Uhr kam ich dort an und das Licht war hervorragend, keine Wolke trübte den Himmel und die Temperatur ist mittlerweile auf ein erträgliches Maß gesunken sodass es  in der Kanzel längere Zeit aus zu halten war.

Trotz der frisch gemähten Wiese wagten sich vereinzelt Rehe von einem Waldrand zum anderen. Eine dreiviertel Stunde saß ich nun schon in dem Bodensitz als auf der linken Seite plötzlich zwei dunkle Schatten auf mich zukamen. Auf etwa 80m erkannte ich zwei Dachse von denen ich einen sofort ins Absehen nahm.

Nachdem ich ihm die Kugel meiner 222er angetragen hatte machte er einige unkontrollierte Fluchten und blieb schließlich etwa 10m vom Anschuss entfernt liegen. Den zweiten beeindruckte dies nur wenig und er zog sich nur langsam zurück was mich veranlasste auch ihn zu beschießen ihn aber nicht traf. So entschloss ich mich den gestreckten Dachs vom Anschuss zu holen um anschließend meinen Ansitz fortzusetzen. Nachdem ich zweimal geschossen hatte machte ich mir Hoffnung dass nun auch die Rotröcke wach wurden und vielleicht einer auftaucht. Noch auf dem Rückweg vom Anschuss zum Ansitz sah ich aus der Gegenrichtung einen Fuchs auf mich zuschnüren aber er mich wohl auch und so schnell er aufgetauchte so schnell war er auch wieder in  der Nacht verschwunden und das motivierte mich erst recht weiter zu machen.

Das nun etwas länger dauern  sollte war mir klar und dummerweise konzentrierte ich mich nur auf jene Richtung aus der er gekommen war und vernachlässigte so meine linke Seite.    Nachdem es mittlerweile fast 23 Uhr war dachte ich ans nach Hause gehen weil am nächsten Morgen ein Ausflug auf dem Programm stand. Und wie immer vor dem Schließen der Fenster glaste ich noch einmal alles um mich ab und staunte nicht schlecht als sich links von mir an einem starken Obstbaum eine Rotjacke herumtrieb. Vorsichtig fädelte ich meine BBF zum Fenster hinaus und trug dem Fuchs eine saubere Kugel an die ihn augenblicklich verenden ließ.

Ich sehe beide Abschüsse als kleinen Beitrag zur Niederwildhege die mancherorts leider zu kurz kommt. Der Raubwildjaga in mir war wieder geweckt.

 

 

Waidmann´s Heil        

 

                            

                                                                                     Bericht u. Fotos: Hermann Großalber

 
                                                                                                                          

 

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