Bericht 63: Mein Traumbock

Mein Traumbock !!!  Wir haben in unserem schönen Revier das Glück, dass wir jedes Jahr sowohl einen C –Bock als auch einen T- Bock erlegen dürfen. Ich bin nun seit ca. 15 Jahren Jäger und habe schon einige Böcke gesehen und erlegt, aber heuer konnte ich einen außerordentlich guten Bock erlegen.
 Schon im Juni sah ich in einer kleinen Bergwiese einen starken Rehbock. Er war noch im Winterhaar, und sein mächtiges Sechser-Gehörn erschien mir im Vergleich zur dunklen Winterdecke auffällig hell. Auch im Juli konnte ich ihn bei meinen Jagdgängen wiederholt aus nächster Nähe beobachten. „Was für ein Anblick“, dachte ich mir immer wieder. Als dann besagte Wiese gegen Ende Juli gemäht wurde, verschob er seinen Einstand in den angrenzenden lichten Bergwald. Der 1. August kam immer näher, und ich hatte schon die Befürchtung, dass wohl einige Jäger ebenfalls auf diesen Bock ihr Glück versuchten. Umso erstaunter war ich, als ich alleine meine Kreise in besagtem Revierteil zog. Am Vormittag des 1. August sah ich zwar mehrere Rehe, auch einen braven Einstangenbock, aber am 1. Tag schiesst man keinen solchen, schon gar nicht wenn man es auf einen „ganz anderen“ abgesehen hat, dachte ich mir. Am Abend versuchte ich mein Glück erneut. Diesmal besetzten wir zu zweit das Gebiet, in dem wir den Gesuchten vermuteten.
Als gegen 8 Uhr dann ein Schuss fiel, glaubte ich, dass nun das Schicksal des Bockes besiegelt war. Der Knall kam nämlich aus der Richtung,  wo mein Jagdfreund Position bezogen hatte. Trotzdem harrte ich weiter an meinem Platz und versuchte  es mit meinen ganzen Blattkünsten. Man weiß ja nie…! Aber es passierte nichts.

Später dann an der Jagdhütte hing tatsächlich ein Bock, den mein Jagdfreund gestreckt hatte. Gewiß auch kein schlechter; aber ein anderer! Leider war die Leber zu Brei geschossen, so daß wir den Jagderfolg lediglich mit einem Stück Brot und einem Glaserl Wein feiern konnten.

 Am nächsten Tag zog ich erst gegen 11 Uhr los und versuchte wieder alles aus meinem Blatter rauszuholen. Anlauf aber hatte ich nur von Geissen. Ich pirschte von einem vielversprechenden Ort zum nächsten und als meine Hoffnung schon zu schwinden begann, ging es los! Kitzfiep, die Geiss stürmt herbei und im Schlepptau der Bock. „Der ist es!“,  dachte ich. Nach kurzem Ansprechen durch das Zielfernrohr brach der Schuss und lies „MEINEN“ Bock im Knall verenden.

Ich sass noch eine Weile da und freute mich redlich über dieses einmalige Erlebnis. Erst dann ging ich zum Gestreckten und versorgte ihn. „Was für ein Bock“, dachte ich mir immer wieder!

Ein Traumbock eben!!!

 

 Weidmannsheil

                                                                                 Bericht und Fotos:  Christian Schwienbacher, Revier Sexten

 

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