Bericht 55: C-Hirschabschuss

Am Donnerstag, 22. Juli war ich wieder mit meinem Kollegen Herbert verabredet, um einen schönen, gemütlichen Pirschgang in unserem Revier zu machen. Da wir beide heuer einen Trophäenhirsch zum Abschuss frei haben, beschlossen wir ins "Gadriatal", genauer gesagt in die Örtlichkeit „Röthütte“ zu fahren und dort ein wenig Ausschau zu halten. Gegen 19 Uhr kamen wir bei der Hütte an und setzten uns zuerst in die Sonne und genossen das herrliche Wetter. Natürlich hatten wir eine gute Marende dabei: Almkäse, geselchtes Hirschfleisch und ein gutes Bier verschönerten uns den Abend. Natürlich ließen wir nebenher das umliegende Gebiet nicht aus den Augen und suchten abwechselnd die Berghänge nach Wild ab. Es dauerte auch gar nicht lange und wir hatten zwei Jüngere Gamsböcke und ein führendes Rotwildtier im Anblick. Nach dem wir uns ausgiebig gestärkt hatten, beschlossen wir einige Minuten weiter zu pirschen um zu einem Aussichtspunkt zu gelangen wo man einen hervorragenden Einblick in einen kleinen Talkessel hat. Obwohl es ein sehr steiles und unzugängliches Gebiet ist, wollten wir dort unser Glück versuchen. Dort angekommen konnten wir einige Stücke Rotwild ansprechen und es wären auch zwei nichtführende Tiere dabei gewesen, allerdings standen sie an einem Ort wo ein Abschuss keinen Sinn hatte und praktisch unmöglich war. So suchten wir weiter und konnten etwas oberhalb ein einzelnes Stück Rotwild in den Anblick bekommen. Mit dem Spektiv konnten wir feststellen, dass es sich um einen schwächeren C-Hirsch handelte. Die Entscheidung war schnell getroffen und so nahmen wir nur das notwendigste mit, denn wie bereits erwähnt befanden wir uns in einer sehr unwegsamen Gegend. Ich nahm meinen Rucksack und meine BBF, Herbert lies seinen Rucksack zurück und so versuchten wir das Stück anzugehen. Dazu mussten wir mehrere kleinere „Riesen“ durchqueren. Kaum hatten wir den ersten Felsrücken erreicht, wurden unter uns 2 Rotwildtiere mit ihren Kälbern flüchtig, was mit einem lauten „schrecken“ der Tiere verbunden war. Aber der einzelne Jährlingshirsch lies sich davon wenig beeindrucken und äste ruhig weiter. Mittlerweile waren wir auf knapp 200 Meter an das Stück herangekommen, da aber der Wind und auch die restlichen Umstände auf unserer Seite waren wollten wir versuchen noch näher heranzukommen. Es gelang uns bis auf knapp 80 Meter an den C-Hirsch heranzukommen, dort richtete ich mir eine Auflage und versuchte das Stück ins Glas zu bekommen. Herbert mahnte mich noch einen guten Schuss anzubringen, damit das Stück womöglich sofort im Feuer liegen würde. Denn eine kurze Flucht des Stückes wäre Aufgrund des Geländes mit einem teils tiefen Absturz verbunden gewesen. Als ich mit dem Fadenkreuz direkt auf dem Blatt war, lies ich den Schuss brechen und bereits im Zielfernrohr sah ich das Stück im Feuer liegen. Der C-Hirsch rutschte noch knappe 10 Meter durch das steinige Gelände ab und blieb dann zu unserem Glück noch oberhalb des Pirschsteiges (sofern man von einem Steig sprechen kann) liegen. Wir warteten noch einige Minuten ab und gingen dann zum erlegten Stück. Mit einem herzlichen Weidmannsheil löste sich die Anspannung und anschließend erledigten wir die rote Arbeit. Die Bergung war alles andere als ein Spaziergang, aber nach einer knappen dreiviertel Stunde waren wir bei der Hütte angekommen. Nach einem Erinnerungsfoto verstauten wir alles in meinem Auto und fuhren zurück ins Dorf zu unserer Kühlzelle. Dort erledigten wir die restlichen anfallenden Arbeiten und stießen anschließend mit einigen weiteren Jagdkollegen auf den gelungenen Abschuss an. Der C-Hirsch brachte genau 40,00 kg auf die Waage.

 

Weidmannsheil

 
                                                                                   Bericht und Fotos:  Höllrigl Martin – Jagdrevier Schlanders

 

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