| Bericht 034: Erstes Stück Schwarzwild erlegt |
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Schon vor ca. 2 Monaten wurde die Anwesenheit eines Stückes Schwarzwild im Jagdrevier Nals aufgrund von Wühlschäden festgestellt. Daraufhin wurde diese Schadensstelle von uns fleißig im Auge behalten, denn man wollte es nicht versäumen die erneute Anwesenheit festzustellen. Trotz aller Mühe und dem ankirren konnte der Schwarzkittel nicht mehr ausgemacht werden, zumindest an dieser Stelle. Am Freitag, den 28. Mai hat das Stück Schwarzwild dann beachtliche Wühlschäden auf der Mähwiese des Ebnerhofes, Fraktion Sirmian erneut im Jagdrevier Nals angerichtet. Nach einem kurzen Lokalaugenschein am Nachmittag vor Ort, und dem herrichten des Ansitzplatzes haben wir uns entschlossen einen Nachtansitz aufgrund des Dekretes des zuständigen Landesrates durchzuführen. Lorenz wollte schon in der letzten Dämmerung ansitzen, und ich sollte erst etwas später nachkommen. Es wurden noch ein paar Dinge zusammengepackt und ich brach die Fahrt nach Nals an. So gegen 22,45 Uhr hat mich dann schon Lorenz angerufen, das Stück sei an der alten Wühlstelle ausgetreten, und er habe nach kurzem Ansprechen den Schuss angetragen. Das Stück flüchtete und etwas weiter links unten habe er noch Reisig brechen und einen sog. „Gruner“ gehört. Aufgrund der Finsternis wartete er auf unser Eintreffen, zum einen, um das Stück nicht zu versprengen, und zum anderen fehlte eine gute Lampe. Mit einem mulmigen Gefühl begaben wir uns mit dem Bauern zum Anschussplatz, wo reichlich Lungenschweiss lag. Die Freude war Lorenz anzusehen und selbstverständlich war es auch eine Erleichterung, denn wir wussten vorher nichts über den Sitz der Kugel.
Ein kräftiges Weidmannsheil, und ein Dank dem Heiligen Hubertus folgten, wobei feststand, dass der Verbandsjagdaufseher Lorenz Heinisch sein erster Stück Schwarzwild, und dies sogar in seinem Aufsichtsbereich in Südtirol erlegen konnte. Die anschließende Bergung, und die rote Arbeit, sowie das Foto machen wurden rasch erledigt. Die Gewichtsabnahme ergab 65 kg und das Alter wurde anhand der Waffen auf ca. 4 Jahre geschätzt. Sofort trafen auch der Revierleiter von Nals, und ein paar Jagdkameraden am Ebnerhof ein, um dieses außergewöhnliche Jagd- bzw. Diensterlebnis zu bestaunen. Ein Weidmannsheil mit einem Schnaps in der linken Hand von der Bäuerin spendiert rundete dann den Jagdgang ab. Eines war klar, nicht nur beim Erleger war die Freude gross, sondern auch beim Grundeigentümer, denn dieser hatte bereits grosse Sorgen, um die heurige Heuernte, falls ihr dieses „Viech“ nicht bald bekommt. Auch die Verantwortlichen vom Revier waren erleichtert, denn mit den Schäden des Schwarzwildes wollte man nichts zu tun haben, es gibt schon genug andere Wildschäden in einem so obstreichen Jagdrevier, wie es Nals ist. Dass das Revier über den Abschuss erfreut war, zeigt auch, dass nicht nur die Trophäe, sondern auch das Wildbret des Keilers dem Erleger überlassen wurde. Ein Dank ergeht somit an die fleissigen Helfer, dem Lorenz für seine Ausdauer und Freude am Beruf, und der Familie vom Ebnerhof in Nals.
Weidmannsheil
Bericht und Fotos: Martin Trafoier, Dienststelle für Jagd- und Fischereiaufsicht Bozen Unterland |