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Fleissig
hatte ich während dem Jahr, die Röhren auf den
Luderplätzen mit Fuxfutter bestückt. Hauptsächlich
jedoch im Frühjahr, so konnte ich bald einmal mehrere
Fuchsfamilien beobachten. Hoch- und Niederjagd waren
vorbei, an zwei Samstagen zogen wir schon mit Hund und
Flinte zur Baujagd, mit zwei Füchsen fiel die Beute aber
spärlich aus.
Am 15.11. aber begann die Passjagd, schon Tage vorher
war ich meine BBF einschiessen gewesen, hatte ich doch
eine neue Kugel laden lassen, die den Balg nicht mehr so
Aufreissen sollte und dennoch eine sehr gute Wirkung im
Wild hatte. Alles war bereit, von der BBF bis zum
Ansitzsack, vor allem aber der Ohrschutz durfte nicht
fehlen. Was aber fehlte war der Schnee, somit konnte
alles Bereitgemachte im Keller belassen werden. Trotzdem
war ich schon einige male ansitzen, jedoch ohne Anblick.
Endlich schneite es am 10 Dez. Von da an veränderte
sich mein Leben völlig. Klar war die Zeit von morgens
07.00 Uhr bis 17.00 Uhr, da liess sich nichts dran
rütteln, dass war die Arbeitszeit und wurde auch
eingehalten. Meistens war ich gegen 19.30 Uhr schon im
Bett, um dann gegen 22.30 Uhr zu den Ansitzplätzen zu
fahren. In welch einem super Einzugsgebiet für die
Passjagd ich mein Luderplatz hatte, konnte ich gleich am
ersten Abend feststellen. Am Ansitzplatz angekommen,
warf ich noch zwei Handvoll Hundetrockenfutter über den
Bergbach, schlüpfte dann in den Ansitzsack, und
verschanzte mich auf dem Rücksitz meines Jeeps. Ich war
noch mit dem Laden meiner BBF beschäftigt, schnürte
schon der erste dunkle Schatten auf den Luderplatz zu,
jetzt fing er an das Hundefutter aufzunehmen, eine ganze
Weile folgte mein Leuchtpunkt dem Rotrock, jetzt war er
am Bach also keine 17m mehr entfernt, kurz verhoffend
stand er breit, die Explosion der Schrotpatrone vernahm
er wohl schon nicht mehr, als hätte er sich auf die
Seite gelegt, blieb er regungslos liegen.
Vor drei Jahren als mich das Fuchsfieber erfasste,
jedoch noch ein wirklicher Grünschnabel war, verbrachte
ich Nächte in Scheunen und Stallungen, mit dem Ergebnis
das ich nach drei Monaten 3 Füchse hatte und oftmals
wirklich gefroren hatte.
Da musste was verändert werden, so redete ich mit den
Bauern im Gebiet, wo und wann die Burschen am meisten
auftauchten. Ein Arbeitskollege berichtete mir, wo die
Bauern früher den Füchsen abpassten, was Früher gut war
ist mir Heute recht.
Da der Schafstall den ganzen Winter besetzt war, konnte
immer irgendwelcher Krach entstehen, ebenfalls standen
mehrheitlich ein oder mehrere Autos beim Stall, so
schöpften die sonst schlauen Burschen kein Verdacht,
musste ich mich auf dem Rücksitz einmal zurecht rücken
um in gute Position zu kommen, verschluckte der Bergbach
das eine oder andere Geräusch. Zudem wusste ich nun dass
die Burschen ab 23.00 Uhr bis so um 01.30 Uhr hier
durchzogen.
Einen Zweiten Ähnlichen Platz hab ich auf dieses Jahr
hin gesucht und auch gefunden, leider wurde ich erst
kurz bevor die Passjagd losging fündig, so konnte ich
halt erst spät mit dem Füttern anfangen. Da der
Luderplatz nahe an der Verbindungsstrasse zweier
Bergdörfer angelegt ist, fand ich bald einmal heraus
dass der Verkehr sich ab 22.00 Uhr beruhigte und je nach
Beleuchtung, ab dieser Zeit mit Erfolg gerechnet werden
konnte. Da sich der Luderplatz in einem Graben befindet
werden die Bewohner von den Dörfern durch das nächtliche
Schiessen gar nicht gestört. Von wo werden die schlauen
Kerle wohl kommen, schon der erste Fuchs setzte mich in
helle Aufruhr, keine 2 M vor dem Jeep wechselte er von
Unten kommend über die Strasse um dann gleich das
Hundefutter aufzunehmen. Nach einigen Sekunden der
Geduldsprobe, bis die Burschen 15 bis 20 M entfernt
waren schien mir jedes Mal wie eine Ewigkeit.
An beiden Ansitzplätzen wechselten oftmals Reh und
Rotwild durch, was natürlich eine schöne Abwechslung
war. Mit der Erfahrung die ich so machen konnte halten
sich die Ansitzzeiten in Grenze, sicher kehre ich nicht
immer mit Beute nach Hause, aber lieber eine Woche leer
nach Hause gehen, als ein Abend zuhause zu bleiben und
somit nicht wissen was los war. Einige male bin ich
wohl auch in den frühen Morgenstunden im Auto aufgewacht
und der Fuchs ist mit vollem Bauch davon gezogen,
gleichwohl bin ich dann zufrieden heimgefahren um am
Abend wieder anzusitzen. Der Ansitz vom Auto aus, finde
ich sehr praktisch. Einmal muss ich so nicht gleich drei
Fuxerhütten bauen, zum andern muss ich nicht immer
umrüsten um einen andern Passplatz zu beziehen. Da ich
auf dem halb geöffneten
Hinterfenster eine Schaumstoffmatte aufgelegt habe und
zusätzlich eine Decke darüber hängen habe, kann ich
meine BBF gut auflegen und kann mich ebenfalls mit den
Elenbogen gut abstützen. |
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Was
ebenfalls ein Vorteil ist, ich hab kein Durchzug.
Hingegen die Kälte verspüre gleichwohl. Mit
entsprechender Jagdbekleidung und Ansitzsack halte ich
so drei Stunden problemlos in klirrender Kälte aus schau
nach dem Raubwild. Den dritten Luderplatz teile ich mit
meinem Jagdfreund Toni, konnte vor zwei Jahren noch aus
dem Brückentunnel heraus gepasst werden, mussten wir
nuneine Hütte aufstellen die 15 M von der Passbrücke
entfernt sein musste. Da dieser Luderplatz auf 1700 M ü.
Meer angelegt ist, sind die Bälge schon recht früh schön
und Erntereif. Hier Oben können wir unsere Kombinierten
sehr gut gebrauchen, der Luderplatz ist schon 30 M von
der Passhütte entfernt, ja und wenn die Füchse den
Bachdamm herunter kommen sind sie auf 50 m Entfernung.
Auch wenn die Hütte sehr gut isoliert wurde, mehr als 3
bis 4 Std Ansitzen war hier eine eisige Angelegenheit,
zieht doch immer ein eisiger Wind den Graben herab, hat
man jedoch Erfolg wird es dir beim Bergen bald einmal
recht Warm. Schon der Abstieg in den Graben ist
anstrengend versinkt man doch Huft tief im Schnee, wenn
man nach einer halben Stunde mit der Beute wieder auf
der Passstrasse steht, ist dann die Kälte aus den
Gliedern vertrieben. Diese Füchse muss man sich wirklich
verdienen.
Was sich nicht verändert hat, ist der Krach wenn die 40
T. Lastwagen über die Passbrücke dröhnen. Die Rotjacken
stört das jedoch kaum, stösst man jedoch irgendwie mit
der BBF irgendwie an, verschwinden sie blitzartig.
Was wir ebenfalls erfahren mussten, bei Neu- oder
Vollmond kommen die Burschen nicht auf den Luderplatz.
Sie erscheinen erst wenn die grosse Lampe erloschen ist,
oder eben vorher, wenn Sie noch nicht brennt. Am Ende
der Passjagd wird mit dem Wildhüter die Abrechnung
gemacht. Pro Paar Vorderachsen (Brannten) vom Fuchs
erhält der Jäger eine Belohnung von Fr. 15.- für den
Dachs Fr. 20.-
Nun jetzt ist der 15. Febr. vorbei, die BBF wird mit dem
Standartgewehr umgetauscht, das Sportliche Schiessen auf
300 Meter ist jetzt angesagt. Somit hab ich knapp einen
Monat Feuerpause. Vom Waidmannsheil wechselt es zum gut
Schuss.
Waidmannsdank
Bericht und Fotos: Kari Schmid
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