Bericht 18: „Wenn i koane Füx hätt“

 

Im Gedanken war ich schon mittags bei herrlichen Sonnenschein und 12° plus am Ansitz um auf die Rotjacken zu warten. Aber nur so lange bis mir meine Frau zu verstehen gab dass das Mittagessen am Tisch auf mich wartete. Nachdem ich den Vormittag nutzte um mich vom Nachtdienst etwas auszuruhen machte ich mich am Nachmittag auf den Weg ins Revier um für meine „Fixl“ wieder etwas schmackhaftes auszubringen. In den letzten paar

 Wochen zog ich andere Ansitze für die Fuchsjagd vor um in jenen Revierteil aus dem ich die letzten Rotröcke mitgenommen hatte wieder etwas Ruhe einkehren zu lassen. Dabei war unsere Jagdhütte das vorrangige Ziel weil auch dort ein Luderplatz in der Nähe eines Passes eingerichtet war der von der Hütte aus gut einsehbar war.

Zwei Nächte verbrachte ich auf der Hütte wobei am ersten Abend auch mein Jagdkamerad Willi anwesend war. Er hatte in der laufenden Saison noch keinen Fuchsabschuss auf seinem Konto.

Während wir uns über dieses und jenes  unterhielten glaste ich immer wieder den weißen Hang vor unserer Hütte ab und zu meinem Erstaunen querte jetzt um 18:45 Uhr ein Fuchs auf ca. 140m das leuchtende Weiß. Willi nahm den roten Gesellen mit seiner BBF ins Visier während ich das Geschehen durch mein Glas beobachtete. Als Willi die 222er fliegen ließ sah ich schon dass der Fuchs nicht zeichnete und gesund und hochflüchtig das Weite suchte. In der kommenden Nacht wechselten sich Ansitz und Schlaf im Zweistunden Intervall ab. Morgens gönnte ich mir natürlich ein ordentliches Frühstück bevor die Hütte aufgeräumt wurde und während ich meinen Eintrag im Hüttenbuch schrieb versuchte doch tatsächlich so ein roter Ganove jetzt um halb Neun am Vormittag die Weide zu queren.

Das Gekrächze einer Schar Krähen die ausgerechnet jetzt über die Hütte flog erschreckte in derartig dass er – so schnell konnte ich gar nicht schauen – eine Pulverschneestaubwolke hinter sich herziehend wieder im Wald verschwunden war.

Am 21.Februar zog es mich dann wieder auf meinen altbewährten Ansitz am Pass in der Nähe einer alten Scheune. Eine erhebliche Menge Schnee die in den letzten Wochen gefallen war ließ es nicht zu mit dem Auto zur Kanzel zu fahren die direkt neben dem Feldweg liegt. Also machte ich mich zu Fuß auf den ca. 700m langen Weg. Um etwa 18:15 Uhr baumte ich auf und genieße die hereinbrechende Nacht die eine gute Nacht zu werden scheint, zumindest Wettermäßig. Während ich mich auf die vor mir liegende Weide konzentriere nicke ich immer wieder ein, und weil das einzige Geräusch der eigene Atem war wurde ich bei jedem kleinsten Knacks in den Ästen wieder in die Realität zurückgeholt. Nicht das leiseste Lüftchen bläst heute und so konnte ich jedes Geräusch relativ gut hören so auch den Rotrock als er auf etwa 40m im leicht verharschten Schnee in dem er immer wieder einbrach auf mich zukam. Meine BBF hatte ich diesmal gleich beim richtigen Fenster bereitgelegt, nur das Einstechen hatte er mir übel genommen und sofort wieder kehrt gemacht aber mein Mäuserln hat noch fast jeden ein Haberl machen lassen und mehr brauchte ich nicht für einen Jagderfolg.

Auch bei Nummer sieben hatt´s wieder geklappt.

  

Waidmann´s Heil                                      

                                                                                       Bericht und Fotos:  Hermann Großalber, Oberösterreich

 

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