|
Kurz
nach den Weihnachtsfeiertagen hieß es wieder einmal ab in das
geliebte Alb-Revier. Die Sauen waren unterwegs und der weibliche
Rehwildabschuss noch nicht erfüllt. Gegen 6.00 Uhr morgens und
-15 Grad Celsius bezog ich eine offene Kanzel im Buchenaltholz.
Die Fuchsranz war schon in Gange und das heißere Bellen vertrieb
mir ein wenig die Zeit.
Die
Minuten vergingen zäh und die eisige Kälte tat ihr übriges. Es
war kurz nach 7.00 Uhr als ich keine 50m vor mir eine hoppelnde
Bewegung wahrnahm. Für mich stand fest, dass es sich um Meister
Lampe handeln würde und griff ohne durch das Fernglas zu schauen
nach dem Drilling. In unserem Revier wird der Hase nicht mehr
auf Treibjagden bejagt und so sichert sich jeder Jäger seinen
"Küchenhasen" auf dem Ansitz. Der vermeintliche Mümmelmann kam
näher und ich visierte eine kleine Schluppe an, die er passieren
musste. Als sich jedoch die hüpfende Gestalt in mein Absehen 4
bewegte, durchfuhr es mich siedend heiß! Ein Marder verhoffte
keine 30 m für Sekundenbruchteile in seiner Bewegung. Fast
automatisch löste sich der rauhe Schuss des rechten
Schrotlaufes. Im grellen Mündungsfeuer konnte ich kein Zeichnen
erkennen und die Bühne blieb leer. Natürlich wollte ich sofort
zum Anschuss, aber eine innere Stimme sagte mir: "Du hasst ja
Zeit!". In der Wartezeit kam mir auch der Gedanke an einen
Baummarder, denn ich konnte bei der Dunkelheit nicht erkennen ob
es sich um ein Weiß- oder Gelbkelchen handelte.
Als es vollkommen hell wurde, kontrollierte ich den Anschuss
und wurde sofort enttäuscht. Es fanden sich weder Schweiß noch
Schmitthaar auf der Fläche, ich konnte nur die Schrotgarbe im
Schnee ausmachen! Da der Schnee durch die eisige Kälte
verharscht war, blieb mir nichts anderes übrig als die nähere
Umgebung systematisch abzusuchen. Nach kurzer Suche blieben
meine Augen an einem Baumstumpf hängen, hinter dem ein brauner
Fellbüschel hervor lugte. "Mein Marder!" lag dort schon längst
verendet im reinen Weiß gebettet. Selten einmal habe ich voller
Freude die seltene Beute aufgenommen und begutachtet. Ein
weiterer jagdlicher Traum ging in Erfüllung- ein Edelmarder im
schönsten seidigen Winterbalg wurde meins!
Weidmannsheil
Bericht und Fotos:
René Phillips, D-Stuttgard
|