Bericht 08:  Edelmarder erlegt

Bevor die Jagdsaison auf Rehwild ihren Anfang nahm, machte sich mein Freund bereits des Öfteren auf den Weg ins Revier um nach passenden Jahrlingstücken Ausschau zu halten. An einem Abend ließ ich mich überreden, ihn bei seinem Reviergang zu begleiten.
Wir machten uns auf den Weg ins Revier und bezogen einen Hochstand am Waldrand. Es verging nicht viel Zeit, als noch bei gutem Licht die Äste der Bäume entlang des Waldrandes zu wackeln anfingen.
Mein Freund erklärte mir, dass das sicher wieder das Eichkätzchen ist, welches ihm an dieser Stelle beinahe jedes mal in Anblick kommt. Das Wackeln in den Ästen kam immer näher, bis man bereits Teile des Felles im dichten Blätterdach erkennen konnte.
Mein Freund beugte sich etwas zurück, damit ich bessere Sicht auf das ankommende Tier habe.
In freudiger Erwartung des Anblickes des Eichkätzchens auf kurze Distanz, verharrte ich vor dem Fenster. Als sich das Tier nur noch ca. 3m unmittelbar in gleicher Höhe des Fensters befand, griff mein Freund plötzlich nach seiner Kombinierten, riss die Tür des Hochstandes auf und fuchtelte mit dem Gewehr herum. Vor der Schussabgabe hörte ich ihn nur noch "Marder" sagen - dann brach jedoch schon der Schuss. Man konnte einen dumpfen Ton vernehmen, als das getroffenen Tier am Boden aufschlug.
Ich war etwas erschrocken, da ich anfangs dachte, er wolle das Eichkätzchen erlegen.
Wir verließen den Hochstand und begaben uns zu dem neben einer Wurzel liegenden Marder. Es handelte sich um einen Edelmarder und zu meiner Erleichterung um kein Eichkätzchen

Weidmannsheil

                                                                                                               Bericht und Foto:  Carina Hennerbicher  OÖ

 

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