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Das Steinwild (Capra ibex) |
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EIGENSCHAFTEN:
Beeindruckend sind sie schon, die mächtigen Steinböcke! Wenn sie ihren
Kopf langsam senken und mit ihren bis zu einem Meter langen Hörnern hin
und her wiegen, zollen sie Respekt.
.Kaum ein Wildtier des Hochgebirges
hat in Sage, Aberglaube, Volksmedizin und Brauchtum über Jahrhunderte eine
so große Rolle gespielt wie der Alpensteinbock. Steinwild hat
ausgesprochen gute Sinne und ist ein ausgezeichneter Kletterer. Allein
dies war schon ein Grund für seine Bedrohung. Steinwild lässt seine Feinde
sehr nahe kommen, in der Gewissheit sich mit 2-3 Sprüngen sofort in
Sicherheit zu begeben. Dies führte bis 1820 fast zur Ausrottung. Durch
Aberglaube wurde das Steinwild ab 1622 in den Bergen vehement bejagt. Sein Blut, die Magensteine (Bezoare), die Hörner, Milz und Knochenmark
und nicht zuletzt das Herzkreuz (verhärteter Knorpel der Herzklappen) der
unverwundbar machte, führte dazu, dass bereits Mitte des 16. Jahrhunderts die
Jagd auf Steinwild unter körperliche Strafe gestellt wurde. Das überleben
verdankt das Steinwild Viktor Emanuel, König von Italien, der das letzte
Steinwild am Gran Paradiso unter Schutz stellte und sich das alleinige
Jagdrecht erkaufte.
Aus diesem Bestand wurden allmählich immer mehr Tiere ausgesiedelt, sodass der
Bestand heute als nicht mehr gefährdet angesehen wird. Nach mühevoller Arbeit der Jäger und Naturfreunde wurde der Steinbock wieder in Südtirol mit Erfolg eingesetzt. |
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AUSSEHEN: Der Steinbock
ist ein kraftvolles Tier, das eine Schulterhöhe von 1 m und ein Gewicht
bis 100 kg erreichen kann,
bei der Gais etwa
die Hälfte. Seine
mächtigen Hörner können bis zu 1 m lang und bis zu 15 kg schwer sein.
Beide Geschlechter tragen auf starken Stirnzapfen ihre Gehörne.
Die Geißen sind kleiner
als die Böcke und haben nur ca. 30 cm lange Hörner. Das vier Wochen alte Junge ("Kitz") bildet bereits
Hornzapfen aus. Nach 2 Monaten sind sie bereits ca. 3 cm lang. Bei Böcken
werden sie bis zu 1 m lang, bei Geisen bis ca. 30 cm. Der
Querschnitt des Bockhorns ist dreieckig, der der Geis meist oval. Steinböcke werden ca. 15
bis 18 Jahre alt, das Alter kann an den Schmuckwülsten am Horn ermittelt
werden; es werden in der Regel zwei solche Wülste pro Jahr gebildet. Nach
dem zehnten Jahr nimmt das Wachstum der Hörner stark ab.
Der Körper des Steinbocks ist gedrungen. Das Fell
("Decke") ist im Sommer braungrau bis rötlichgrau, im
Winter gelblich-braungrau mit weißlicher Unterwolle. Daher wird der
Steinbock auch mancherorts als "Fahlwild" bezeichnet. Die tiefgespaltenen
Hufe der stämmigen Beine mit den gummiartigen Zehenballen und scharfen
Schalenrändern verleihen den Tieren eine außerordentliche
Kletterfähigkeit. VERHALTEN: Eine Steinbockherde setzt sich aus zehn bis zwanzig Weibchen und Jungtieren zusammen. Daneben gibt es die weniger stabilen Junggesellenherden noch nicht ganz ausgewachsener Böcke sowie einzeln lebende alte Böcke. Das Steinwild bildet Rudel von verschiedener Stärke, zu denen sich die alten Böcke jedoch nur während der Paarungszeit gesellen. Wie die Gemsen weiden auch die Steinböcke des Nachts in den höchsten Wäldern, im Sommer jedoch niemals weiter als eine Viertelstunde unter der Spitze einer freien Höhe. Mit Sonnenaufgang beginnen sie weidend aufwärts zu klettern und lagern sich endlich an den wärmsten und höchsten, nach Osten oder Süden gelegenen Plätzen. Bei ihren Weidegängen halten sie nicht nur ihre Wechselein, sondern lagern auch regelmäßig an bestimmten Stellen, am liebsten auf Felsvorsprüngen, die ihnen den Rücken decken und freie Umschau gewähren. Steinböcke sind Gebirgsspezialisten und begeben sich nur ausnahmsweise in den Waldbereich. Bei der Wanderung von den höhergelegenen Sommer- in die Wintereinstände legen insbesondere die Böcke meist längere Strecken zurück. Jede Bewegung des Steinwildes ist rasch, kräftig und dabei doch leicht. Der Steinbock läuft schnell und anhaltend, klettert mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit und zieht mit geradezu unverständlicher Sicherheit und Schnelligkeit an Felswänden hin, wo nur er Fuß fassen kann. |
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Foto Steinbock von Armin Strickner Skizze Geweih: Aus CD "Jägerschulde" Landesbetrieb für Forst und Domänenverwaltung Bozen |
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Eine Unebenheit der Wand, die
das menschliche Auge selbst in der Nähe kaum wahrnimmt, genügt ihm,
sicheren Halt zu finden; eine Felsspalte, ein kleines Loch usw. werden für
ihn zu Stufen wie bei einer Treppe. Nach Art der Ziegen gefällt er sich in
der Jugend in neckischen und selbst im Alter in mutwilligen Streichen,
tritt aber immer selbstbewusst auf und bekundet erforderlicher weise hohen
Mut, Rauf- und Kampflust, welche ihm keineswegs schlecht ansteht.
Gefährlichen Tieren weicht er aus, schwächere behandelt er übermütig oder
beachtet sie kaum. Mit den Gemsen will er nichts zu tun haben und
hält sich, unbedrängt, fern von ihnen; Hausziegen dagegen sucht er gelegentlich
auf und paart sich auch freiwillig mit ihnen.
BRUNFT: Ab dem dritten
Lebensjahr sind die Steinböcke geschlechtsreif, Geißen in der Regel mit
zweieinhalb Jahren. Ein faszinierendes
Schauspiel - die Steinbock- die im November beginnt und und bis in
den Januar hinein reicht Erwachsene, vollfeiste Böcke
besitzen einen Fettanteil von etwa 35 Kilogramm. Diese Reserve benötigen
sie während der in die kälteste Jahreszeit fallenden Brunft: In dieser
Zeit steht das Fahlwild in gemischten Rudeln, die meist aus einem
älteren Bock, jüngeren Böcken, Geißen und Jungtieren bestehen.
Die alten Böcke befinden sich dabei in verschiedenen Gruppen. Diese
ranghohen Stücke signalisieren mit umgeklapptem Wedel, dessen weiße
Unterseite weithin leuchtet, ihre Brunftbereitschaft. Außerdem liegt bei umgeklapptem Wedel
ein Drüsenfeld frei, das starke Duftsignale aussendet.
Der dominante Bock umwirbt die Geiß mit der charakteristischen
„Streckhaltung”, die an die Körperhaltung erinnert, die der Bock zum
Beispiel auch beim Unterkriechen eines Zaunes einnehmen würde. Die
langen Hörner liegen dabei auf dem Rücken auf. Zusätzlich klappt
der Bock die Oberlippe hoch und „flippert” mit dem Lecker.
Gelegentlich rotiert dabei der im Verhältnis
zum Körper kleine Kopf, und der Vorderlauf pendelt zögernd in
Richtung Geiß.
Die Geißen weichen anfangs den sich nähernden Böcken aus. Während
der beiden Tage des Eisprungs dulden die Geißen schließlich das
Unterschreiten der Intimdistanz durch den Bock. Die Geißen schwenken kurz
vor der Kopulation mit dem Wedel und animieren so zum Aufreiten.
Nach der nur wenige Sekunden dauernden Begattung begleitet der dominante
Bock die Geiß noch einige Zeit, um danach wieder mit den anderen Böcken an
der Gemeinschaftsbrunft teilzunehmen.
Die Ernährung Die Steinböcke sind genügsame Wiederkäuer und hinsichtlich ihrer Nahrung weniger Anspruchsvoll gegenüber Gämsen oder Rehe. Sie ernähren sich hauptsächlich aus Kräutern, Knospen, Latschen und Weichhölzern. Im Winter auch aus Flechten, saftigen Baumrinden, Moosen und hervor gescharrte Flechten oder Gräser. In der kalten Jahreszeit sind Steinböcke den ganzen Tag auf Futtersuche und geschäftigen sich mit scharren und bevorzugen sonnige Felsvorsprünge die ihnen freien Umschau gewähren. STIMME: Die Stimme des Steinbocks ähnelt dem Pfeifen der Gemse, ist aber gedehnter. Erschreckt, läßt er ein kurzes Niesen, erzürnt, ein geräuschvolles Blasen durch die Nasenlöcher vernehmen; in der Jugend meckert er. Jagd:
Nicht
nur die Berg-, sondern auch die meisten "Flachlandjäger" sind an Gams- und
Steinwild überaus interessiert, da es wohl der Traum eines jeden
Weidmannes ist, zumindest einmal diesem Gebirgswild nachzustellen. |
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Alle Fotos von PETER SCHILD |
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