BERICHT 04: Fuchsjagd am Freitag, den 13. 

Mit großem Interesse und auch ein wenig Neid lese ich immer die aufregenden Erzählungen von Fuchsjagden, durch Ansitz in mondbeleuchteten Winternächten, welche in österreichischen Jagdzeitschriften abgedruckt werden.

Das Rundschreiben, welches hierzulande jährlich die Fuchsjagd im Jänner regelt, habe ich die letzten Jahre aber eigentlich nie recht ernst genommen, da ich zu Jahresende immer all meine Waffen einer ordentlichen Reinigung unterziehe, damit sie bis Mai gut gesäubert und geölt im Schrank überwintern. Anders aber dieses Jahr, das Rundschreiben teilte mit, dass ab 4. Jänner bis hin zum 31. wieder der Fuchs sowie das Schwarzwild bejagt werden konnte. Es ging mir weniger ums Schwarzwild, welches 2011 sowieso unseren Bezirk gemieden hat, aber der ansteigende Fuchsbestand ließ in mir Hoffnung aufkommen, im Jänner doch noch einen Meister Reineke erlegen zu können.

Also, dick angezogen, mit Daune und Pelz, bezog ich hinter einer Scheune Stellung, von welcher aus ich 360° rundum Ausblick auf Felder und Wiesen hatte, in welchen ich in den letzten Jahren einige Dutzend Füchse, während der regulären Jagdzeit, erlegen konnte. Wahrscheinlich ein nicht weit entfernter Bauernhof, auf welchem zahlreiche Schweine gehalten werden, zieht dort immer wieder Füchse, auch aus weiterer Entfernung, an.

Der Mond, welcher diese Nacht voll war, stand bereits am Himmel, und leuchtete mit voller Kraft und bezauberte die atemberaubende Winterlandschaft. Die Schusszeit, welche um 17:46 Uhr endete, rückte immer näher, trotzdem war weit und breit kein Fuchs zu sehen. Der Mondschein hingegen bewirkte bei einschreitender Dunkelheit immer mehr Leuchtkraft, sodass die Felder beleuchtet waren, als stünden sie im Scheinwerferlicht. Die Schusszeit war mittlerweile verstrichen, aber da die Sicht durch den Vollmond weiterhin gegeben war, beschloss ich, doch noch ein wenig zu bleiben. Und plötzlich tauchte oben, am Waldesrand, auf weißem Hintergrund, ein schwarzer Strich auf, welcher über die Wiese schnürte. Da war er, der ersehnte Reineke. Ich konnte den Fuchs sehr gut erkennen, aber da die Uhr bereits 18:05 Uhr anzeigte, war an einen Schuss nicht mehr zu denken. Ich beobachtete den Fuchs, wie er über die Wiese zog, und plötzlich sah ich weiter entfernt noch zwei andere Füchse, welche zusammen auf der Wiese tummelten. Der Anblick war herrlich, und ich vertiefte mich derart in mein Fernglas, dass ich gar nicht bemerkte, dass die Uhr mittlerweile nach 19:00 Uhr anzeigte. Nun begab ich mich langsam durch den tiefen Schnee zurück zum Auto, ich dachte die Füchse würden mich im Freien auf weißem Hintergrund sicher bemerken und flüchten. Am Auto angekommen, schaute ich nochmals durchs Fernglas, und ich sah alle drei Füchse noch auf den Wiesen. Wunderbar!

Am 13. Jänner, abends, begab ich mich wieder zu dieser Scheune, und mit Zuversicht wartete ich auf das Eintreten der Dunkelheit. Plötzlich konnte ich einen schwarzen Strich bemerken, welcher vom Waldesrand kommend über die Wiese zog. Die Lichtverhältnisse waren schlechter als einige Tage zuvor, vom Mond keine Spur! Ein Blick auf die Uhr bestätigte noch Schusszeit, und nachdem ich mit dem Rucksack auf dem Schnee die Waffe eingerichtet und die Entfernung gemessen hatte, konnte ich im beleuchteten Absehen meines Schmidt & Bender den Fuchs klar erkennen. Ein kurzer Pfiff erwirkte das Verhoffen des Fuchses, und das Geschoss bannte Meister Reineke nach 245 Flugmetern an Ort und Stelle, klar konnte ich einen schwarzen regungslosen Fleck im Schnee durch das Zielfernrohr erkennen. Als ich nach dem Schuss noch mit dem Fernglas eine „Ehrenrunde“ über die Felder schwenkte, konnte ich meinen Augen nicht glauben, einige Hundert Meter weiter links waren zwei weitere Füchse mitten auf der Wiese, welche sich durch den lauten Schuss anscheinend nicht gestört fühlten. Ich begab mich also wieder in Schussposition, aber das Gelände verdeckte mir vom Boden aus die Sicht zu den Beiden. Ich versuchte noch, etwas bergwärts eine Auflage zu finden, aber Dunkelheit und verstrichene Schusszeit haben mich dann doch von einem zweiten Schuss abgehalten, weshalb ich mich zum bereits erlegten Stück begab. Ein prächtiger Fuchs lag vor mir im Tiefschnee, mit dichtem, herrlichen Winterpelz. Welch ein Erlebnis, und das an einem „Freitag den 13.“!

 

 

                                                                                   Bericht und Fotos: Fabian Ferrari – Jagdrevier Innichen

 

 

 

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