BERICHT 94: Jagd beim Luderplatz

Ich war von einem Bekannten zum Februarmond eingeladen, bei ihm im Revier am Luderplatz auf Füchse anzusitzen. Bereits ein Monat zuvor folgte ich seiner Einladung.
Damals saßen wir ca. fünf Stunden am Luderplatz. Obwohl das Luder täglich von Füchsen abgeräumt wurde, konnten wir jedoch keinen Erfolg verbuchen und kehrten ohne Beute in die Jagdstube zurück.
Diesmal wäre geplant gewesen, den Hochstand beim Luderplatz gegen 20:00 Uhr zu beziehen, da mein Kollege die Füchse erst später vermutete.
Da ich jedoch schon zeitig bei ihm eingetroffen war und wir bereits einige Zeit in der Jagdstube geplaudert hatten,  beschlossen wir, den Hochstand bereits etwas früher als geplant zu beziehen.
Bereits um 19:10 Uhr war ich bei dem Hochstand eingelangt. Ich richtete mich auf dem Hochstand ein, legte meine Bockbüchsflinte bereits aus dem Fenster in Richtung dem Luderplatz und lehnte mich, auf einen längeren Ansitz gerichtet, gemütlich zur Seite.
Die Schneedecke war nur noch stellenweise geschlossen. Leider war es etwas bewölkt, worum das Mondlicht die vor mir liegende Freifläche nicht wie gewohnt taghell ausleuchtete.
Das Licht reichte jedoch, um mit freiem Auge bis auf ca. 80 Schritt ausreichend sehen zu können. Um 19:44 Uhr – ich traute meinen Augen nicht, schnürte auf ca. 70 Schritt ein Fuchs von rechts kommend über die schneelose Fläche. Nun hieß es besonders vorsichtig zu sein. Der Fuchs blieb immer wieder kurz stehen, bewegte sich dann aber immer wieder zielstrebig genau in Richtung Luderplatz. Alles ging relativ rasch. Als der Fuchs seine Bewegung wieder einmal fortsetzte, schob ich meinen Oberkörper etwas nach vorne in Richtung meinem Schaft. Vorsichtig umgriff ich meine Bockbüchsflinte und blickte durch das Zielfernrohr. Nachdem die BBF bereits genau in Richtung Luderplatz abgelegt war, hatte ich den Fuchs sofort im Blickfeld. Der Fuchs drehte sich von mir weg und schnürte den Hang nach oben. Ich drehte den Leuchtpunkt ganz leicht auf und ließ den Leuchtpunkt auf dem schwarzen Fleck ruhen. Als sich der dunkle Fleck wieder in einen länglichen Körper verwandelte, da sich der Fuchs wieder in Richtung Luderplatz abdrehte, ließ ich meine .243 fliegen. Der Schuss durchbrach die Stille und bannte den Fuchs 20m vor dem Luderplatz an seinen Platz.
Nachdem ich einige Minuten in Anschlag blieb, kontaktierte ich meinen Kollegen um ihm von meinem Weidmannsheil zu berichten. Dieser konnte es gar nicht fassen, dass ich bereits so zeitig zu Schuss gekommen war und freute sich irrsinnig über mein Weidmannsheil.

Ich machte mich auf den Weg zum erlegten Fuchs und konnte am Anschuss einen braven Fuchsrüden vorfinden.
In der Jagdstube meines Kollegen angekommen, musste ich die kurze Geschichte noch einmal erzählen, bevor wir einen Umtrunk starteten und den Abend gemütlichen ausklingen ließen.
 

Weidmannsheil!

 

 

                                                                                           Bericht und Fotos: Mauel Blöchl, Oberösterreich

 

 

 

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