Am
dritten Jagdtag war es nichts mehr mit
schlafen bis um 06.00 Uhr, bereits um
05.00 Uhr wurden wir aus den Federn
gerufen.
Nach
einer heissen Tasse Kaffee und einer
Schnitte Brot war ich aber hellwach.
Mit
hoffnungsvollem Gefühl fuhr ich dann zum
geerbten Ansitzposten, der Jagdkollege
der die ersten zwei Tage hier auf der
Lauer gelegen hatte, konnte ausser dem
Kalb kein Rotwild mehr erlegen, hatte er
sein Waidmannsheil mit einem Stier und
einem Kahlwild.
War
über Nacht Rotwild eingewechselt, hatte
ich nun die Chance.
Um
06.15 versuchte ich mit dem Glas in der
Dunkelheit die noch herrschte etwas zu
erkennen, musste aber einsehen das dies
zwecklos war.
Im
ersten Jahr als ich hier sass und auf
das morgengrauen wartete pochte mir mein
Puls fast durch den Hals, so aufgeregt
war ich damals.
Endlich
wurde es jetzt immer Heller, die
bizarren Gestalten wurden zu Büschen
oder Steinen.
Bis um
09.00 tat sich nichts vor mir, jedoch
meldete sich mein Magen, so wurde also
der Rucksack geplündert.
Als ich
den Rest wieder verstauen wollte, sah
ich unten am Bach einen roten Fleck. Mit
dem Glas konnte ich ein Kahlwild
erkennen. Schnell bettete ich mir mit
dem Rucksack eine Auflage, das Kahlwild
zog nun den Hang hinauf.
Als ich
jetzt durchs ZF schaute wurde
ich
dermassen von der tiefstehenden Sonne
geblendet, dass ich nicht zielen konnte.
Ich
hatte nichts zur Hand mit dem ich mir
das ZF in den Schatten bringen konnte.
Zeit zum Überlegen blieb keine, so stand
ich auf um mit dem ZF unter das Dach in
den Schatten zu kommen. Das Kahlwild
stand breit als ich mit dem Fadenkreuz
drauf war, nur nicht verziehen schon
brach der Schuss. Durch die Rauchwolke
in der tiefstehenden Sonne konnte ich
gar nichts mehr sehen, als diese
verflogen war hatte ich auch kein
Anblick mehr. War das Geschoss daneben
gegangen? Nochmals ging ich die
Situation durch, als der Schuss
ausgelöst wurde, war ich auf dem Wild.
Nach
einer zermürbenden halben Stunde suchte
ich die Anschuss Stelle nach
Pirschzeichen ab. Ausser der
Fluchtrichtung hinunter zum Bach fand
ich
keinerlei Spuren, weder Schweiss noch
Schnitthaare.
Nach
einer weiteren Suche und einer
Rücksprache mit dem Wildhüter brach ich
die Suche ab.
Am
frühen Nachmittag entschlossen wir uns
das Gebiet mit meinen Jagdkollegen
durchzutreiben, zu Zweit besetzten wir
die üblichen Wildwechsel. Der Rest
schickte sich an den Erlenwald zu
bezwingen. Nichts bewegte sich und
ausser den Treibern vernahm ich auch
nichts.
Ich
hatte mein Handy im Auto liegen
gelassen, so hatte ich keine Verbindung
mit den Kollegen.
Einmal
hörte ich ein Juchzer, dachte aber auch
so kann man Wild aufscheuchen, kurze
Zeit Später kam Uli ob mir aus dem
Lärchenwald. Meine Hoffnung schwand. Der
Trieb war zu ende.
Als er
bei mir war, wünschte er mir
Waidmannsheil,
ich verstand die Welt nicht mehr. Warum
er mir Waidmannsheil
wünsche, ich hatte ja gar nicht
geschossen. Niemand habe geschossen,
aber gefunden meinte er zu mir.
Langsam
dämmerte es mir, der Juchzer vorhin,
galt als Freudenlaut. Keine 100 Meter
von uns weg hatte ein Kollege das Stück
Kahlwild gefunden.
Die
Kugel hatte das Stück Weich
durchschlagen. Sicher war dass kranke
Stück auch weiter in den Erlenwald
geflüchtet und erst nachher ans Wasser
zurück gekehrt, wo es dann im Wundbett
verendete.
Nach
der Büro-, und Rotarbeit die ich mit
erleichtertem Herzen erledigte, begann
die Bergung aus dem Erlendickicht, am
Rande des Baches zogen wir dann das
Stück zu Dritt, immer wieder die Seite
wechselnd, da manche Stellen
unpassierbar waren bis wenige Meter
unterhalb der Jagdhütte. Fast 2 Std
Bergungsarbeit macht einen höllischen
Durst, mit einem oder zwei Bier wurde
auf die gemeinsame Beute angestossen.
Waidmannsdank meinen Jagdkollegen.
Bericht und Fotos:
Kari Schmid |