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Als
Gamspirschführer hat man es nicht
immer leicht. Die Zeit die man sich
dafür nimmt, erstmal passendes Wild
ausfindig zu machen, um dann den
Jäger hoffentlich zum Abschuss zu
führen. Wenn alles passt ist
natürlich der Jäger der die
Lordbeehren der Weidmänner erntet.
Wird aber ein Fehlabschuss getätigt
wird der Zeigefinger aber sofort auf
den Begleiter gerichtet. Trotzdem
ist die Gamsjagd aber immer wieder
eine spannende und schöne Zeit auch
für uns Gamsbegleiter. Unterhaltsam
wird es natürlich wenn man
Jagdkollegen wie den „Lentsch
Walter“ begleitet. Wer den Lentsch
kennt weiß das wir von einem äußerst
begeisterten Jäger sprechen mit
einer ausnahmst lustigen Lebensart.
Egal wie viel Jägerlatein er
schätzt, man kann ihm einfach nicht
böse sein, auch wenn es ab und zu
schon mal so streng wird das ich
Baldrian zu mir nehmen musste.
Nichts desto trotz hat er sich für
die Gamsjagd wieder einmal an mich
gewannt und wir versuchten bereits
des öfteren einen passenden Abschuss
zu finden. Dann war es so weit. In
den „Plotten“ stand ein Rudel
Gämsen. Mit dabei zwei
Jahrlingsgämsen und auch eine
passende Geiß. Am Abend sollte es
eigentlich passen aber der
Meisterschütze hatte wohl einen
schlechten Tag. Beschossen wurde ein
schwacher Geißjahrling welcher nach
dem Schuss , meines Erachtens
kerngesund, mit den Übrigen Gämsen
absprang. Sicherheitshalber suchten
wir aber den Anschuss gründlich ab
und am nächsten Tag auch nochmals
mit Schweißhund. Nix!! Der einzige
Schweiß den wir antrafen war der vom
Lentsch. Er rutschte nämlich im
steilen Gelände aus und kam zu
Sturz. Zum Glück nur
Schürfverletzungen. Den Rest hat
seine Waffe (OttO) abgekriegt.
Ziehloptik zerschlagen, Schaft
zerkratzt, Jäger verletzt das war
das Ende vom Schützenfest. Lentsch,
der sich den Fehlschuss nicht
erklären konnte lief nun von einem
Schießstand zu anderen um die Waffe
wieder in fahrt zu bringen. Aber
meistens liegt es ja nicht an der
Waffe... :-) Jedenfalls hatte der
Jäger ein paar schlaflose Nächte
und auch den Begleiter litt mit. Als
ich Tage nachher mit dem Herbert dem
Rotwild nachstellte, konnte ich das
Gamsrudel wieder ausfindig machen
und verabredete mich prompt mit dem
Walter. Der Jungjäger Herbert wollte
sich das Spektakel ansehen und
begleitete uns. Wir bestiegen die
Kanzel und ich konnte bereits eine
Gämse sehen , welche es sich auf
einem Stock gemütlich gemacht hatte.
Irgendetwas musste sie wohl bemerkt
haben denn sie wurde hoch als der
Letzte von uns in die Kanzel stieg.
Zu unser Überraschung ein
Jahrlingsbock. Eine halbe Stunde
stand er nun an der Salzung und
genau eine halbe |
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Stunde redete
ich auf den Lentsch ein sich doch endlich
für den Schuss fertig zu machen. Doch der
dachte nicht daran. Zu stark, zu schwer, zu
dünn, zu dick,zu weit......jede Ausrede viel
dem Jäger ein und der Begleiter war am
verzweifeln. Dann passierte auch noch dass,
von dem ich den Lentsch gewarnt hatte. Unser
Jahrling sprang ab. So jetzt war unsere
Beute erst mal verschwunden und es war
bereits 20 Uhr. Irgendwo konnte ich den
Jäger, welcher immer noch in der Hoffnung
war das bereits beschossene Stück vor die
Buchse zu bekommen verstehen. Trotzdem war
ich etwas sprachlos. Schließlich stand ein
passendes Stück vor uns, in einem Revier das
mit Staudenwuchs leider nicht so
übersichtlich ist wie ein Revier im
Oberholz. Hier kann die erste Chance oft die
einzige sein und alles weitere ist mit sehr
vielen Reviergängen und Aufwand verbunden.
Kopfschüttelnd glaste ich erneut die
Lichtung ab und da stand doch wirklich im
letzten Licht wieder eine Gämse. Deutlich
schwächer in Wildbrett und Krucke. Ein Blick
durch den Auszieher und ich traute meinen
Augen nicht. Da stand doch wirklich der Tage
zuvor beschossene Geißjahrling. „So an culo
hosch lai du Lentsch“ sagte ich lachend zu
Walter welcher übers ganze Gesicht strahlte
vor Freude. Jetzt hieß es aber erstmal eine
ordentliche Auflage richten. Mir ging es wie
immer viel zu langsam . Erst Brett rauf,
dann wieder runter., dann Sandsack nach
vorne dann wieder nach hinten...endlich
passte die Auflage und ich verblieb mit den
Worten:“bitte keine Gefangenen machen“! Kurz
darauf riss die Kugel der 8mal 57 den
Jahrling zu Boden. Ich ließ Walter und
Herbert auf der Kanzel zurück da es bereits
dunkel wurde und stieg so schnell wie
möglich auf um das Wild zu bergen.
Sorgfältig brach ich das erlegte Stück unter
den Augen beider dann auch noch auf und
überrreichte dem Lentsch den Erlegerbruch.
Bis spät in die Nacht wurde der Gamsabschuss
gefeiert und immer wieder auf dem Jagdhorn
verblasen.
Dem Lentsch (Scharfschütze)auf
diesem Wege nochmals ein kräftiges und
aufrichtiges Weidmannsheil von deinem
(Spezialbegleiter) :-)
Erleger:
Walter Lentsch
Bericht und Fotos: Christian Lindner,
Pirschführer
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