BERICHT 50: Jährlingsjagd im Pfossental
Als ich vom Südtiroler Jagdportal Betreiber Walter das Okay, für den Jährlingsabschuss im Pfossental im Juni erhielt,  war die Vorfreude sehr gross.
Versuchte ich doch schon vor 2 Jahren meinen im Jahr 2008/09 gewonnen Jährlingsabschuss beim Jagdportal zu erlegen.
Nach dem harten und schneereichen Winter hatten viele Gamskitze den Winter nicht überlebt, somit hatten wir auch damals wenige Jährlinge im Anblick.
Auf eine vernünftige Schussdistanz konnten wir uns ebenfalls nicht an die Gamsrudel anpirschen, somit musste ich als Schneider in die Schweiz zurück reisen.
Was mir aber wenig ausmachte, wusste ich ja dass ich nochmals ins wunderschöne Pfossental Jagen gehen durfte.
Im Juni waren wir noch zu Dritt, Josi und Toni meine Jagdkollegen wollten mich begleiten, Josi musste aber nach einer Knieoperation verzichten.
Somit starteten Toni und ich am 13.08.11 über den Simplon, via Mailand - Verona ins Schnalstal in den Ort Unsere Frau. Da wir nirgends in Staus stecken blieben erreichten wir unser Ziel wie geplant.
Wie mit dem Wildhüter Santer Moritz abgemacht meldete ich mich bei der Ankunft vor 22.00 Uhr noch bei Ihm. Er komme ebenfalls noch in den Schwarzen Adler.
Unser erstes Bier war noch nicht recht angefangen, gesellte sich erfreulicherweise Markus zu uns, bald darauf folgte Moritz mit seiner Frau So konnten wir uns noch  mit einem Bier und einem Teller Pasta a la Armin picannte über den Samstäglichen Jagdtag unterhalten.
Viel zu schnell verrann die Zeit, um 23.30 Uhr mussten wir uns von den Stühlen reissen, um 05.30 Uhr sollten wir ja wieder Fit auf dem Dorfplatz stehen.
Die Hotelzimmer waren alle belegt so schlugen wir unser Nachtquartier neben dem alten Sportplatz auf. Toni übernachtete freiwillig unter der Himmelsdecke, ich machte es mir auf der Matratze im Bus gemütlich, den Wecker stellte ich auf 04.45 Uhr.
Um diese Zeit weckte mich auch das Gebell des Fuchses, dass in meinem Handy als Weckruf gespeichert ist, natürlich vom Südtiroler Jagdportal herunter geladen.
Von dem hatte Toni in seinem Freilichtschlafzimmer nichts mitbekommen, also stellte ich den Wecker nochmals und legte das Handy in seiner Nähe ins taunasse Gras, kurze Zeit nachher fing der Fuchs von neuem an zu bellen, da das Handy immer lauter wurde meinte Toni dass der Fuchs immer Näher kommen würde. Ich hatte meinen Spass und Toni als Passionierter Fuchser mal eine anderen Wecker.
Was für einen Jagdtag in den Rucksack musste teilten wir uns auf, der Blaser R 93 war bereit, Patronen hatte ich ebenfalls genug mit, man weiss ja nie was der Tag bringt.
Moritz wartete bereits auf dem Dorfplatz, kurz nachher traf auch Markus ein.
Auf der Fahrt ins Pfossental wurde es immer heller, so konnten wir dass fantastische Tal im Morgenlicht geniessen.
Die Regengüsse vor einigen Tagen hatten recht viele Moorgänge bis in den Bach heruntergetragen, was das Tal noch wilder erscheinen liess.
Beim zweiten Hof wurde der Jeep von Markus abgestellt. Rucksäcke geschultert, den Blaser an die Schulter und los ging es.
Das erste Hindernis war schon gleich da, der Bach musste wenn möglich trocken überquert werden, Moritz steuerte einen Lärch an der noch samt Ästen über dem Bach lag. Ich liess Moritz auf die andere Seite und betrat nun meinerseits den Stamm, als ich bei der hälfte war merkte ich ein rütteln unter mir, Toni war mir, für mich zu schnell gefolgt, gut konnte ich mich an den hochragenden Ästen festhalten und erreichte so ebenfalls das rettende Ufer.
Strolchi der Terrier von Markus hatte die nasse Variante gewählt und kämpfte sich erfolgreich durch das reissende Wasser zu uns rüber.
Moritz schlug einen mir angenehmen Schritt an, in der morgendlichen Kühle war es angenehm den Wald aufzusteigen. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir den oberen Waldrand, gleich hatten wir Anblick von mehreren Gamsböcken, nach wenigen Schritten weiter sichteten wir auf der andern Seite des Grabens eine weitere Gruppe. Nach kurzem abglasen wurden auch Jährlinge bestätigt.
Bei klarem Himmel und gutem Wind wurden die Gams nun angepirscht, Moritz führte mich auch bis auf 180M an das Rudel, zu einem genaueren Ansprechen kamen wir jedoch nicht mehr. Hinter uns zog der Freund vom Hermann auf, binnen ein paar Sekunden versperrte der Gamshüter die Sicht zum Gamsrudel.
Nach ca. 15 Minuten verzog sich dieser wieder, das Gamsrudel hat er gleich mitgenommen.
Ich meinte zu Markus, dass es so ja wirklich zu einfach gewesen wäre. Wir wussten auch nicht welchen Weg das Rudel eingeschlagen hatte, um die Bergflanke rum oder Bergaufwärts.

Moritz hatte weiter Oben kurz unter den Berggipfeln weitere Jährlinge ausgemacht. In der Deckung des ausgespülten Grabens wurde die Distanz zu Ihnen immer geringer. Um die Jährlinge anzugehen, die wenige Meter unter dem Bergrücken ästen, mussten wir eine Bergflanke weiter hinauf um in Deckung zu bleiben. Moritz zog an, ich konnte seinem Schritt nicht mehr folgen, ein zweimal hielt ich inne bevor ich die Flanke hinauf zu Moritz stieg, er zeigte mit dem Daumen dass die Jährlinge noch da seien.

Moritz hatte bereits seinen Ruchsack auf dem Felskante gelegt, so liess ich den meinen unterhalb des Felsvorsprunges. Ich reichte Moritz den Blaser hoch um dann geräuschlos nachzuklettern. Gerne hätte ich noch ein paar Atemzüge gemacht um den Puls runter zu bringen, den Gefallen liessen die Gams aber nicht zu.  Eile war angesagt, Zwei der Jährlinge standen bereits im Hohlicht um auf die andere Seite zu wechseln, der Dritte war noch etwa 10 Meter Unterhalb, hatte aber die gleiche Richtung eingeschlagen. Ich hatte den Gamsjährling gleich im Zielfernrohr, dieser war aber immer in Bewegung, hin und her immer nach Oben ziehend, endlich verhoffte er und bot mir das linke Blatt an, den Knall des Weaterbys hat er wohl nicht mehr vernommen.
Beim herunterfallen kreuzte das Stück einen weiteren nach Oben Flüchtenden Jährling, Moritz sagte das ich hoch abgekommen sei. Inzwischen lag  die Jährlingsgais keine 50 M neben uns im andern Graben.
Moritz wünschte mir Waidmannsheil, Toni und Markus die einwenig von weiter Unten den Abschuss mitverfolgten wünschten ebenfalls Waidmannsheil.
Ich war Glücklich endlich meinen Gewinn eingelöst zu haben und dem Walter den erfolgreichen Abschuss melden zu können.
Der Terrier vom Markus war der erste beim erlegten Stück und wurde vom Herrn auch reichlich fürs finden gelobt.
Die Schussdistanz betrug nicht ganz 160 m ,der Schusswinkel 35 Grad  nach Oben.
Beim Stück angekommen wurde mir vom Moritz der Erlegerbruch überreicht, den zweiten Alpenrosenbüschel überreichte ich der Jährlingsgais als letzter Bissen.
Beim Aufbrechen zeigte uns der Moritz eine sehr interessante Variante die mir bis anhin unbekannt war.
Jetzt war es aber an der Zeit den Flachmann zu zücken, Toni war hierbei der Schnellste und schenkte uns einen Williamin aus, mit einem Waidmannsdank nahm ich gerne nochmals Ihr Waidmannsheil entgegen.
Markus und Moritz meinten das wir den Fotoplatz einwenig nach oben verlegen sollten, so dass die Bergwelt ebenfalls zur Geltung kommen konnte.
Auf einem grossen Felsen der aus dem Hang ragte war der ideale Platz auch bald einmal gefunden, nach den geschossenen Fotos wurde das Stück gewogen,
11 Kg ausgenommen brachte es auf die Waage. Anschliessend wurde die Jährlingsgais im Schatten des Felsens versogt und mit meiner Jacke abgedeckt.
Bis hinauf auf den Bergrücken fehlten wenige Meter, also hoch und endlich den Hohlmittag raus.
Von mir selber getrocknete Hamme, Trockenfleisch und Käse wurde aufgeschnitten, Toni hatte einen guten Johannis mit hochgetragen und zu unserm erstaunen hatte er auch Weissweingläser dabei.
Auf dieser Höhe, nach einer erfolgreichen Jagd schmeckt einem Speis und Trank noch viel besser.
Nach einem kurzen Erholungsschlaf wurde der Abstieg geplant, Toni wollte das Stück in seinem Rucksack Talwärts tragen und meinte dass er jetzt weniger Gewicht mit habe als beim Aufstieg.
Bevor wir den Bergbach überquerten machte ich noch einen wertvollen Fund, Tonis Lesebrille die ihm am morgen aus dem Rucksack gefallen war.
Der Bartgeier bot uns ebenfalls noch einen fantastischen Anblick, beim Gasthof angekommen wurde vom Toni und Moritz die Gams versogt und in den kühlen Keller gehängt. Bei solchem Postkarten Wetter waren ebenfalls viele Wanderer unterwegs und auf der Gartenterrasse, so wollte ich mit meiner Büchse nicht weiter auffallen und verstaute diese gleich in den Jeep.
Jetzt aber ein Bier, hatten wir es doch verdient. 5 Anis standen ebenfalls zum anstossen bereit.
Moritz verlangte die Leber von der jungen Gams, zusammen mit dem Koch verschwand er mit dieser in der Küche.
Um dann kurze Zeit später mit köstlich duftenden Bratpfannen, in der einen die geschnetzelten Innereien an herrlich schmeckender Sosse in der andern goldgelbe Bratkartoffeln, wieder zu erscheinen.
Mit einem guten Schluck Rotwein wurde die Mahlzeit genossen.
Nach dem versorgen des Stückes im Kühlraum von Schnals, hatte Toni den Vorschlag Markus und Moritz ebenfalls zum Z`Nachtessen im Schwarzen Adler einzuladen.
Wirt Armin empfahl uns Lammkoteletten, die lecker schmeckten.
Mit Speis und Trank lässt es sich leicht unterhalten, zwischendurch tauchte immer wieder Armin mit seinem Zungenbrechendem Dialekt auf und verbreitete so manchen Lacher.
Wir duften einen wirklich angenehmen Abend mit Moritz und Markus verbringen, wir hätten sicher noch einiges besprechen können, Moritz hatte jedoch am Morgen einen anderen Jagdgast und dem war es ebenfalls zu gönnen  einen fitten Gamsbegleiter dabei zu haben.
Mit einem herzlichen Waidmannsdank für das wohl einmalige Jagderlebnis im Pfossental von mir, verabschiedeten wir uns von ihm.
Wie es halt ist, das schöne verfliegt im Zuge, bald einmal war es weit über Mitternacht.
Gegen Mittag traten wir die Heimreise über den Ofenpass an. Mit einem Abstecher nach Livignio ereichten wir gegen 21.30 Uhr unser Daheim.
 
Einen riesigen Waidmannsdank an Walter Prader, ohne sein Jagdportal hätte ich diese Jagdmöglichkeit wohl nie erhalten.
Waidmannsdank dem  Santer Moritz mit dem ich drei wunderbare Jagdtage im Pfossental erleben durfte, dem Markus der ganz spontan zum guten gelingen beitrug, ein Teil der Fotos hat er geschossen.
Meinen Jagdkollegen Toni und Josi der seinen Bus zur Verfügung stellte, sowie Uli, der diesmal arbeitsbedingt nicht mit konnte.

                                                                                                                      Bericht und Fotos: Kari Schmid (CH) 

 

 

 

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