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Die
Brunft ist voll im Gange, der 1.
August endlich da. Schon am Vortag
geht es ab ins Revier, mit
Schlafsack und freiem Kopf- nur auf
die Jagerei eingestellt! Am frühen
Morgen bereit zum Pirschgang, alles
dabei, Handy aus? Kein Problem, hier
ist ja sowieso kein Empfang.
Gemütlich am Hochstand angekommen,
stehen auch schon Rehe in
unmittelbarer Entfernung. Alles
auspacken zum ordentlichen
Ansprechen, DAS HANDY LÄUTET!!!
Verflixt, warum gerade jetzt und
hier?? Sonst ist ja auch nie
Empfang!! Wer zum Teufel will an so
einem Tag in diesem Ort etwas von
meinem Leben???? Na ja, vielleicht
eine Schussmeldung von einem
Kameraden? Die noch nicht sauber
angesprochenen Rehe visieren mich
an, als ob sie sagen möchten: Heb
endlich ab oder schalt aus!!! Das
Herumkramen in meinen Taschen haben
sie nicht mehr recht geduldet und
sich vorerst Mal aus dem Staub
gemacht. Am Telefon die Ingrid aus
dem für mich heute sehr weit
entfernten Vinschgau!!! „…. Ja meine
Liebe, bin auf Bockjagd, kann heute
beim besten Willen keine Vinschger
Marillen zum Einkochen
brauchen!!... ja ja wir hören uns
später…..“ Ende der Vorstellung.
Aber auch die Bühne vor mir ist
leer. Warten, gemütlich
frühstücken.. warten, schauen…. Nix
ist mehr los. In der Zwischenzeit
hat sich auch unser RL Bernhard zu
mir gesellt. Also warten und schauen
wir halt zu zweit… Vielleicht kommen
ja noch die Gams, die wir in den
letzten Wochen hier schon einige
Male gesichtet haben. Schussmeldung
von einem Jagdkameraden: Bock tot.
Gegen 11.00 Uhr packen wir unsere
Sachen und beschließen am Abend
wieder hier her zu kommen. Gehen wir
Mal den Bock vom Luis anschauen…
Nach
dem Mittagessen – in der
Zwischenzeit habe ich schon wieder
Anrufe und SMS von der lieben Ingrid
auf meinem inzwischen lautlosen
Handy aufscheinen. Muss ja sehr
dringend sein mit diesen
Marillen…!!- beschließen wir auf
die Gams zu gehen. Anderer
Hochstand, weit entfernt von der
morgendlichen Ansitzstelle. Leicht
dösend in der warmen Sonne lehnen
wir uns abwechselnd am Geländer und
glasen die Umgebung ab. Siehe da,
etwas Rotes. Bock treibt eine Geis.
Im Zick Zack Verfahren geht alles
sehr schnell. Das muss der
unheimliche, verteufelte Bock sein,
der in der letzten Zeit alles
weibliche Rehwild auf dem Fennberg
„geschändet“ hat, den noch keiner
richtig in Anblick hatte, der sehr
interessant sein muss, der eine
komische Trophäe auf hat, ….. so die
Beschreibungen von den Kameraden
letzthin… Also herrichten und
Schuss, sobald er auch nur 1 Sekunde
ruhig steht. Gesagt, getan. Ich ließ
meine 270 WSM fliegen. Der Bock
zeichnete, die Geis schaut mich
fragend an… Und: DAS HANDY
VIBRIERT!!!! Wer mag das sein? Die
Ingrid. Egal. Die obligatorische
Zigarette, ein Marillenschnapsl aus
meinem Flachmann. |
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So warteten wir vorerst eine geraume
Weile bis wir zum Bock abstiegen. Es
scheint wirklich der „Unheimliche“
zu sein. Etwas älter auf den ersten
Blick, vielleicht auch gerade
deswegen sein sehr vorsichtiges
Getue in den letzten Wochen?
Ich verrichtete die rote Arbeit, der
RL holte in der Zwischenzeit seinen
Jeep und ab ging es zum nächst
gelegenen Hof, wo uns schon einige
Kameraden erwarteten. Nach
eingehender Begutachtung der
Anwesenden: ….. das ist ja eine sehr
interessante Trophäe, den haben
irgendwie alle schon lange und so
oft gesehen….!!! – so die
Kommentare. Mein Flachmann mit dem
Marillenschnapsl ging die Runde, das
Handy vibriert schon wieder in
meiner Tasche: Ingrid mit ihren
Marillen ist schon wieder !
dran.Meine eindeutige und klare
Botschaft, dass mich heute ganz
bestimmt keine Marillen
interessieren, - weil ich soeben den
Bock erlegt habe- ist angekommen, so
nehme ich an. Jedenfalls war dem
nicht so…. Die Beute versorgt und
zur Waage ins Kühle gebracht, ging
es erst Mal zum gemütlichen Teil
über, der verdächtig lange
angehalten hat. Gerade recht, dass
ich am darauffolgenden Vormittag die
berüchtigten Marillen in Empfang
nehmen konnte.
Waidmannsheil und Dank an meine
Kameraden des JR Margreid/
Fennberg!!
Bericht und Fotos: Margareht
Morandell, Revier Margreid
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