BERICHT 41: DER UNHEIMLICHE TEUFELSBOCK DER ZUM MARILLENBOCK WURDE!!

Die Brunft ist voll im Gange, der 1. August endlich da. Schon am Vortag geht es ab ins Revier, mit Schlafsack und freiem Kopf- nur  auf die Jagerei eingestellt! Am frühen Morgen bereit zum Pirschgang, alles dabei, Handy aus? Kein Problem, hier ist ja sowieso kein Empfang. Gemütlich am Hochstand angekommen, stehen auch schon Rehe in unmittelbarer Entfernung. Alles auspacken zum ordentlichen Ansprechen, DAS HANDY LÄUTET!!! Verflixt, warum gerade jetzt und hier?? Sonst ist ja auch nie Empfang!! Wer zum Teufel will an so einem Tag in diesem Ort etwas von meinem Leben???? Na ja, vielleicht eine Schussmeldung von einem Kameraden? Die noch nicht sauber angesprochenen Rehe visieren mich an, als ob sie sagen möchten: Heb endlich ab oder schalt aus!!! Das Herumkramen in meinen Taschen haben sie nicht mehr recht geduldet und sich vorerst Mal aus dem Staub gemacht. Am Telefon die Ingrid aus dem  für mich heute sehr weit entfernten Vinschgau!!! „…. Ja meine Liebe, bin auf Bockjagd, kann heute beim besten Willen keine Vinschger Marillen zum Einkochen brauchen!!...  ja ja wir hören uns später…..“ Ende der Vorstellung.  Aber auch die Bühne vor mir ist leer. Warten, gemütlich frühstücken.. warten, schauen…. Nix ist mehr los. In der Zwischenzeit hat sich auch unser RL Bernhard zu mir gesellt. Also warten und schauen wir halt zu zweit… Vielleicht kommen ja noch die Gams, die wir in den letzten Wochen hier schon einige Male gesichtet haben. Schussmeldung von einem Jagdkameraden: Bock tot. Gegen 11.00 Uhr packen wir unsere Sachen und beschließen am Abend wieder hier her zu kommen. Gehen wir Mal den Bock vom Luis anschauen…

Nach dem Mittagessen – in der Zwischenzeit habe ich schon wieder Anrufe und SMS von der lieben Ingrid auf meinem inzwischen lautlosen Handy aufscheinen. Muss ja sehr dringend sein mit diesen Marillen…!!-  beschließen wir auf die Gams zu gehen. Anderer Hochstand, weit entfernt von der morgendlichen  Ansitzstelle. Leicht dösend in der warmen Sonne lehnen wir uns abwechselnd am Geländer und glasen die Umgebung ab. Siehe da, etwas Rotes. Bock treibt eine Geis. Im Zick Zack Verfahren geht alles sehr schnell. Das muss der unheimliche, verteufelte Bock sein, der in der letzten Zeit alles weibliche Rehwild auf dem Fennberg „geschändet“ hat, den noch keiner richtig in Anblick hatte, der sehr interessant sein muss, der eine komische Trophäe auf hat, ….. so die Beschreibungen von den Kameraden  letzthin… Also herrichten und Schuss, sobald er auch nur 1 Sekunde ruhig steht. Gesagt, getan. Ich ließ meine 270 WSM fliegen. Der Bock zeichnete, die Geis schaut mich fragend an… Und:    DAS HANDY VIBRIERT!!!!  Wer mag das sein? Die Ingrid. Egal. Die obligatorische Zigarette, ein Marillenschnapsl aus meinem Flachmann.   

  So warteten wir vorerst eine geraume Weile bis wir zum Bock abstiegen. Es scheint wirklich der „Unheimliche“ zu sein. Etwas älter auf den ersten Blick, vielleicht auch gerade deswegen sein sehr vorsichtiges Getue in den letzten Wochen?  Ich verrichtete die rote Arbeit, der RL holte in der Zwischenzeit seinen Jeep und ab ging es zum nächst gelegenen  Hof, wo uns schon einige Kameraden erwarteten. Nach eingehender Begutachtung der Anwesenden: ….. das ist ja eine sehr interessante Trophäe, den haben irgendwie alle schon lange und so oft gesehen….!!! – so die Kommentare. Mein Flachmann mit dem Marillenschnapsl ging die Runde, das Handy vibriert schon wieder in meiner Tasche:   Ingrid mit ihren Marillen ist schon wieder ! dran.Meine eindeutige und klare Botschaft, dass mich heute ganz bestimmt keine Marillen interessieren, - weil ich soeben den Bock erlegt habe- ist angekommen, so nehme ich an. Jedenfalls war dem nicht so…. Die Beute versorgt und zur Waage ins Kühle gebracht, ging es erst Mal zum gemütlichen Teil über, der verdächtig lange angehalten hat. Gerade recht, dass ich am darauffolgenden Vormittag die berüchtigten Marillen in Empfang nehmen konnte.

 

Waidmannsheil und Dank an meine Kameraden des JR Margreid/ Fennberg!!

                                                                                        Bericht und Fotos: Margareht Morandell, Revier Margreid

 

 

 

 

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