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Wie
schon manch anderen Jäger hatte ich heuer
bereits die Ehre den Jungjäger Franzelin
Herbert unter meine Fittiche zu nehmen.
Nachdem wir am 1. Mai seine neue Waffe auf
unserem Schießstand eingeschossen hatten
begaben wir uns noch an diesem Abend auf
Ansitz. Schließlich hatte Herbert ja die
Letzten Monate bereits auf diesen Tag hin
geeifert. An einer Waldwiese wo wir die
Wochen vorher mehrmals einen Schwachen
C-Bock beobachten konnten bezogen wir noch
sehr früh den Sitz. Das Wetter aber war
nicht auf unserer Seite. Starker Wind und
dann auch noch Regen. Noch im hellen bäumten
wir ab und beschlossen am nächsten Tag unser
Glück zu versuchen. Von dem besagten Bock
fehlte aber nun bereits seit Tagen jegliche
Spur. Wir beschlossen ein anderes Revierteil
aufzusuchen und waren guter Dinge. Kurz
bevor wir aber das Revier erreichten spielte
uns die sonst so zuverlässige Panda einen
Scherz und spuckte Kühlerwasser aus. Was
nun?? Wir drehten den Wagen um und ließen
ihn nach Hause rollen um Ihn dort gegen den
tiefgelegten Opel vom Herbert einzutauschen.
Das wird eine Unterhaltung werden, scherzten
wir lachend beim Start. Das Lachen ist uns
an den ersten Löchern aber schnell wieder
vergangen. Wir wurden geschüttelt durch das
harte Fahrwerk und einmal knallte ich sogar
an das Dach mit dem Kopf. Zu unserer
Überraschung waren an der Stelle an der wir
es uns auf einem netten Hochsitz gemütlich
machen wollten auch noch
Schlägerungsarbeiten im Gange. Wir
entschieden uns eine Stunde dort anzusitzen
um dann noch im hellen wieder Richtung
Wiesen zu fahren um Letztere abzuglasen. Wir
waren noch gar nicht eingerichtet als ich an
einer Salzung eine Bewegung war nahm.
Tatsächlich stand da bereits ein Reh und ein
Blick in den Auszieher bestätigte uns einen
C-Bock. Die Aufregung stieg! Nur keine
Hektik und nichts falsch machen. Herbert
hatte sich bereits die Waffe zurecht gelegt
und ich schaffte noch eine Auflage für den
Unterarm. So jetzt müsste es passen.
Plötzlich schob sich ein weiteres Stück an
die Salzung und ich musste den Jäger
nochmals bitten sich in Geduld zu üben. Es
war ein Schmalreh welches sich nun aber sehr
ungünstig zwischen dem Schützen und dem so
ersehntem Abschuss gestellt hatte. Kurze
Zeit später stand der junge Bock wieder frei
und ich verblieb mit den Worten: „ bol
schian drauf bisch konnsch lai fliagn lossn“.
Nur Sekunden später brach der Schuss. Das
beschossene Stück hat gut gezeichnet und wir
waren nicht mehr zu halten. Langsam gings
nun zum ersten Anschuss von Herbert. Die
Aufregung stand Ihm ins Gesicht geschrieben.
Bereits beim angehen konnte ich das Stück
liegen sehen behielt es aber für mich. Es
kommt schließlich und leider ja nicht immer
vor das, das Wild am Anschuss liegt. Deshalb
nichts falsch machen, erstmal den Anschuss
aufsuchen nach Zeichen Absuchen und evt. ein
Bruchzeichen hinterlegen. So wurde es mir
als Jungjäger von den alten Füchsen
beigebracht und so werde ich es weitergeben.
Am Anschuss lag jede Menge heller Schweiß
mit kleinen Lungenteilchen. Auch das untere
Stück der Kammer (Herz) konnten wir finden
und Herbert war überrascht wie gut man einen
Schuss durch die Vorhandenen Zeichen und
Spuren zuordnen kann. Dann lies ich den
Jungjäger aber endlich der Schweißfährte
folgen welche Ihn direkt zum erlegten Stück
führte. Ich konnte es mir nicht verkneifen
den Herbert so richtig zu drücken und Ihm
ein aufrichtiges Weidmannsheil
auszusprechen. An Ort und Stelle haben wir
dann gemeinsam das Stück
aufgebrochen.......in
Zeitlupe.....schließlich soll er ja auch was
lernen unser Jungjäger :-).
Beim Obernwirt
hat uns dann der Herbert, Alias „Fux“ auf
ein Bierchen eingeladen und es wurde bis
spät in die Nacht gefachsimpelt.
Bei dieser
Gelegenheit möchte ich nochmals unserem
Jungjäger ein kräftiges Weidmannsheil von
uns allen aussprechen und Ihn für den
wirklich guten Schuß beglückwünschen. Bravo
Fux!
Waidmannsheil
Bericht und Fotos:
Christian
Lindner, Revier Montan |