| BERICHT 134: Brackenlaut im Bergwald |
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Ende August 2010 holten wir unsere Steirische Rauhaarbracke Conny von der Laugenalm beim Erich in Tisens ab. Nachdem ich seit 30 Jahren Jagdhunde der verschiedensten Schläge hatte entschied ich mich dieses Mal für die Steirische. Sie macht mir viel Freude.
Am 8. Dezember 2011 bei 15 cm Neuschnee haben wir auf der Schelabalm nach einem Schneehasen geschaut. Es handelt sich dort um schwieriges Gelände, haushohe Steinblöcke, dazwischen Schützengräben und alles vom Bergwald überwachsen.
Die Suche!
Plötzlich eine Spur im Schnee hin und zurück. Vorsicht, der Hase ist nicht mehr weit weg! Ich schnalle meine Steirische Rauhaarbracke Conny. Sofort durchstöbert sie jede Mulde, umrundet mit tiefer Nase Fichten und Steinblöcke, gibt ab und zu kurz Laut wenn ihr im Gestrüpp die Spur in der Nase juckt. Wir stehen voller Spannung im Wald und haben alle Sinne geschärft. So geht das eine halbe Stunde ohne Erfolg. „Der muss do irgendwo sann!“, sage ich zu Christian, meinem Begleiter. Jetzt nehme ich Conny an die Leine und umkreise die Mulde weitläufig. Vielleicht ist uns der Hase schon davongeschlichen. Tatsächlich finde ich auf halbem Wege die frische Fluchtspur. Sofort kommt Leben in die Bracke. Ich schnalle wieder und augenblicklich geht die Brackade los. Richtung Tal erklingt der Laut immer weiter, immer tiefer hinunter in den Graben. Christian stellt sich ein Stück talwärts auf. Ich bleibe wo ich geschnallt habe.
Christian ruft an
„Waidmannsheil“, wünscht er mir. „Longsom, soffl weit sammo non et“, antworte ich. Wir besprechen kurz das weitere Vorgehen bevor ich Conny auf der Schweißfährte ansetze. Hinter jedem Eck hoffe ich die Todsuche zu beenden und endlich unsere Beute zu erblicken, aber wir finden nur Fluchten mit seltenen Schweißspritzern. Nach 200 m erkenne ich die Aussichtslosigkeit. Jetzt schnalle ich Conny wieder. In wilder Eile verschwindet sie im Bergwald. Schon hört man das Lied der Bracke den Berghang hinauf klingen. Plötzlich wird der Klang schneller, überschlägt sich fast, jault wild auf und verstummt schlagartig. Das Echo ist verhallt. Jetzt ist es still im Hang. Man ahnt was es bedeutet: Christian kommt und wir queren den Hang um die Spur zu finden. Nun folgen wir der Zeichnung die Hase und Hund in den unberührten Schnee gesetzt haben. Immer steil nach oben. Plötzlich im Schnee ein Büschel weiße Wolle und Spuren die den Kampf erahnen lassen. „Do ot sie ihn dowuschn“, sagt Christian. „Sie isch nou jungk, ba do nekschtn Gileignhat weart se beissa zuigreifn!!!“. Ich schau gerade hinauf auf den Grat, der nur noch 50 m vor uns liegt. Da kommt uns Conny entgegen, den Schneehasen im Fang. Als sie vor uns ist legt sie ihn ab Ich könnte mir in dem Moment nichts Schöneres wünschen. Jetzt wird Conny ausgiebig gelobt und die Freude ist groß. Zu Christian sage ich: „Des isch mir liaba wia a guato Rehbock!“ „Se glab i“,sagt er.
Bericht und Fotos: Albert Tschurtschenthaler aus Sexten
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