BERICHT 122: Das Hochzeitsgeschenk

Von meinen Jagdkameraden habe ich alls Hochzeitsgeschenk den Abschuss einer Einsergais in der Eigenjagd "Patscheralpe" geschenkt bekommen. So versuchte ich mein Glück einige male, jedoch ohne Erfolg. Entweder war das Wetter zu schön oder zu nebelig, die Gämsen zu weit oben oder man sah sie nicht wegen Schneegestöber usw.Jedenfalls wollte es nicht klappen und mir rann die Zeit davon da ich weder  Urlaub noch Nachmittags Zeit hatte mein Glück zu versuchen.Es war der zweite November alls ich es noch einmal versuchen wollte.an meiner Seite Paul, der immer dabei war und dem ich auf diesem Wege ganz herzlich danken möchte und Helmut unser Begleiter.Wir waren schon vor dem morgengrauen in Patsch und nach einem Mehrstündigen Aufstieg hatten wir die Höhe erreicht die vielversprechend war und uns auf den heutigen Tag hoffen lies. Bald bekamen wir auch einige Gämsen in anblick, doch leider nur Böcke. Später erblickten wir erneut ein Rudel und dort schien eine nichtführende Gais dabei zu sein ( Gais Klasse 1 hatte ich schon abgehakt). Da wir nicht auf Schussdistanz näher kommen konnten stärkten wir uns erst einmal mit einem deftigen Mittagessen. Die Zeit verstrich und wir versuchten das Rudel zu umgehen, was uns auch gelang, jedoch zog das Rudel zwischenzeitlich hinter eine Geländekuppe die wir nicht einsehen konnten. Nun hies es abwarten,  in der Hoffnung das das Rudel zurückkehrt. Die Zeit verrann und nicht tat sich. Heute war meine letzte Chance. Nach einiger Zeit machte Paul den Vorschlag, das wir uns anpirschen sollten womit ich gleich einverstanden war. Unser Begleiter stellte uns jedoch sehr geringe Chancen in Aussicht, aber wir können es ruhig versuchen, er würde in der Zwischenzeit hier warten und schauen was sich tut. Schnell packten wir unsere Sachen und nahmen die geringe Entfernung in Angriff. Auf allen vieren krochen wir über die Kuppe, jedes Geräusch vermeidend kamen wir immer näher. Plötzlich waren wir in mitten des Rudels. An allen Seiten waren Gämsen, einige nur 10-20m entfernt. Wir trauten uns kaum zu atmen. Wir mussten nur noch zwei, drei Meter um zu einem Stein zu gelangen der uns ein wenig Deckung bieten würde. Zentimeter für Zentimeter schoben wir uns vorwärts, von einigen Jahrlingen kritisch beobachtet, erreichten wir langsam besagten Stein. Jetzt nur keinen Fehler machen! Paul legte seinen Hut auf den Stein, ich mein Gewehr darauf und nun hies es warten. Immer wieder tauchten in nächster nähe Gämsen auf, jedoch die gesuchte war nicht dabei. Wir konnten uns nicht rühren, die Glieder fingen an zu schmerzen, die Beine sind eingeschlafen und die Kälte kroch immer mehr in unsere Glieder. Es war fast nicht mehr zum aushalten als ganz langsam die Gesuchte Gamsgais hinter einer Kuppe hervorkam, jedoch gleich wieder verschwand. Nun wussten wir wenigstens wo sie war und ich richtet mich langsam her.Es dauerte noch eine gefühlte Ewigkeit bis sie wieder zum Vorschein kam. Ich wartete noch bis sie Blatt stand und krümmte dann meinen Finger. Das rauschen des Schusses hallte über das Patscher Tal und Gais rutschte langsam, von der Kugel tödlich getroffen , in eine Mulde wo sie hinter einem Stein zum liegen kam. Wer hätte das gedacht, das es doch noch gut ausgehen würde. Nach der roten arbeit, verstaute ich die Gamsgais im Rucksack. Schnell tranken wir noch einen Enzian, dann begann der zweistündige Abstieg. Bei finsterer Nacht kamen wir zum Auto und fuhren heimwärts, wo ich zu Hause angekommen am liebsten mit dem Rucksack ins Bett gegangen wäre, so müde war ich, jedoch war es ein wunderschöne Jagderlebnis an das ich mich immer gerne zurückerinnern werde!

Danke Kollegen für das wunderbare Hochzeitsgeschenk

Waidmannsheil

                                                                                                                               Bericht und Fotos: Peter Taferner

 

 

 

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