| BERICHT 100: Die misslungene Gams'n-Jogd |
Eine wahre
Begebenheit im
Jagdrevier Taisten.
Ietz will i bericht'n
van a jogdlicher Gschicht'n,
de wos sich zuegitrog'n holt
s' isch schun a zwa Jahrlan her bold
so lost lei her und i schwör,
sie isch va vor bis hint wohr,
wos sischt ba die Jagag'schicht'n eha selt'n,
de gelt'n holt amo für sea klanere Lug'nwelt'n!
und weil die G'schichte recht nett und int'ressant,
hon i sie ietz af a Blattl Papier verbannt.
Es wor in November, do kannt man beschließ'n
a Gamsl sich zi schieß'n,
so sog sich der Dokta, der Mudla, der Hons,
und i, des war grod a so a Chanche,
a bissl zi verbessern die agene Schussbilanz,
de wos ba ins zwa et lieg in Glorie und Glanz.
Der Friedl, der inso Revier! tuit leit'n,
der tat ins olle Bade begleit'n.
Die Gamsböcke tien a schun treib'n,
es werd net hoffentlich eppa morg'n gor schneib'n?
Akrat: jo, des Wetto tuit bock'n,
van Himml foll taus'nd Flock'n,
odo nou a pOOl' mehr
des gib für's Jagon wirklich nicht her,
wer'n mieß'n verzicht'n,
de Soche an ondosmol richt'n,
Geg'n Mittog obo, do tat sie's a bissl drahd'n,
's Wetto, in Hons und mi tat's völlig dolad'n,
der Friedl obo, des Urgestan van Stacha,
-dös kennt'n eh,- werd ollwa zacha,
er sog: "dös Lötto, des Wetto isch nie ginui letz,
daß'z et gebat a Jogg, a Procht und a Hetz.
So pock mo holt zomm und giehn mo's giehn un,
mit Rucksock und Bix und a Pulvo, Stivilett'n drun,
und giehn tuets Richtung Rudl aug'n;
jo, hot amo schaug'n!
Va do Ladstott, do stapfmo bold
in Richtung schmol'n Wold;
der Friedl, i und der Hons;
Vielleicht hob 'mo decht heint a Chanche,
die Gamsböck war'n wo schworz wie die Nocht
sem muis man sie seg'n, se war jo gilocht,
und Bix'n sein zwa und zwa bessare Schütz'n,
sischt mießat's sich's wo wöhr'n, malefitzn.
Ban Rond va den weit'n Grob'n,
sog a, der Friedl, wer mo schun an Ausblick hob'n:
sein sie hemied'n
ba die Piramid'n,
odo gor amend
ba den Klapfl ent?
Die Sicht isch ietz guit,
amo schaug'n, wos sich tuit.
Weit und breit ka krumps Krickl,
ka Gams, kann anzigis Stückl,
obo af amo, ietz fong de Soche un,
doschaug mo glott a so a Hirschkalbl un;
i leg mi schun niedo es isch mittlt weit
und übon Grobe af die ondere Seit
peitscht schun der Schuss und's Kolb grode niedo in die Tschupp'n,
man sig's nimma oschtamugg'n;
ietz kimp obo Bewegung ine in Grob'n:
A Hirschviech spring außa van Wold,
isch's wohl et's Kalbl va vorhin, holt, holt!
A Tier isch's, die Schütz'n, de scholt'n,
de lieg'n af do Front und tien Linie holt'n;
i druck schun in Schnella,
und wort afn Bölla,
doweil tuits an Tusch, an grob'n,
der Hons schießt foscht senkrecht og'n in Grob'n,
pams, des tuit's hob'n.
Des Wild, des flüchtit grod og'n übo Stan und Schutt,
und follt inangaling um, kaputt!
letz bold sich der Pulvorach votrog
Hot man sich "Waidmannsheil" g'sogg,
weil i hon des Kalbi, der Hons nuoar des Tier,
der Friedl fidel, .. mir breng de Viecho jo sischt et leicht für.
Es loss'n sich zwor die Gams et recht blick'n,
obo sowos muis a amol zerschtl erscht glück'n.
Es geaht oft recht g'spassig und unvohofft zui,
ba do Jog' und in Leb'nb, aupass'n Bui!
Weil's G'schichtl geaht weita, es isch nou net aus,
der Friedl suecht mit'n Pronoggl die Gams'n wie aus,
und ent übon Grob'n, der Hons hot's in Bild,
do steaht afn Totschjo schun wieder a Wild.
A Hirsch is , der wad't gonz allan ba do Wildboch-Sperre,
oma liebo Hirsch-Jaga Hons, habbidierre;
Dersellieg gimietlich und schaug mit'n Roahr,
und mocht kann Gineat au et nuoar,
und zählt sich die End'n und schaug und schaug,
und schätzt sich fein ou, ob a taug,
Jo, Hons, du, pass au,
der hot jo schun gor a wien schien und guit au!
Des Hirschl, des mocht a a friedlichis Bild,
und ietz wird der Friedl nuoar boxteiflwild,
und "muansch, der kimp uma, daß i'hn konnsch fong,
wos wortisch en, Hons sovl in Ewigkat long,
der Hirsch isch zi schieß'n,
sischt sosch'is in olle Ewigkat bieß'n!".
Der Hirsch zieg ietz weita und auwärts in Grob'n,
sovl schien tuat an ietz nimma grod hob'n;
der Hons, der lieg seel'nruhig hinto do Bix,
hot er sich entschloss'n ietz, malefix?
Der Friedl, der fohrt jo schun schier aus do Haut,
und wurat am liebst'n bo laut,
wie der Hirsch ietz in Wold ineziecht
und zwisch'n die T"schupp'n vokriecht.
Do kimp a klaans Brantl, sem muss a vorbei,
donouch, liebo Hons, isch die Chanche vorbei!
Pch! und es peitscht schun der Schuss übon Grob'n,
der Hirsch isch gitroffn, der Schütz isch zi lob'n,
es hot'n grode niedogiputzt,
die leschte Chanche hot a bravurös genutzt;
der Hons und ietz isch gor der Friedl zufried'n,
wie des Wild lieg in Grob'n hernied'n.
Waidmannsglück losst sich a provozier'n,
des tuit inser Dokta heint woll wiedro amo demostrier'n.
letz, Mander, ,s isch Zeit, ietz haßt's schuech'n,
zerscht isch amol an Einstieg zi suech'n,
in Grob'n lieg Fleisch, und de Viecho sein schwar,
ietz kimp Bewegung in die klane Jägerschar,
die Tage sein kurz und die Nocht kimp schnell,
es isch nimma longe ma hell;
obo zerscht miess mo schun amo ,s Hirschl begugg'n
a nett's feinis Hirschl oschtamugg'n,
a Waidmannsheil Hons und a Dopplt's derzue,
do muess man a Schnapsl schun kipp'n af des, Bue.
letz brech mo de Vi echo au, loss'n sie lieg'n die Nocht,
de hob'n ietz s' leschtismo a Nocht in der Natur verbrocht;
In nächst'n Tog werd mit Winde und Seil,
gemurkst und gizog'n a Weil,
bis mo de Srecke, de Gonze geborg'n und ban Wege,
und der Mudla Traktor konn fohr'n mit a Lege
va Wild, und schien ingibettit in bamgriena Tas'n,
wie der olte Brauch ins tuit haß'n.
So gibt's nou ban Seppila an g'selligin Schmaus,
und a poor gueta Tröpflan, de trink mo a aus,
und rech'ns in Hirschjaga heint nou hoach un,
dass a ins dö guete Soche ungitun.
Die Gamsjogg, de isch gong zwor völlig doneb'n,
aso isch's eb'n holt in Leb'n,
domr hot des Hirschwild holt mieß'n herholt'n,
do hob'n mir nuoar schun g'scholt'n,
do horn sich die Schütz'n gikennt entfolt'n,
und mir haß'n die G'schichte, wenn An's frog:
"Die völlig misslungene Gams'n-Jogg"
Gedicht vom Eugen Oberstaller
|