| Bericht 83: Nur ein Hase oder der Wild-West-Bunny |
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Ein Freund von mir hatte bei unserem jährlichen Jager-Ball an der Verlosung teilgenommen und dabei den Abschuss einer Rehgais gezogen. Selbstverständlich sollte ich ihn dabei begleiten. Ich musste also im Frühjahr Ausschau auf eine passende Gais halten. Wir hatten keinen guten Rehbestand und ich wollte deshalb beim Gaisenabschuss besonders aufpassen, um möglichst dem Bestand keinen großen Schaden zu bereiten. Im normalen Fall kann ich während der „normalen“ Jagd meine weiblichen Abschüsse erledigen, aber bei einem Gast sollte man schon vorbereitet sein, denn er soll ja nicht x-mal ins Revier müssen. Nun zur eigentlichen Geschichte: Ich befand mich unweit unter der Waldgrenze und schwelgte gerade in Erinnerungen, da ich hier vor einigen Jahren einen reifen Rehbock erlegen konnte, blieb aber an diesem Tag ohne Anblick. Schon bald, es war noch nicht ganz dunkel trat ich den Heimweg an, da es ja ein schönes Stück zu gehen war. Es war eigentlich bereits kein Schusslicht mehr, als ich eine Wiese erreichte, welche im oberen Teil recht steil war und deshalb mit einigen Fahrwegen durchzogen war. Ich konnte auf dem untersten Weg eine Bewegung wahrnehmen und nahm automatisch das Glas zur Hand. Zuerst glaubte ich an einen Fuchs und wollte gerade weitergehen, denn das Tier war bereits rechts unterhalb von mir verschwunden. Als ich den ersten Schritt machte sah ich wieder dieselbe Bewegung, nur diesmal bedeutend näher. Der vermeintliche Fuchs waren zwei Hasen, die anscheinend Hochzeit machten. Da ich bis dato noch keinen der Mümmelmänner erlegt hatte, wollte ich einen Schrotschuss wagen. Aber ich hatte bis dahin nicht bedacht, dass ich mit dem Zielfernrohr montiert, im allerletzten Schusslicht auf ein bewegliches Ziel wohl keine Chance hätte. Da die Zeit aber drängte drückte ich im „Wild-West-Stil“ aus der Hüfte ab. Irgendwie hatte ich auf den vorderen der beiden Feldhasen gezielt. Besagter setzte seine Flucht vor dem Hintermann fort; dieser jedoch rollierte auf meinen Schuss und blieb im Feuer liegen. Ich habe in mehr als einem Jahrzehnt nur diesen einzigen Hasen erlegen können. Habe aber wie bei uns noch möglich an mehreren Brackierjagden teilgenommen und bin auch oft im Revier, jedoch hat sich mir noch kein Hase in der Schusszeit genähert. Nun da ich einen Hund angeschafft habe, hoffe ich doch bald den einen oder den anderen Hasen erlegen zu können. Erzählen kann ich diese Geschichte jedoch leider nicht, da sie sicherlich von Jedermann als Jägerlatein abgetan wird. Hier traue ich mich dies zu erzählen, da ich ja beim Lesen nicht dabei sein werde und jeder sich seinen Teil dazu denken kann. Auf jeden Fall ist es so passiert!
Mittlerweile ist mein Hund über 10 Jahre alt und ich habe inzwischen den einen oder anderen brackierten Hasen erlegt. Es gibt für mich nur mehr den Hasen vor dem Hund.
Weidmannsdank Bericht: Diehter Platzgummer |