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Die
Erzählung ist zwar nicht von diesem Jahr, aber ich
möchte sie trotzdem mitteilen.
Seit vielen Jahren fahren wir in der ersten
Augustwoche in die Eifel zur Kahlwildwoche. Auch im
letzten Jahr waren wir eine Gruppe von 8 Schweizer
Jäger.
Im
Konvoi fuhren wir voller Erwartungen nach Bad
Bertrich.
Nach der freundlichen Begrüssung unserer Kameraden
vom Forst wurden bereits die erste Einteilung
vorgenommen.
Zur
Freigabe zählten Rehbock, Muffelwild, Lämmer beider
Geschlechter, Schmaltier Kalb und Tier, wobei
strengstens auf den Abschuss von Kalb vor dem Tier
zu achten
war.
Weil im vorhergehenden Winter kein Widder zur
Strecke kam, wurde auch ein Muffelwidder
freigegeben.
Für
mich war der Widder kein Thema, weil ich im Oktober
einen 1-er Hirsch frei hatte.
Am
nächsten Morgen in der Früh bezogen wir die uns
zugeteilten Sitze. Es war ein herrlicher Morgen und
wie es so geht am ersten Jagdtag, die Spannung war
gross.
Ich
sass in einem Erdsitz und schaute durch einen Graben
in eine Schneise hinein. Es war ganz still.
Plötzlich vernahm ich durch die Stille in
regelmässigen Abständen ein
klopfen. Dann eine kurze Pause und es fing wieder
an. Ich musste nicht lange raten, das waren
Muffelwidder, die untereinander die Rangordnung
ausmachten und mit den Schnecken aneinander
prallten.
Plötzlich hörte ich, dass Wild wechselte und
ziemlich rasant. Ich schaute in die Richtung des
Unterholzes und schon standen drei Muffelwidder vor
mir. Es waren halbstarke Kerle, die Schnecken bloss
ca. zwei Drittel gedreht. Ich liess die Büchse unten
und genoss den Anblick.
An
diesem Morgen ging nicht mehr viel und so kehrte ich
zurück ins Forsthaus. Nach und nach kamen alle
zurück und wir erzählten einander von unseren
Erlebnissen.
Am
Abend wurden dann die Sitze wieder neu verteilt,
ausser man wollte noch einmal auf den gleichen Sitz.
Ich konnte gehen wohin ich wollte, ich hatte bei
jedem Ansitz Muffelwild vor mir.
Dann am vierten Tag sagte ich mir, wenn heute wieder
ein Widder kommt, dann muss er sich in acht nehmen.
Unser Jagdleiter verwies mich in eine ganz andere
Gegend im "Kondelwald". Der sitz heisst
„Tabernakel“.
Um
17.30 Uhr fuhr ich los. Ich musste mein Wagen etwas
oberhalb bei einem Holzlagerplatz stehen lassen und
zu Fuss zur Kanzel Pirschen. Es war drückend heiss,
ich dachte, da passiert vorerst sicher nichts. Ich
stieg die Leiter hoch, öffnete die Kanzel und
vernahm sofort ein tiefes brummen. Hornissen, was
mache ich jetzt. Ganz ruhig beobachtete ich den Flug
der Hornissen und merkte, dass die mich gar nicht
beachteten. Ich stieg in die Kanzel rein und stellte
Rucksack und Büchse in die Ecke. Mir war nicht ganz
wohl dabei. Beim Anblick dieser Brummer kriegte ich
schon ein bisschen Gänsehaut. Ich vergewisserte
mich, wo die wohl ihr Nest haben, kniete nieder und
sah unter der Sitzbank ein recht grosses Nest. Da
kriegte ich nochmals Gänsehaut und überlegte, ob es
doch nicht gescheiter wäre, die Kanzel zu verlassen.
Wie
ich mich erhob und ein Blick aus der Kanzel warf,
stand eine Herde Muffel in der Lichtung und ästen.
Mir blieb fast die Spuke weg. Es waren sicher 6 bis
7 Schafe mit ihren Lämmern. Ja bravo dachte ich, die
Büchse in der Ecke und nicht geladen.
Das
Muffelwild reagiert auf jede Bewegung auch Bewegung
in der Höhe. Ganz vorsichtig nahm ich die Büchse und
schob eine Kugel, die ich glücklicherweise in der
Tasche hatte, in den Lauf.
Ganz vorsichtig schob ich die Büchse auf den
Kanzelrand. Ich hatte die Büchse noch nicht im
Anschlag, die Herde kam immer näher zur Kanzel, die
vordersten waren bereits 20 Gänge vor mir.
Da
kam der Widder auf die Fläche. Ein stattlicher Kerl,
ich vergass fast zu schnaufen.
Es
war nicht ein 1-er Widder, aber so imposant, dass
der mir passte. Ganz vorsichtig rückte ich mich
noch ein bisschen zurecht und kam mit dem ZF
wunderbar ins Tier. Ohne lange zu zögern liess ich
die Kugel fliegen. Der Widder zeichnete und sprang
in das Dick zurück. Ich Atmete tief durch und war
mir sicher, dass die Kugel gut abkam.
Die
Herde verschwand ebenso im Dick. Nach zehn Minuten,
die mir wie eine Stunde vorkam, baumte ich ab und
ging zum Anschuss. Unglaublich, kein Schweiss nur
etwas Schnitthaare. Ganz ruhig dachte ich und ging
zum Dick an die Stelle, wo der Widder rein ging. Die
Erlösung, da lag reichlich Lungenschweiss. Der
liegt, da war ich mir sicher.
Ein
paar Meter hinter dem Dick sah ich ihn dann liegen
und war überglücklich über meinen „Hornissenwidder“.
Ein
unvergessliches Erlebnis. |