| Bericht 86: Der Graue vom Alblloch |
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Als
im Frühling der sehr strenge Winter seinem Ende zuging, konnten
wir schon bald einige recht gute junge Rehböcke im Bast
beobachten und mein jüngster Bruder konnte einen schon im
letzten Jahr als reif angesprochenen Bock wieder in seinem
Einstand beobachten. Durch die viele Arbeit am Hof, und weil ich noch die Ferienwohnungen für die kommende Sommersaison fertig stellen musste hatte ich kaum Zeit mir einen passenden Rehbock zu suchen. Als nun aber der 10. August (Revierintern Rehbockjagd ab dem 10. August) kam und ich mir eine Auszeit auf meinen Hof verschaffte, begann am frühen Morgen meinen Rehbockjagd, im strömenden Regen und auf einem von mir ausgesuchten "Warter" konnte ich einen recht guten unbekannten Rehbock sehen, aber durch den strömenden Regen konnte ich ihn nicht genau ansprechen und kam auch nicht zum Schuss. Als ich den "Warter" verlassen hatte kam mir ein weiterer Rehbock im Brunfttrieb mit einer Schmalgeiß entgegen und er verhoffte kurz. Ich sprach den jungen Bock an, den ich aus früheren Sichtungen kannte und lies ihn ziehen. Am nächsten Tag, dem 11. August, dem zweiten Tag der Rehbockjagd, bezog ich wieder den gleichen "Warter", denn ich wollte noch einmal den ersten Bock vom ersten Tag sehen. Doch nach zwei Stunden und erneuten Sichtung des jungen Bocks vom Vortag entschied ich mich nach Hause zu gehen, doch als ich nach kurzer Zeit auf ein Aussichtsplatz kam sah ich ca. 350 m entfernt ein Reh, ich zog mein Spektiv aus dem Rucksack und sprach den Grauen, der abgebrunftet war und auf dem hinteren Lauf hinkte, an. Ich versuchte mich auf ca. 240 m an den Alten heranzupirschen und als das Absehen meines Repetierers das Platt des Alten kreuzte, brach der Schuss. Der Bock sank in sich zusammen und schloss seine Lichter für immer. Keine 20 Sekunden später klingelte das Telefon und mein jüngster Bruder erkundigte sich, wie es mir ergangen sei. Ich erzählte ihm kurz alles und wir verblieben, dass wir uns später hören würden. Ich erwies dem Alten die letzte Ehre und nach der roten Arbeit holte mich mein anderer Bruder mit meinen beiden Töchtern von einer abgemachten Wegbiegung ab. Am Abend bei dem obligatorischen Bier bestätigte mein Bruder mir, dass es der Bock, den er schon letztes Jahr als reifen /alten Bock angesprochen hatte, war und wir ließen den erfolgreichen Jagdtag mit zwei weiteren Jagdkollegen, die auch Jagderfolg hatten, ausklingen.
Grüsse und ein Waidmann's Heil aus Mals Bericht und Foto: Moriggl Rainer, Revier Mals |