Bericht 85:   Mein Keiler(CHEN)

Da ich noch keine aktive Jägerin bin und somit auf Jagdeinladungen angewiesen, fuhr ich am

Freitag, den 14. Juli mit einem guten Freund dem Toni nach Deutschland auf Wildschweinjagd.

Toni fährt schon seit vielen Jahren zu seinem Freund Baron Ansko Freiherr zu Eisenbach und somit besorgte er auch für mich eine Gastkarte. Am Abend dort angekommen wurden wir von der Familie zu einem Abendessen im besten Restaurant des Ortes eingeladen. Am nächsten Tag ging’s los, dann hieß es ansitzen, am Morgen, zu Mittag und am Abend! Wir hatten die Erlaubnis auf Fuchs, Waschbären, Reh- und Schwarzwild! Der Rehbock, auf den wir es abgesehen hatten, machte den ganzen Wald verrückt, da der Wind es an keinem dieser Tage gut mit uns meinte.

Fuchs und Schmalreh ließen wir an uns vorbeiziehen und erfreuten uns an dem schönen Anblick, im Glauben ja noch genügend solche Erlebnisse zu haben.

Am Ende des 2. Jagdtages, hatten wir noch keinen Abschuss getätigt. Jetzt wurde es eng! Es blieb nur mehr der Montag! Baron Ansko und sein Sohn Maximilian kamen mit je einem Rehbock nach Hause. Wir freuten uns natürlich mit dem Gastgebern und wünschten Ihnen ein Weidmannsheil!

Montag Morgen: Drei Überläufer düsten über einen Forstweg, dass man Mühe hatte, ihnen zu folgen, an schießen war gar nicht zu denken.

Montag Mittag: Kein Anblick!!!

Montag Abend: Die letzte Chance!!!

Toni und ich saßen ein wenig deprimiert auf unserem Hochsitz, es war 17.00 Uhr bis 21.30 Uhr hatte ich Büchsenlicht. 18.00 Uhr, nichts. 19.30 Uhr noch nichts, Verzweiflung machte sich breit. 21.00 Uhr, und noch keinen Anblick,  im Wald war‘s still wie nie zuvor, kein Vogelgezwitscher, kein Knacksen in den Ästen, rein nichts!!

Ich lehnte mich zurück, schloss meine Augen und hatte alle Hoffnung aufgegeben.

21.10 Uhr, Toni klopft auf meine Knie und flüstert: Deine Chance, deine Chance………….

Ich schaute auf die Kirrung und da stand sie, die Bache, mit ihren Frischlingen. Langsam nahm ich die Büchse, in mir ging alles drunter und drüber. Jetzt nur keinen Fehler machen, Toni versuchte mich zu beruhigen. Lass dir Zeit!!!

Es wäre für mich leichter gewesen, die Bache zu erlegen, denn diese stand wenigsten einigermaßen still. Die kleinen Kerle flitzten von einer Ecke zur Anderen.

Jetzt oder nie, der Schuss brach, und zu meiner größten Freude, er saß goldrichtig!!!

Vom Toni bekam ich jetzt das erlösende Weidmannsheil.

Noch schnell ein Erinnerungsfoto, denn es begann in Strömen zu regnen und wir versuchten uns ins Trockene zu bringen.

Danach gab’s ein Abendessen bei Baron Ansko, seiner Frau Britta und Sohn Maximilian. Es wurde ausgiebig gefeiert und etwas später als gewollt, löste sich die gesellige Runde auf.

Auf diesem Wege möchte ich mich von ganzem Herzen bei der Familie Ansko Riedesel Freiherr zu Eisenbach für die entgegengebrachte Gastfreundschaft und die erneute Einladung zur Treibjagd im November bedanken!!! 

DANKE und Weidmannsheil dir Toni, da du  mir dieses schöne und bis zur letzten Minute spannende  Jagderlebnis ermöglicht hast.  

 

                                                                                                                         Bericht und Fotos: Rosmarie Kofler

 

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