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Bei
der Verlosung bezüglich Trophäenschau Unterland
-Bozen, ging der von unserem Landeshauptmann und
Oberjäger gestiftete Trophäenbockabschuss an eine
gute Bekannte von mir. Die „Andrea“ welche sich
riesig über den Gewinn freute, ist aber selbst
keine Jägerin. Die Andrea begleitete mich schon
mehrere male beim Pirschgang, also ist ihr die Jagd
nichts unbekanntes. Ab und zu war auch Ihre Tochter
mit von der Partie.
Kurz um, machte
mich also "meine Liebe Andrea glücklich" und bad
mich Ihren Bock zu erlegen. Natürlich musste ich
auch dazu meinen Teil beitragen und versprach ihr
das organisatorische zu erledigen und das
Wildbret küchenfertig zu bearbeiten und zu
verpacken.
Wir
verabredeten uns mit dem Förster in der Domänenjagd
Latemar Gebiet auf den ersten August um 5 Uhr.
Pünktlich traf die Andrea, am
Ausgangspunkt ein. Nach einer kurzen
Besprechung fuhren wir ins Revier, in die
Örtlichkeit in welcher unser Begleiter einen Bock
bereits Tage zuvor ausmachen konnte. Dort waren
keine Hochsitze auf welchen wir zu dritt passen
würden, darum beschlossen wir zu pirschen.
Leise stiegen wir aus
dem Wagen und schulterten Waffe und Rucksäcke. Der
Förster war noch beim zusperren des Wagens,
als ich bereits einen Rehbock auf 50 Schritte unter
uns im Hochwald ausmachen konnte. Aber auch der Bock
hatte uns bemerkt und verschwandizwischen den Bäumen
in der morgendlichen Dämmerung .
Oberhalb von uns
führte ein alter Waldweg quer durch den Bestand und
so pirschten wir leise dem Weg entlang hinüber auf
einen offenen Kahlschlag. Langsam und vorsichtig
näherten wir uns und glasten die unterhalb von uns
liegende Fläche ab. Nichts mehr vom Bock zu sehen,
welcher eigentlich in diese Richtung gezogen sein
müsste. Plötzlich die erfreulich Nachricht. Unser
Begleiter hatte den Bock im Hochwald ausfindig
machen können. Auf 180m lag er und etwas oberhalb
lag auch die Rehgeiß, welcher er wohl bereits hinter
her stieg. Ich legte meinen Rucksack nieder,
knickte die Grashalme ringsherum ab und schaute mir
den
Bock
nochmals vorsichtig durch das Spektiv an. „ Wenn er
guat geat konnsch die lai richtn“ gab mir der
Begleiter bescheid und das tat ich auch. So, jetzt
wurde es Ernst und die Spannung stieg. Sogar die
Andrea war nun vom Jagdfieber ergriffen und
sichtlich aufgeregt. Die Vergrößerung von meinen
Absehen auf 12 Fach, hatte ich nun den Bock im
Glas meiner Merkel und wartete das er hoch wurde. Es
dauerte nicht lange als sich die Geiß erhob und
weiter äste. Dann ging es sehr schnell. Der Bock
wurde hoch und stand spitz zu uns. Nachdem er
zwischen den Bäumen stand, musste ich sofort
reagieren. Mein Finger war schon auf dem
Direktabzug, kurz kalkulierte ich noch den
Hochschuss welchen ich durch den sehr steilen Winkel
nach unten hatte. Ich drückte ab, der Schuss brach,
die Kugel durchlug den Trägeransatz und den Bock
riss es zu Boden. So, jetzt ließ ich mich erst mal
von der Andrea liebevoll drücken und ein
Weidmannsheil wünschen. Mit Freude gingen wir zum
Bock und nach der roten Arbeit überreichte mir der
Begleiter den Erlegerbruch. Wir wollten die Brotzeit
zwar im Revier machen, aber nachdem es erst
halb sieben war, lud uns der Förster zu einem
Kaffee bei ihm Zuhause ein. Jeden stand die
Freunde im Gesicht geschreiben!
Am
ersten August waren natürlich auch im Revier Montan
andere Jäger auf der Bockjagd und so
erkundigte mich per SMS nach der Lage der Abschüsse.
Keiner meldete sich als plötzlich nach einigen
Minuten das Handy klingelte. Der Jagdkollege "Lentsch"
machte mir die Meldung, dass der Revierleiter „Parise
Egon“ im Revier Branzoll einen kapitalen Rebock
erlegt hatte.
Neugierig telefonierte
ich mit dem Egon der mir auch dies bestätigte. Also
verabredeten wir ein Treffen beim Jagkollegen
„Lanze“.
Gemeinsam mit den
Jagdkameraden aus Branzoll feierten wir dann und
tauschten unser erlebtes bei so mancher Erzählung
aus. Immer wieder kamen weitere Jagdkollegen und
Jäger hinzu und es war eine nette gesellige Runde.
Der Bock vom Egon war hoch kapital und das schöne
daran war, dass kein Neid in der Runde aufkam und
jeder Freude sich den Anderen.
In unserem Montaner
Revier konnte noch am 01. August kein Abschuss
getätigt werden, aber ich bin der Überzeugung das
dieser 1. August trotzdem so manchem Jäger ,aber vor
allem der Andrea und mir lange in Erinnerung bleiben
wird.
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Bericht und Fotos:
Christian Lindner, Revier Montan |