Bericht 76: REHBOCKABSCHUSS im Revier Latemar  und im Revier Branzoll

Bei der Verlosung bezüglich Trophäenschau Unterland -Bozen, ging der von unserem Landeshauptmann  und Oberjäger gestiftete Trophäenbockabschuss an eine gute Bekannte von mir. Die „Andrea“ welche sich riesig über den Gewinn freute,  ist aber selbst keine Jägerin. Die Andrea begleitete mich schon mehrere male beim Pirschgang, also ist ihr die Jagd nichts unbekanntes. Ab und zu war auch Ihre Tochter mit von der Partie.

Kurz um,  machte mich also "meine Liebe Andrea glücklich" und bad mich Ihren Bock zu erlegen. Natürlich musste ich auch dazu meinen Teil beitragen und versprach ihr das organisatorische  zu erledigen und das Wildbret küchenfertig zu bearbeiten und zu verpacken.

 

Wir verabredeten uns mit dem Förster in der Domänenjagd Latemar Gebiet auf den ersten August um 5 Uhr. Pünktlich traf die Andrea,   am Ausgangspunkt ein.  Nach einer kurzen Besprechung fuhren wir ins Revier, in die Örtlichkeit in welcher unser Begleiter einen Bock bereits Tage zuvor ausmachen konnte. Dort waren keine Hochsitze auf welchen wir zu dritt passen würden, darum beschlossen wir zu pirschen.

Leise stiegen wir aus dem Wagen und schulterten Waffe und Rucksäcke. Der Förster war noch beim zusperren des  Wagens, als ich bereits einen Rehbock auf 50 Schritte unter uns im Hochwald ausmachen konnte. Aber auch der Bock hatte uns bemerkt und verschwandizwischen den Bäumen in der morgendlichen Dämmerung .

Oberhalb von uns führte ein alter Waldweg quer durch den Bestand und so pirschten wir leise dem Weg entlang hinüber auf einen offenen Kahlschlag. Langsam und vorsichtig näherten wir uns und glasten die unterhalb von uns liegende Fläche ab. Nichts mehr vom Bock zu sehen, welcher eigentlich in diese Richtung gezogen sein müsste. Plötzlich die erfreulich Nachricht. Unser Begleiter hatte den Bock im Hochwald ausfindig machen können. Auf 180m lag er  und etwas oberhalb lag auch die Rehgeiß, welcher er wohl bereits hinter her stieg. Ich legte meinen Rucksack nieder,  knickte die Grashalme ringsherum ab und schaute mir den Bock nochmals vorsichtig durch das Spektiv an. „ Wenn er guat geat konnsch die lai richtn“ gab mir der Begleiter bescheid und das tat ich auch. So, jetzt wurde es Ernst und die Spannung stieg. Sogar die Andrea war nun vom Jagdfieber ergriffen und sichtlich aufgeregt. Die Vergrößerung von meinen Absehen auf 12 Fach,  hatte ich nun den Bock im Glas meiner Merkel und wartete das er hoch wurde. Es dauerte nicht lange als sich die Geiß erhob und weiter äste. Dann ging es sehr schnell. Der Bock wurde hoch und stand spitz zu uns. Nachdem er zwischen den Bäumen stand, musste ich sofort reagieren. Mein Finger war schon auf dem Direktabzug, kurz kalkulierte ich noch den Hochschuss welchen ich durch den sehr steilen Winkel nach unten hatte. Ich drückte ab, der Schuss brach, die Kugel durchlug den Trägeransatz und den Bock riss es zu Boden. So, jetzt ließ ich mich erst mal von der Andrea liebevoll drücken und ein Weidmannsheil wünschen. Mit Freude gingen wir zum Bock und nach der roten Arbeit überreichte mir der Begleiter den Erlegerbruch. Wir wollten die Brotzeit zwar im Revier machen,  aber nachdem es erst halb sieben war,  lud uns der Förster zu einem Kaffee bei ihm Zuhause ein.  Jeden stand die Freunde im Gesicht geschreiben!

 

Am ersten August waren natürlich auch im Revier Montan andere Jäger auf der  Bockjagd und so erkundigte mich per SMS nach der Lage der Abschüsse. Keiner meldete sich als plötzlich nach einigen Minuten das Handy klingelte. Der Jagdkollege "Lentsch"  machte mir die Meldung, dass der Revierleiter „Parise Egon“ im Revier Branzoll einen kapitalen Rebock erlegt hatte.

Neugierig telefonierte ich mit dem Egon der mir auch dies bestätigte. Also verabredeten wir ein Treffen beim Jagkollegen „Lanze“.

Gemeinsam mit den Jagdkameraden aus Branzoll feierten wir dann und tauschten unser erlebtes bei so mancher Erzählung aus. Immer wieder kamen weitere Jagdkollegen und Jäger hinzu und es war eine nette gesellige Runde. Der Bock vom Egon war hoch kapital und das schöne daran war, dass kein Neid in der Runde aufkam und jeder Freude sich den Anderen.

In unserem Montaner Revier konnte noch am 01. August kein Abschuss getätigt werden, aber ich bin der Überzeugung das dieser 1. August trotzdem so manchem Jäger ,aber vor allem der Andrea und mir lange in Erinnerung bleiben wird.

 

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                                                                                          Bericht und Fotos: Christian Lindner, Revier Montan 

 

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