Bericht 77:  Schmaltierabschuss im Jagdrevier Schlanders

Am Mittwochabend war ich mit meinem Jagdkollegen Herbert verabredet, wir wollten gemeinsam ins „Gadriatal“ in die Örtlichkeit Röthütte fahren und dort ein wenig Ausschau nach Rotwild halten. Wir starteten gegen 17.30 Uhr und kamen gegen 18.30 Uhr bei der Röthütte an. Wir parkten unser Auto und gingen zur Hütte, dort genossen wir eine ordentliche Marende, die wie wir ja alle wissen, in der Höhe doppelt so gut bekommt wie zu Hause. Wir richteten unsere Spektive und konnten bereits die ersten Stücke Rotwild ca. 500 Meter oberhalb der Hütte beobachten. Es waren einige Tiere mit ihren Kälbern die ruhig ästen und sich durch unsere Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen ließen. Nach und nach kamen noch einige weitere Stücke zu dem kleinen Rotwildrudel dazu. Zuerst 2 Jährlingshirsche und ein wenig später folgten 2 Schmaltiere. Herbert hätte zwar einen Jährlingshirsch zum Abschuss frei gehabt, aber da es zwei stärkere Stücke waren blieben wir auf der Hütte und genossen den herrlichen Anblick. Auch die Schmaltiere, wo wir beide einen Abschuss frei gehabt hätten erwiesen sich als kräftig und somit als schade zu erlegen. Zudem wollten wir das ruhig dahin ziehende Rotwildrudel nicht unnötig stören und genossen weiterhin den einmaligen Anblick. Während wir weiterhin genüsslich unsere Marende aßen und eine Flasche Wein öffneten kam noch ein recht stattlicher Trophäenhirsch aus dem nahen Wald hervor. Schnell einen Blick durchs Spektiv und wir konnten eine guten 8ender ansprechen. Kurze Zeit später sahen wir ein weiteres Stück austreten. Nach einem kurzen Blick durchs Spektiv waren wir sofort einer Meinung: ein sehr schwaches Schmaltier, kaum größer als die meisten Kälber der Tiere! Nach einer kurzen Beratung packten wir das notwendigste zusammen und versuchten das Stück anzupirschen. Der Wind zog uns entgegen und so waren wir guter Dinge unbemerkt vom Rotwild auf eine gute Schussdistanz heranzukommen.

Nach knappen 10 Minuten waren wir am Waldrand angekommen und das Rotwild äste weiterhin ca. 150 bis 200 Meter oberhalb von uns dahin. Während ich mir eine ordentliche Auflage für mein Gewehr richtete, bestätigte mir Herbert noch einmal das schwache Schmaltier das kurzzeitig in einer kleinen Bodensenke verschwunden war. Langsam kam es aus dieser Bodensenke hervor, drehte sich ab und stand perfekt Blatt zu uns. Es dauerte wenige Augenblicke und der Schuss meiner Bockbüchse durchbrach die Stille. Noch im Zielfernrohr sah ich das Stück zusammenzucken, es blieb aber wie angewurzelt stehen. Nach einigen Sekunden machte es einige Tritte nach vorne, begann zu taumeln und rollte anschließen ca. 50 Meter den Hang herab und blieb hinter einer kleinen Lärche liegen. Die restlichen Rotwildstücke äugten angespannt umher, zeigten jedoch keine große Beunruhigung und zogen langsam äsend zurück in den Wald. Angespannt beobachteten wir das Geschehen und nach ca. 20 Minuten hatten sich alle Stücke in den nahen Wald zurückgezogen. Schnell packten wir zusammen und begaben uns zum verendeten Schmaltier. Dort angekommen war die Freude groß, denn vor uns lag ein wirklich schwaches Stück. Mit einem herzlichen Weidmannsheil übereicht mir Herbert den Erlegerbruch. Danach brachen wir das Stück auf und gingen dann zurück zur Hütte. Nach einigen Erinnerungsfotos packten wir alles ins Auto und fuhren ins Dorf zur Kühlzelle. Dort erledigten wir die restlichen anfallenden Arbeiten. Am Ende stießen wir noch einmal auf unseren guten Abschuss an, denn das Schmaltier bracht lediglich 30,00 kg auf die Waage. Zufrieden über den wirklich guten Abschuss führen wir dann nach Hause.

 

Ein Weidmannsdank an meinen Begleiter Herbert!

 

Weidmannheil

                                                                                  Bericht und Foto: Höllrigl Martin - Jagdrevier Schlanders

 

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