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Am
Mittwochabend war ich mit meinem Jagdkollegen Herbert
verabredet, wir wollten gemeinsam ins „Gadriatal“ in die
Örtlichkeit Röthütte fahren und dort ein wenig Ausschau nach
Rotwild halten. Wir starteten gegen 17.30 Uhr und kamen gegen
18.30 Uhr bei der Röthütte an. Wir parkten unser Auto und gingen
zur Hütte, dort genossen wir eine ordentliche Marende, die wie
wir ja alle wissen, in der Höhe doppelt so gut bekommt wie zu
Hause. Wir richteten unsere Spektive und konnten bereits die
ersten Stücke Rotwild ca. 500 Meter oberhalb der Hütte
beobachten. Es waren einige Tiere mit ihren Kälbern die ruhig
ästen und sich durch unsere Anwesenheit nicht aus der Ruhe
bringen ließen. Nach und nach kamen noch einige weitere Stücke
zu dem kleinen Rotwildrudel dazu. Zuerst 2 Jährlingshirsche und
ein wenig später folgten 2 Schmaltiere. Herbert hätte zwar einen
Jährlingshirsch zum Abschuss frei gehabt, aber da es zwei
stärkere Stücke waren blieben wir auf der Hütte und genossen den
herrlichen Anblick. Auch die Schmaltiere, wo wir beide einen
Abschuss frei gehabt hätten erwiesen sich als kräftig und somit
als schade zu erlegen. Zudem wollten wir das ruhig dahin
ziehende Rotwildrudel nicht unnötig stören und genossen
weiterhin den einmaligen Anblick. Während wir weiterhin
genüsslich unsere Marende aßen und eine Flasche Wein öffneten
kam noch ein recht stattlicher Trophäenhirsch aus dem nahen Wald
hervor. Schnell einen Blick durchs Spektiv und wir konnten eine
guten 8ender ansprechen. Kurze Zeit später sahen wir ein
weiteres Stück austreten. Nach einem kurzen Blick durchs Spektiv
waren wir sofort einer Meinung: ein sehr schwaches Schmaltier,
kaum größer als die meisten Kälber der Tiere! Nach einer kurzen
Beratung packten wir das notwendigste zusammen und versuchten
das Stück anzupirschen. Der Wind zog uns entgegen und so waren
wir guter Dinge unbemerkt vom Rotwild auf eine gute
Schussdistanz heranzukommen.
Nach
knappen 10 Minuten waren wir am Waldrand angekommen und das
Rotwild äste weiterhin ca. 150 bis 200 Meter oberhalb von uns
dahin. Während ich mir eine ordentliche Auflage für mein Gewehr
richtete, bestätigte mir Herbert noch einmal das schwache
Schmaltier das kurzzeitig in einer kleinen Bodensenke
verschwunden war. Langsam kam es aus dieser Bodensenke hervor,
drehte sich ab und stand perfekt Blatt zu uns. Es dauerte wenige
Augenblicke und der Schuss meiner Bockbüchse durchbrach die
Stille. Noch im Zielfernrohr sah ich das Stück zusammenzucken,
es blieb aber wie angewurzelt stehen. Nach einigen Sekunden
machte es einige Tritte nach vorne, begann zu taumeln und rollte
anschließen ca. 50 Meter den Hang herab und blieb hinter einer
kleinen Lärche liegen. Die restlichen Rotwildstücke äugten
angespannt umher, zeigten jedoch keine große Beunruhigung und
zogen langsam äsend zurück in den Wald. Angespannt beobachteten
wir das Geschehen und nach ca. 20 Minuten hatten sich alle
Stücke in den nahen Wald zurückgezogen. Schnell packten wir
zusammen und begaben uns zum verendeten Schmaltier. Dort
angekommen war die Freude groß, denn vor uns lag ein wirklich
schwaches Stück. Mit einem herzlichen Weidmannsheil übereicht
mir Herbert den Erlegerbruch. Danach brachen wir das Stück auf
und gingen dann zurück zur Hütte. Nach einigen Erinnerungsfotos
packten wir alles ins Auto und fuhren ins Dorf zur Kühlzelle.
Dort erledigten wir die restlichen anfallenden Arbeiten. Am Ende
stießen wir noch einmal auf unseren guten Abschuss an, denn das
Schmaltier bracht lediglich 30,00 kg auf die Waage. Zufrieden
über den wirklich guten Abschuss führen wir dann nach Hause.
Ein Weidmannsdank an meinen
Begleiter Herbert!
Weidmannheil
Bericht und Foto:
Höllrigl Martin
- Jagdrevier Schlanders |