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Ich hatte heuer bereits einige
Pirschgänge im unserem Revier hinter mir und war auch wie
bereits berichtet, bei 2 Rotwildabschüssen dabei, doch ein
eigener Abschuss war mir leider bisher noch nicht geglückt.
So war ich für das Wochenende
wieder einmal mit meinem Vater verabredet. Wir wollten ein
gemeinsames Jagdwochenende verbringen und beschlossen dazu in
die Örtlichkeit Mut zu gehen und dort die Nacht auf der feinen
kleinen Hirtenhütte zu verbringen. Wir verabredeten uns für 14
Uhr und mit vollem Rucksack und Büchse
ging`s
los. Als wir gegen 16 Uhr bei der Hirtenhütte angekommen waren,
konnten wir bereits einige Stücke Rotwild auf der
gegenüberliegenden Hangseite ausfindig machen. Wir wollten aber
nichts überstürzen und richteten erst einmal alles für unser
Nachtquartier her und beschlossen gegen 17.30 Uhr einen kleinen
Bodensitz ca. 200 Meter oberhalb der Hütte zu beziehen. Am
Bodensitz angekommen richteten wir uns alles Notwendige her:
Auflage fürs Gewehr, Entfernungsmesser, Spektiv usw.! Es dauerte
auch gar nicht lange und ca. 150 Meter vor uns trat ein Tier mit
ihrem Kalb aus und beide ästen ruhig dahin. Es war ein
traumhafter Anblick, ein starkes Rotwildtier mit ihrem Kalb,
dass ab und zu wieder ungeduldige ans Gesäuge des Tieres wollte
und mit großem Eifer versuchte etwas nahrhaftes zu bekommen.
Gerade solche Anblicke erfreuen mich als Jäger besonders, diese
kleine Wunde der Natur hautnah miterleben zu können. Gegen 18.45
Uhr sahen wir etwas höher oben 2 weitere Stücke Rotwild
austreten. Eines konnten wir sofort als führendes Tier
ansprechen, beim zweiten Stück war es nicht so einfach und es
sollte noch eine längere und höchstspannende
Zeit
vor uns liegen. Für ein Schmaltier war uns das Stück zu kräftig,
das Haupt wirkte nicht mehr so „kindlich“ wie es sonst für ein
Schmaltier üblich ist. Doch im Vergleich zum führenden Tier war
das Stück deutlich kleiner und schwächer im Wildbret. Wir
vermuteten dass es sich wahrscheinlich um ein erstsetzendes Tier
handeln könnte. Jetzt war unsere Geduld gefragt, denn das Stück
äste ca. 180 Meter vor uns dahin, in einer Position wo jederzeit
ein Schuss möglich gewesen wäre, jedoch kein ordentliches
Ansprechen, ob es nun ein führendes Tier oder ein nicht
führendes Tier ist. Es vergingen ca. 25. Minuten wo wir das
Stück nicht aus den Augen ließen, ohne jedoch eine Blick auf ein
etwaiges Gesäuge werfen zu können. Als das Tier nur mehr wenige
Meter von einem angrenzenden Jungwuchs entfernt war, gab ich die
Hoffnung bereits auf, denn das Stück zog unbeirrt weiter und
verschwand im Jungwuchs. Ein wenig enttäuscht sahen wir uns an,
mit der Hoffnung verbunden, dass das Stück vielleicht noch
einmal aus dem Jungwuchs austreten würde. Und keine 5 Minuten
vergingen, da konnten wir das Stück wieder beobachten, es zog
langsam auf eine kleine Fichte zu und wir wünschten uns dass das
Stück möglichst aufwärts den Baum umgehen würde. Und als ob uns
der Heilige Hubertus erhört hätte, drehte das Stück sich
aufwärts und endlich konnten wir das Stück als nicht führendes
Stück ansprechen und somit unsere
Vermutung
bestätigen. Jetzt stieg in mir das Jagdfieber, ich spannte meine
BBF und wartete gespannt auf das weitere Verhalten des Tieres.
Nach wenigen Sekunden drehte es wieder um und wollte wieder
Richtung Jungwuchs ziehen, als es einmal kurz verhoffte: Auf
diesen Augenblick hatten wir nun bereits eine knappe dreiviertel
Stunde gespannt gewartet. Der Schuss brach und ich sah das Stück
einige Meter nach vorne abspringen, es wollte noch einmal
umdrehen doch da sah ich es bereits den Abhang herunterrollen
und konnte noch genau sehen wie es hinter einem kleinen Zirmbaum
liegen blieb. Nach einigen Augenblicke und einigen tiefen
Atemzüge löste sich die Spannung und ging in große Freude über.
Wir warteten einige Minuten ab und gingen dann zum erlegten
Stück. Dort überreichte mir mein Vater mit einem herzlichen
Weidmannsheil den Erlegerbruch. Anschließend brachen wir das
Stück auf und nach einigen Erinnerungsfotos mit dem Handy (die
Digitalkamera hatte ich zwar mit, aber leider vergessen die
aufgeladenen Batterien wieder hinein zu tun
J).
Danach kehrten wir mit dem Stück zur Hütte zurück, wo wir es
aufhängten und ordentlich säuberten. Wegen der notwendigen
Kühlung brauchten wir uns keine Sorgen zu machen, denn es war
bereits 21 Uhr und auf über 2.000 Metern kühlt die Temperatur in
der Nacht auch im Sommer stark ab. Anschließend gönnten wir uns
eine ordentliche Marende und eine gute Flasche Wein und stießen
dabei noch einige Male auf den gelungenen Abschuss an. Nachher
krochen wir in unsere Schlafsäcke und am nächsten Morgen kehrten
wir zufrieden zurück. Wir brachten das Stück in unsere Kühlzelle
und erledigten dort die restlichen anfallenden Arbeiten. Das
Stück brachte 46,50 kg auf die Waage, was für ein Rotwildtier
ein recht schwaches Gewicht ist. Danach führ ich glücklich über
meinen ersten heurigen Abschuss nach Hause.
Weidmannsheil
Bericht und Foto: Höllrigl Martin - Jagdrevier Schlanders |