Bericht 68:   Jungjäger erlegt ersten Kahlwildabschuss im Revier Schlanders!

 Ich hatte heuer bereits einige Pirschgänge im unserem Revier hinter mir und war auch wie bereits berichtet, bei 2 Rotwildabschüssen dabei, doch ein eigener Abschuss war mir leider bisher noch nicht geglückt.

So war ich für das Wochenende wieder einmal mit meinem Vater verabredet. Wir wollten ein gemeinsames Jagdwochenende verbringen und beschlossen dazu in die Örtlichkeit Mut zu gehen und dort die Nacht auf der feinen kleinen Hirtenhütte zu verbringen. Wir verabredeten uns für 14 Uhr und mit vollem Rucksack und Büchse ging`s los. Als wir gegen 16 Uhr bei der Hirtenhütte angekommen waren, konnten wir bereits einige Stücke Rotwild auf der gegenüberliegenden Hangseite ausfindig machen. Wir wollten aber nichts überstürzen und richteten erst einmal alles für unser Nachtquartier her und beschlossen gegen 17.30 Uhr einen kleinen Bodensitz ca. 200 Meter oberhalb der Hütte zu beziehen. Am Bodensitz angekommen richteten wir uns alles Notwendige her: Auflage fürs Gewehr, Entfernungsmesser, Spektiv usw.! Es dauerte auch gar nicht lange und ca. 150 Meter vor uns trat ein Tier mit ihrem Kalb aus und beide ästen ruhig dahin. Es war ein traumhafter Anblick, ein starkes Rotwildtier mit ihrem Kalb, dass ab und zu wieder ungeduldige ans Gesäuge des Tieres wollte und mit großem Eifer versuchte etwas nahrhaftes zu bekommen. Gerade solche Anblicke erfreuen mich als Jäger besonders, diese kleine Wunde der Natur hautnah miterleben zu können. Gegen 18.45 Uhr sahen wir etwas höher oben 2 weitere Stücke Rotwild austreten. Eines konnten wir sofort als führendes Tier ansprechen, beim zweiten Stück war es nicht so einfach und es sollte noch eine längere und höchstspannende Zeit vor uns liegen. Für ein Schmaltier war uns das Stück zu kräftig, das Haupt wirkte nicht mehr so „kindlich“ wie es sonst für ein Schmaltier üblich ist. Doch im Vergleich zum führenden Tier war das Stück deutlich kleiner und schwächer im Wildbret. Wir vermuteten dass es sich wahrscheinlich um ein erstsetzendes Tier handeln könnte. Jetzt war unsere Geduld gefragt, denn das Stück äste ca. 180 Meter vor uns dahin, in einer Position wo jederzeit ein Schuss möglich gewesen wäre, jedoch kein ordentliches Ansprechen, ob es nun ein führendes Tier oder ein nicht führendes Tier ist. Es vergingen ca. 25. Minuten wo wir das Stück nicht aus den Augen ließen, ohne jedoch eine Blick auf ein etwaiges Gesäuge werfen zu können. Als das Tier nur mehr wenige Meter von einem angrenzenden Jungwuchs entfernt war, gab ich die Hoffnung bereits auf, denn das Stück zog unbeirrt weiter und verschwand im Jungwuchs. Ein wenig enttäuscht sahen wir uns an, mit der Hoffnung verbunden, dass das Stück vielleicht noch einmal aus dem Jungwuchs austreten würde. Und keine 5 Minuten vergingen, da konnten wir das Stück wieder beobachten, es zog langsam auf eine kleine Fichte zu und wir wünschten uns dass das Stück möglichst aufwärts den Baum umgehen würde. Und als ob uns der Heilige Hubertus erhört hätte, drehte das Stück sich aufwärts und endlich konnten wir das Stück als nicht führendes Stück ansprechen und somit unsere Vermutung bestätigen. Jetzt stieg in mir das Jagdfieber, ich spannte meine BBF und wartete gespannt auf das weitere Verhalten des Tieres. Nach wenigen Sekunden drehte es wieder um und wollte wieder Richtung Jungwuchs ziehen, als es einmal kurz verhoffte: Auf diesen Augenblick hatten wir nun bereits eine knappe dreiviertel Stunde gespannt gewartet. Der Schuss brach und ich sah das Stück einige Meter nach vorne abspringen, es wollte noch einmal umdrehen doch da sah ich es bereits den Abhang herunterrollen und konnte noch genau sehen wie es hinter einem kleinen Zirmbaum liegen blieb. Nach einigen Augenblicke und einigen tiefen Atemzüge löste sich die Spannung und ging in große Freude über. Wir warteten einige Minuten ab und gingen dann zum erlegten Stück. Dort überreichte mir mein Vater mit einem herzlichen Weidmannsheil den Erlegerbruch. Anschließend brachen wir das Stück auf und nach einigen Erinnerungsfotos mit dem Handy (die Digitalkamera hatte ich zwar mit, aber leider vergessen die aufgeladenen Batterien wieder hinein zu tun J). Danach kehrten wir mit dem Stück zur Hütte zurück, wo wir es aufhängten und ordentlich säuberten. Wegen der notwendigen Kühlung brauchten wir uns keine Sorgen zu machen, denn es war bereits 21 Uhr und auf über 2.000 Metern kühlt die Temperatur in der Nacht auch im Sommer stark ab. Anschließend gönnten wir uns eine ordentliche Marende und eine gute Flasche Wein und stießen dabei noch einige Male auf den gelungenen Abschuss an. Nachher krochen wir in unsere Schlafsäcke und am nächsten Morgen kehrten wir zufrieden zurück. Wir brachten das Stück in unsere Kühlzelle und erledigten dort die restlichen anfallenden Arbeiten. Das Stück brachte 46,50 kg auf die Waage, was für ein Rotwildtier ein recht schwaches Gewicht ist. Danach führ ich glücklich über meinen ersten heurigen Abschuss nach Hause.

  

Weidmannsheil

                                                                                  Bericht und Foto: Höllrigl Martin - Jagdrevier Schlanders

 

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