| Bericht 65: Als Jungjägerin mein erstes Jagderlebnis |
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Es ist der 20. November 2008 , der Termin für mein erstes Jagderlebnis! Eine Jungjägerin, noch nie auf der Jagd und gleich auf eine Gams, kann das gut gehen? Ich hatte schlecht geschlafen und stand um 05.00 Uhr auf, denn um 06.00 Uhr hatte ich mich mit dem Revierleiter Karl verabredet. Das erste Stück bis zur Almhütte fuhren wir mit seinem Jeep! Dann hieß es losmarschieren, Rucksack und BBF über die Schulter und los gings. Karl war ein sehr angenehmer Begleiter aber trotzdem hatte ich Mühe, ihm zu folgen. Es lag Schnee, ging immer Bergauf, ja logisch, denn die Gämsen stehen ja schließlich nicht im Tal! Als wir endlich das erste Rudel sichteten, hielt Karl nach einer nicht führenden Gämse Ausschau. Ich hoffte, dass er etwas Passendes finden würde, denn ich sah, dass ich an meiner Kondition, die ja keine war, arbeiten musste, wenn ich öfters solche Jagdtage überstehen will! Nach längerem Suchen sagte Karl: „Na do isch nix, hobm olle a Kitz“! Ich war müde, ließ mir aber nichts anmerken und sagte: „Ja dann versuchen wirs halt ein anderes Mal!“ Karl lachte und erwiederte: „ Na du würdest aber schnell aufgeben!“ Weiter ging's, zum nächsten Rudel, ich stampfte hinter ihm her, meine neuen Schuhe taten mir weh, die Knöchel brannten, nur nichts anmerken lassen, das wäre ja noch schöner. Nach einiger Zeit sichtete Karl das nächste Rudel und ich bekam wieder Hoffnung, dass doch diesmal ein geeignetes Stück dabei sein möge. Wir bewegten uns nur mehr sehr langsam Vorwärts, denn der Wind war nicht gar so günstig. Karl schaute durch sein Spektiv und sagte nach einiger Zeit: „ Jo siggsch, es hot sich decht gelohnt, do isch a Goaß de kuan Kitz führt! Iatz konnsche deine Büchse lodn!!!“ Ich nahm meine BBF von der Schulter, meine Munition aus der Jackentasche, will laden, in meiner Eile rutscht mir das Munitionsetui aus der Hand und wir können nur noch nachschauen, wie es den Steilhang hinunter rollt. Ich schämte mich in Grund und Boden, ein größerer Dachsbau, wäre jetzt gerade das Richtige!!! Karl steigt den Hang hinunter und suchte ohne Erfolg. Jetzt musste auch ich den Hang wieder hinunter und fand mein Etui auf Anhieb. Wieder hoch gekommen, lud ich die Büchse und wir krochen das letzte Stück auf allen Vieren , da uns die Gämsen schon ganz neugierig beobachteten. Auf einem großen Stein richtete Karl mir eine gute Auflage und ich war bereit. 251m Entfernung sagte Karl, des geat guat. Das Rudel entfernte sich immer weiter, nur eine Gams blieb auf einem Felsen stehen und äugte die ganze Zeit zu uns herab! Karl gab mir das Zeichen und sagte: „ De mogsche schießen!“ Die Gams stand breit und rührte sich nicht von der Stelle. Ich setzte an und atmete noch einmal ruhig durch! Der Schuss brach………… Getroffen hast Du, sagte Karl. Ich schaute durch mein Zielfernrohr. Die Gams stand in ganz gekrümmter Haltung auf ihrem Felsen. Ein Weichschuss meinte Karl, blieb aber ganz gelassen. Nachladen sagte er und die zweite Kugel erlöste das Tier, es verendete nach ein paar Minuten an der gleichen Stelle, an der es zuvor gestanden hatte. Weidmannsheil sagte Karl und ich antwortete mit einem erlösten Weidmannsdank! Nach einer kurzen Rast und einer Brotzeit, holte Karl die Gämse vom etwas steilen Gelände. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, denn er musste sie ja auch noch zu Tal schleppen. Das gehört sich so, meinte er etwas schmunzelnd. Im Dorf angekommen wurde auf die 4 jährige Gamsgais angestoßen und natürlich durfte auch ein gutes Mittagessen nicht fehlen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich von ganzem Herzen bei meinem Begleiter Karl für seine Geduld und Mühe, die er sich mit mir gemacht hat bedanken!!!
Danke, Karl und Weidmannsheil
Bericht und Foto: Rosmarie Kofler |