Bericht 64:  Ein besonderer Anblick 

An einem Sonntag Abend begaben sich einige Jagdkollegen und ich ins Revier. Wir teilten uns auf die einzelnen Revierteile auf und wünschten uns einen guten Anblick und jeder von uns ging seinen Weg. Ich bekam einen Revierteil, in dem zwei Gräben aufeinander treffen. Dieses Gebiet ist sehr waldreich und ist auch ein lukrativer Einstand für Gams- und Rotwild. Ich begab mich auf den Hochsitz, von wo aus ich einen guten Überblick über zwei Schlagflächen hatte. Als ich über die Brüstung des Sitzes in den verwachsenen Schlag unter mir sah, konnte ich plötzlich einen roten Fleck zwischen den jungen Fichten und Lärchen erkennen. Mit dem Glas konnte ich einen jungen Kolbenhirsch erkennen. Bevor ich den Hirsch mit dem Spektiv genauer ansehen wollte, glaste ich noch den anderen Schlag ab und konnte dort auch zwei mittel alte Basthirschen sehen. Anschließend wollte ich den jungen Hirschen, der vor mir im Bett lag genauer ansehen, bemerkte aber, dass dieser schon langsam hoch wurde und Wind von mir hatte. Plötzlich bemerkte ich, dass die ganze Kultur sich bewegen anfing. Es flüchteten einige Kolbenhirschen in die nahegelegene Kultur, die in einen Graben führte. Ich vermutete ,dass die Hirschen über den Graben und auf die andere Seite auf eine Blöße im  Jungbestand ziehen würden. Kurze Zeit später kamen die Hirsche vorsichtig auf die kleine Freifläche. Es waren sechs Hirschen von jungen bis zum alten Hirschen waren alle vertreten. Für einen Rotwildjäger, ist es ein wunderbarer Anblick das Alter eines Hirschens an bestimmten Merkmalen zu erkennen und zu „schätzen!“ Es waren drei Junge Hirschen, zwei ungerade Kronenzehner und ein Eissprossenzehner, die in Kärnten in die Klasse III fallen würden. Außerdem konnte ich noch einen Zwölfer und einen ungeraden Sechzehner als mittel alte Hirschen ansprechen. Ein einziger Hirsch setzte sich aber aus dem Hirschenverband heraus, dieser bekam meine größte Aufmerksamkeit! Ich konnte in als einen sehr guten, schon fast kapitalen Achter Hirsch ansprechen. Der Achter trug auf seinem Haupt ein zwar Enden armes, aber für mich ein höchst imposantes Geweih, das sich durch die gewaltigen langen Gabeln auszeichnete. Ich beobachtete das Rudel sehr langen, aber mein Blick schweifte immer wieder auf den Achter. Mit dem Spektiv suchte ich nach einigen bestimmten Altersmerkmalen. Ich konnte einige Merkmale erkennen und kam zu dem Entschluss, dass es sich um einen alten Achter handeln müsste. Insgesamt konnte ich bei diesem Ansitz zehn Hirsche in Anblick bekommen und ich freute mich sehr über diesen Anblick, denn nicht jeder so oft haben kann und wird! Ich muss sagen für mich war es ein wunderbares Jagderlebnis, bei dem die Büchse kalt blieb und ich nicht erwarten konnte dieses Jagderlebnis meinen Freunden zu Schildern.

Ich wünsche allen Jägerinnen und Jägern ein kräftiges Weidmannsheil und einen umso besseren Anblick für 2009.

 

Weidmannsheil

     

                                                                                                Bericht und Foto: Philipp Skalka - Kärnten

 

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