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Am
Sonntag, 07. Juni 2009 war ich wieder einmal mit meinem
Jagdkollegen Claudio zu einem Pirschgang in unserem Revier
verabredet. Da wir beide heuer die zweite Jagdkarte lösen
konnten, durften wir nun endlich „alleine“ auf die Pirsch gehen
und unser Jagdglück versuchen. So verabredeten wir uns für
Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr und fuhren mit dem Auto auf den
Schlanderser Sonnenberg, um dort Ausschau nach einem passenden
Rotwildabschuss zu halten. Nach einer knappen Stunde hatten wir
das Ende der Forststrasse erreicht und pirschten nun zu Fuß
weiter Richtung „Säbelthütte“ (eine kleine Hirten und
Jagdhütte). Nach einer knappen Stunde hatten wir unser Ziel
erreicht, ohne jedoch in den Anblick von Rotwild zu kommen. Also
beschlossen wir noch ein kleines Stück weiter zu gehen, um
vielleicht doch noch ein passendes Stück Rotwild in den Anblick
zu bekommen. Wir waren keine 10 Minuten unterwegs als wir
plötzlich einige Stücke Rotwild ruhig „äsend“ am Berghang
oberhalb von uns entdeckten. Leise legten wir uns hinter die
letzen Lärchen an der Baumgrenze und
versuchten
die Stücke anzusprechen. Da wir wie bereits erwähnt das erste
Jahr ohne „erfahrenen Begleiter“ auf die Jagd gehen durften,
waren wir beide sichtlich nervös und doch zugleich erfreut über
den Umstand. Zuerst sahen wir zwei starke Tiere, und etwas
oberhalb noch weitere 3 Tiere. Leider war unseren Kenntnissen
nach kein passendes Stück dabei und die Enttäuschung war
dementsprechend groß, als plötzlich bei den unteren zwei
Rotwildtieren ein weiters Stück aus einer kleinen Baumgruppe
hervortrat. Sofort nahmen wir wieder das Spektiv zur Hand und
waren uns beide auf den ersten Blick einig, dass es sich um ein
Schmaltier handeln musste. Die zierliche Gestalt, das kurze
Haupt und im Vergleich zu den kräftigen Tieren bedeutend kleiner
und schwächer waren wir uns sicher dass es ein passender
Abschuss sein musste. Mein Kollege Claudio hatte sich
zwischenzeitlich versucht eine ordentliche Auflage zu richten,
was in von unserem Standort aus nicht so einfach war. Dazwischen
hatte ich bereits mit dem Entfernungsmesser die Distanz
kontrolliert und auf den angezeigten 220 Metern sollte ein
ordentlicher Schuss möglich sein sagte ich zu Claudio. Es
vergingen noch einige Augenblicke bis Claudio leise murmelte,
dass er gleich schießen würde, da brach bereits der Schuss
seiner Steyr Mannlicher 7 x 64 und ich sah wie das Stück im
Feuer zusammenbrach und den Hang herunterrollte und ca. hundert
Meter vor uns liegen blieb. Wir warteten eine knappe viertel
Stunde ab und begaben uns dann zum erlegten Stück. Auf dem weg
dorthin schossen mir viele Gedanken durch den Kopf (hoffentlich
passt der Abschuss usw.). Der Weg bis zum erlegten Stück schien
uns endlos lang, doch dann überwiegte bei uns beiden die Freude,
als wir das wirklich schwache Schmaltier vor uns liegen sahen.
Nach einem herzlichen Weidmannsheil an Claudio brachen wir das
Stück zusammen auf. Nach ein paar Erinnerungsfotos begannen wir
mit der Bergung des Schmaltieres. Nach ca. 2 Stunden kamen wir
erschöpft beim Auto an. Wir fuhren in die Kühlzelle um die
restlichen Arbeiten zu erledigen. Anschließend stießen wir mit
einem guten Bier auf den guten Abschuss (das Schmaltier wog
31,50 kg) und das einmalige Erlebnis an.
Bericht und Foto: Martin Höllrigl, Jagdrevier Schlanders |