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Mein
guter Jagdfreund und Gönner, Roger hat mir da
und dort schon unter die Arme gegriffen. Er hat
mir diverse Jagd-Oelbilder und Schnitzarbeiten
in Auftrag gegeben sowie Werbe-Grafische
Aufträge erteilt. Roger und seine Schwester habe
ich über seine Eltern kennen und schätzen
gelernt.
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Vor ca. 30 Jahren als ich die
Jagdprüfung in Angriff nahm und bei seinem
Vater, der ein Waffen- und Bekleidungs-Geschäft
hatte, habe ich dies und das für die Jagd
eingekauft. Roger hatte eine überaus sehr, sehr
liebe, herzensgute und sehr hilfsbereite Mutter,
sie war die gute Fee im Geschäft und arbeitete
von morgens bis abends und beide Kinder kamen
nie zu kurz, denn Trudi liebte Ihre
Familie über alles und war immer mit Leib und
Seele für sie da. Wenn ich in Ihrem Laden
erschien und wieder mal etwas brauchte, wie z.B.
Munition, Jagdbekleidung oder etwas vom Fernseh-
Elektrobereich, so bekam ich auf jeden erdenklichen
Artikel immer sehr großzügige Prozente gewährt und obendrein
manchmal auch Kaffee mit Gebäck
serviert.
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Als Ihre Familie mir die traurige
Nachricht zukommen lies, Trudi
habe Krebs und nicht mehr lange zum Leben, hat
mich dies überaus schwer getroffen. Wenn solche
Menschen wie Trudi von der Welt gehen müssen,
die nur Liebe gegeben hat und nie etwas
schlechtes gesagt oder jemandem etwas Böses
angetan- und ein Leben lang nur gearbeitet hat,
so zweifelt man doch sehr ob es wirklich einen
"gerechten Herrgott" da oben gibt!!
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Trudi wird und bleibt mir immer
in guter Erinnerung, solch einen lieben Menschen
trägt man im Herzen.
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Jahre vergingen, die Kinder von
Trudi sowie ihr Mann, habe ich nur noch selten gesehen und wenn, dann bei den
alljährlichen Jägerversammlungen oder
Bläseranlässen die Roger und Bruno wie auch ich
besuchten.
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Beide Kinder von Trudi und Bruno sind
bis heute immer korrekt und anständig zu mir
gewesen und dies schätze ich sehr.
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Irgendwann, hat mir Roger einen
elsässischen Jahresjagdpass und dazu mehrere
Einladungen in sein wunderschönes Revier
zukommen lassen. Er lud mich ein, in seinem
Revier auf Wildschweine zu jagen.
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Diverse Treibjagden und
Revierpirschgänge habe ich mit Roger in den
letzten vier/fünf Jahren genossen, aber zu einem
Abschuss kam es nie. Ich hatte zwar in seinem
Revier sehr viel Wild gesehen und angesprochen,
wie: Hirsche, Rehe, Haarwild und die
"Steckdosen" Wildschweine, vom "Klavier" bis zum
Frischling, so wie ich sie manchmal nenne.
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Meine Kollegen Roger und Bruno
haben sich ein schmuckes Jagdhäuschen in der
Nähe von Ihrem Jagdrevier gekauft, diverse
Renovierarbeiten mussten gemacht werden. Da ich
viel Zeit zur Verfügung hatte, durfte ich
diverse Arbeiten für sie ausführen und dafür
durfte ich während der Umbauzeit immer auf
Wildsauen ansitzen.
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Am 25. April 09, so gegen 05.00
Uhr schickte mich Roger in ein Revierteil,
welches mir den langersehnten Jagderfolg bringen
sollte. Es war noch dunkel und die Sterne
standen schwach am Himmel. In der
gegenüberliegenden Talseite erhebte sich langsam
aber sicher der Tag. Trotz der Dunkelheit ging
ich dem langersehnten Ziel entgegen und wartete
auf den Tagesanbruch. In meiner 30 jährigen
Jagderfahrung, ist mir auch bekannt, dass man
nichts erzwingen kann.
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In meinen Gedanken vertieft, aber
immer auf leisen Pirschsohlen und der Blick wie
ein Adlerauge in allen Richtungen, ging ich Richtung Hochsitz. Immer
wieder suchte ich mit dem Fernglas die ganze
Umgebung ab und konnte kein Wild ansprechen. Na
und, weiter geht die Pirsch dachte ich so vor
mir hin. In meinem Gedanken vertieft, sah ich
durch die Eichenbaumblätter, vor dem Pirschweg
in der linken Lichtung von mir einen schwarzen Klotz!!
Auf leisen Sohlen und ohne hastige Bewegungen,
pirschte ich mit dem Gewehr schussbereit noch 20
bis 30 Meter bis zum Zaun wo ich den "schwarzen
Klumpen" besser ansprechen konnte! Am Zaun
angekommen und mein Feldstecher langsam
hochhebend bewegt sich der schwarze Fleck. Durch
mein Glas schauend, konnte ich eine Wildsau
ansprechen, welche friedlich in einem kleinen
"Wasserrinnsal" nach fressbarem suchte.
Jetzt nur
keine Fehler machen, dachte ich mir. Bachen mit
und ohne Begleitung (Frischlinge) sind
Tabu. Für mich sind nur Frischlinge, Überläufer
oder Keiler zum Abschuss frei. Aber so wie die
Sau zu mir stand, sah ich weder einen Pinsel,
noch Waffen im Gebrech! Was tun? Ich prüfte
abermals die Windrichtung und trotz des
imposanten Anblicks war ich erstaunlich ruhig
und schaute auf meine Uhr. Inzwischen sind schon
15 bis 20 Minuten vergangen. In dieser Zeit
hatte die Sau das Haupt dreimal in meine
Richtung gedreht und dann weiter sich
seelenruhig der Nahrungssuche gewidmet. Nach ca.
einer halben Stunde beobachten,
dachte ich schon das Stück wohl ziehen zu
lassen, denn ich konnte bis jetzt das Geschlecht
nicht feststellen.
Aber
wie auf einen Fingerzeig drehte die
Sau ihr Haupt ganz nach links und
sicherte mitten in der Lichtung
stehend nach dem oberen Wiesenrand
und da die langersehnte Bestätigung,
ihre Keilerwaffen blitzten kurz auf
und ich das Gewehr schnell in
Anschlag und bin ihr mit dem
Fadenkreuz im Absehen in den Teller
gefahren und die Sau lag im Feuer
meiner alten "Blaserlady". Im
Feuer sehe ich im Glas nur
Sekundenbruchteile noch die Sau aber
als ich über die Büchse, noch mit
der Ladebewegung in Richtung
Anschuss sehe, ist da keine Sau nur
Gras! Sollte ich nach so langer
Wartezeit gefehlt haben!! Ein zwei
Schritte gehe ich auf den Anschuss
zu und auf einmal sehe ich 4
schwarze, zappelnde Läufe in der
Luft ich springe schnell zur
erlegten Sau und gebe ihr noch den
erlösenden Fangschuss.
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Als ich die Sau aus dem Graben
schleifte, konnte ich die Waffen sehen und ein
stattlicher ca. 60 Kilo Keiler mit einer
Waffenlänge von 15 cm konnte ich mein Eigen
nennen.
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Dies
war nicht mein erster Wildschweinabschuss, aber
der erste in
diesem herrlichen Elsass-Revier von Roger Ertle.
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Als Innerschweizer ist es Brauch
einen oder mehrere Freudenjutzer übers Tal zu
schicken.
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Während ich den letzten Bissen für
meinen Keiler in das Gebrech steckte, schickte
über mein "Natel" dem Revierinhaber und Kollegen
Roger die freudige Nachricht.
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Eine Woche später konnte ich an
der selben Stelle 7 Hirsche (drei
unterschiedlich große Spießer, 1 Kolbenhirsch,
erst vor kurzem Abgeworfen und drei schon gut im
Geweih gewachsene 3-4jahrige Stiere) auf dieser
Wiesenlichtung und am selben Stand
ansprechen. Es war ein herrlicher Anblick, nur
den Fotoapparat hatte ich wieder mal nicht im
Rucksack.
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An Roger Ertle ein Weidmannsdank
für die vielen erlebnisreichen Jagdeinladungen
in seinen herrlichen Elsassjagdrevier;
jeden Tag habe ich genossen und dabei Ruhe und
Erholung gefunden!
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Weidmanns-Dank Roger.
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Bericht und Foto: Edy
Nussbaumer; CH-6415 Arth/SZ (SCHWEIZ)
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