Bericht 52:   Gelungener Hegeabschuss

Nachdem ich vor zwei Wochen ein Schmaltier erlegen konnte, verbrachte ich nun die wenigen freien Stunden die ich zur Verfügung hatte, mit meinem Jagdfreund auf der Suche nach einen geeigneten C-Bockabschuss. 

Wir waren wieder zu einem weiteren Pirschgang verabredet, aber mein Kollege Jakob musste in letzter Minute absagen, da er eine andere Verpflichtung erledigen musste. 

Ich hatte mich schon voll und ganz auf den Jagdabend eingestellt und grübelte nun vor mich hin, wo ich nun einen Hegeabschuss machen sollte. Wo wird sich das Rotwild aufhalten?  Zudem war es mittlerweile schon 20 Uhr geworden und ich war noch in der Arbeitskleidung und sehr unentschlossen.

Egal, ab unter die Dusche, rein in die Jagdkleidung und raus ins Revier.

Bei der Örtlichkeit „Fuaterstell“ angekommen, bestieg ich ganz leise den Hochsitz , dort wo wir in den letzten Jahren immer wieder Rotwild beobachten und erlegen konnten. Die Lichtung ist sehr klein und mittlerweile schon fast zur Gänze zugewachsen.

Mein Ansitz dauerte eine knappe halbe Stunde als ich rechts von mir, auf ca. dreißig Schritte Entfernung  eine Bewegung wahrnehmen konnte. Zuerst dachte ich an einen Hasen, aber als sich das Tier zeigte  traute ich meinen Augen nicht. Es war ein Reh..., eigentlich sollte es ein Reh sein.

Das Reh war derart abgemagert, dass es  nur mehr "Haut und Knochen" hatte und sich kaum noch fortbewegen konnte. Mein erster Gedanke war, das Tier sofort von den Qualen zu erlösen.

Als es wenig später aufgebrochen an der Waage hing, wog es kaum 6,80 Kg! 

Das Schmalreh hätte vermutlich nur noch einige Tage gelebt.

Ich war froh und stolz zugleich, das Tier erlöst- und zugleich einen guten ,weidgerechten Abschuss getätigt zu haben.

 

Bericht: Christian Lindner  -  Revier Montan

 

 

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