Bericht 46:  Vormittagspirsch auf den Jahrlingsbock

Es ist bereits Mitte des Monats und ich wollte noch im Mai einen Abschuss in der Nähe der Reviergrenze zu den Bundesforsten tätigen. Ich hatte einen Ort gewählt, der zu dieser Zeit noch vielversprechend war, da dort erst in  der zweiten Maihälfte das Weidevieh aufgetrieben- und erfahrungsgemäß vom Rehwild anfangs als störend empfunden wird und darum auch erst relativ spät auszieht.

Ich wollte aber heute am frühen Morgen zum Ansitz ............., Wollte!

 

Als gegen 4:30Uhr der Wecker seine Arbeit begann und ich absolut keinen Willen fand mich von meiner warmen Decke zu trennen, stellte ich das Ding ab und so hatten auch die Rehe vorläufig ihre Ruhe vor mir.

Dies war wahrscheinlich auch meiner Tochter Tanja recht,  die mich heute begleiten wollte, denn auch sie ist nämlich keine Frühaufsteherin.

Als ich dann doch  nach sieben Uhr endlich den Weg aus meinem Bett fand,  überlegte ich immer noch, ob ich zum Ansitz sollte.

Meine Tochter und ich machten uns dennoch auf dem Weg ins Revier, ohne uns viel Hoffnung zu machen, denn relativ dichter Nebel schränkte die Sicht  schon bei der Fahrt dorthin erheblich ein.

Am Ansitz angekommen sah ich, warum ich besser zu Hause geblieben wäre. Auch meine Begleiterin dachte sich das selbe und fragte nach dem Sinn dieser morgendlichen Pirsch.

Keine 50m konnte ich sehen,  als ich beim Fenster meines Ansitzes hinaus sah. Aber nun waren wir schon einmal da und so blieben wir auch. Unsere Ausdauer machte sich wetterbedingt dann auch bezahlt, denn der Nebel lichtete sich, aber wollte sich nicht so schnell verziehen. Sie Sichtweite betrug mittlerweile ca.100 m.

Auf der gegenüber liegenden Talseite hatten inzwischen die Forstarbeiter ihre Arbeit aufgenommen und von Ruhe war nichts mehr zu spüren. Schön langsam machte ich mir Gedanken, meinen Ansitz zu beenden, denn bei diesen Lärm der Forstmaschinen kann wohl nichts austreten, dachte ich mir. Der Nebel hatte sich inzwischen endgültig verzogen und wir hatten einen guten Blick über die ganze Weide, aber was sollte ich jetzt noch hier bei diesem Lärm, fragte ich mich immer wieder?

Langsam begannen wir unsere Sachen zusammen zu packen um den Heimweg anzutreten.

Ein letzter Blick durchs Fernglas und ich konnte hinter einer Fichte verdeckt, einen Rehbock ansprechen, der sehr nervös wirkte. Ebenso nervös wirkte jetzt auch meine Tochter die noch nie bei einem Wildabschuss dabei war. Der Bock äugte immer wieder in unsere Richtung, als würde er Wind bekommen, aber dies war sicherlich nicht der Fall, da ich immer wieder die Windrichtung kontrollierte. 

Meine Büchse hatte ich bereits auf der Brüstung liegen und versuchte das Absehen hinter das Blatt des Bockes zu visieren, der mittlerweile vertraut in der Mitte der Weide äste. Ich wartete bis der Bock verhoffte und drückte ab. Der  Bock blieb nach ca. 25 Meter Flucht liegen.

 

Ein Waidmannsheil bekam ich von meiner Tochter und ich freute mich umso mehr, dass Sie auch dieses Jagderlebnis miterleben konnte.

  

Waidmann´s Heil                                                                   

 

 Bericht und Fotos: Hermann Großalber,  Sulzbach OÖ   

                                                                                                                 

 

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