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Bericht 42: Schmaltierabschuss |
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Es war der 3. Mai, eine sternenklare Nacht ging so langsam zu Ende, als ich um die letzte Kurve vor St. Martin am Kofel fuhr. Nachdem ich mich am Tag davor ein wenig im Revier umgesehen hatte um zu erkunden wo das Rotwild zur Zeit steht und wo es vermehrt zur Äsung austritt, wollte ich heute im Revierteil "Köben", einem Gebiet wo die Wildschäden vorprogrammiert scheinen, mein Glück versuchen. Als ich meinen Jeep am Wegrand parkte und aus dem Auto stieg wehte mir ein kaltes und vor allem günstiges „Lüftchen“ entgegen. So beschloss ich das Auto stehen zu lassen und langsam, gegen den Wind den Forstweg entlang der Bergwiesen zu pirschen. Ich hatte mich am Vortag bereits ein wenig umgeschaut wie man die Bergwiesen von "Köben" am besten ungestört erreichen, und vor allem von wo aus man sie am besten überblicken konnte. Schritt für Schritt, unterbrochen mit langen Beobachtungspausen erreichte ich meinen Platz und stellte mich vorsichtig hinter einen alten Lattenzaun von wo aus ich mein Glück versuchen wollte. Bereits nach wenigen Minuten konnte ich die ersten Stücke ausmachen die ruhig äsend über die Bergwiesen langsam Richtung Lärchenwald hinauf zogen. Zwei abgeworfene Hirsche zogen knapp 100 Meter an mir vorbei, dahinter ein Spießer vom Vorjahr mit Lauscher hohen Stangen. Dann das erste Tier gefolgt von ihrem Schmaltier. Ich fuhr langsam in den Rucksack um den Entfernungsmesser zu holen. 120 Meter zeigte die Anzeige. Vorsichtig nahm ich das Spektiv um die Stücke genauer anzusprechen. Das Schmaltier entpuppte sich als Schmalspießer mit kleinen Ansätzen einer Geweihbildung zwischen den Lauschern. Kurz darauf folgte ein weiteres Tier und sofort dahinter noch ein Tier mit ihrem Schmaltier. Aufmerksam beobachtete ich durch das Spektiv das Schmaltier, als plötzlich ein weiteres Schmaltier dahinter auftauchte. Es war ein sehr schwaches Stück und ich richtete meine Aufmerksamkeit sofort auf das schwache Stück. Ein schlankes Haupt, keinerlei Anzeichen auf eine Geweihbildung – mein Gefühl sagte mir dass es passen müsste und ich legte vorsichtig das Spektiv beiseite und brachte meine neue Bockbüchsflinte im Kaliber 6,5 x 57 in Anschlag. Am Lattenzaun angestrichen fuhr ich langsam, wie in Zeitlupe auf das Blatt des Schmaltieres und als es breit und frei stand, hallte der Schuss die Bergwiesen hinaus. Im Feuer konnte ich erkennen wie das Stück umdrehte und in sich zusammen brach. Es rutschte etwa 20 Meter den Hang hinunter und blieb am Holzzaun der Bergwiese regungslos liegen. Langsam packte ich meinen Rucksack und nach einer kurzen Wartezeit begab ich mich langsam zum Stück. Vor mir lag ein Schmaltier mit 30 kg.
Jeder Abschuss bewegt und erfreut das Jägerherz. Doch die Gewissheit einen Waidgerechten Abschuss getätigt zu haben, lässt die Freude stets überwiegen.
Ein Weidmannsheil
Bericht und Foto: Armin Raffeiner, Jagdrevier Latsch
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