Bericht 40:  Maiböckerl

Nachdem der erste Mai für mich erfolglos verlaufen war,  blieb ich auch bei den nächsten Tage aktiv um doch noch zu meinem Knopfbock zu kommen. Vorigen Jahr hatte ich weniger Jagdglück, denn  mein vermeintlicher Maibock wurde vom Reviernachbar in den

Bundesforsten erlegt.  Somit wollte ich heuer der Gewinner sein.

Einen meiner freien Tage, war der 4.Mai,  den ich nutzte um mein Jagdglück erneut zu versuchen. Am Vormittag herrschte noch leichtes sonniges Wetter, aber am Nachmittag  verkroch der Himmel in der dunklen Wolkendecke.

Durch die dichte Bewölkung würde auch das Büchsenlicht nicht so lange reichen und somit machte ich mich bereits um 16.30 Uhr auf dem Weg ins Revier und wählte einen Ansitz in der Nähe der Reviergrenze. Vorsichtshalber hatte ich ein Stück Teppich mitgenommen, da es sich um einen offenen Ansitz handelt und das Sitzbrett feucht war, zumindest konnte ich mein Hinterteil trocken halten.

Jagdkamerad Bernhard hatte in ca. 700m Entfernung ebenfalls "aufgebaumt" und somit konnten wir gegenseitig das Geschehen miterleben.

Nieselregen und lebhafter Wind machen den Ansitz nicht gerade zu einem Vergnügen, so wunderte es mich auch nicht, dass ich bei einen Fuchs, der schon um 17.00Uhr in ca. 300m eine Weide überquerte, daneben schoss.

Bis jetzt konnte ich kein Rehwild in meiner näheren Umgebung ausmachen und nach dem Schuss auf den Fuchs rechnete ich für die nächste Zeit auch mit keinen Anblick. Auch bei meinen Kollegen Bernhard rührt sich nichts, aber er nutzte eine geschlossene Kanzel und war somit wenigsten vom Wind- und Regen geschützt.

Nach einer Weile Ansitz  zeigte sich das Wetter von der besseren Seite, Regen und Wind hörten auf und vereinzelt kam sogar die Abendsonne etwas durch. Meine Blicke streifen  immer wieder auf die Linke Seite, auf etwa 70m Entfernung, dort wurde eine  Salzlecke errichtet. Plötzlich sah ich dort einen weißen Fleck blenden.

Ich konnte auf den ersten Blick nicht erkennen ob es sich um einen Bock oder um  ein Schmalreh handelte, denn durch die eng stehenden Fichten war ziemlich Schatten.

Meine Büchse hatte ich bereits auf das Reh visiert, obwohl ein Blattschuss nicht möglich gewesen wäre, denn das Reh stand immer Spitz zu mir. Erst als das Reh wieder ein Stück weiter zog,  konnte ich das Reh als Knopfbock ansprechen.   Jetzt musste es aber schnell gehen, dachte ich mir, denn bald verschwindet der Bock wieder in den Fichtenwald. Ich beschloss ein Trägerschuss anzubringen. Gedacht getan! Die Kugel riss den Bock zu Boden, der im weichen Moos Waldboden liegen blieb.

Den Erlegerbruch habe ich mir bereit am Weg zum Anschuss abgebrochen und mitgenommen. Während ich den Bock zum Auto brachte, war auch Bernhard eingetroffen, der den Schuss hörte. Er wünschte mir zu meinem Knopfbock ein Waidmann´s Heil.

 

Waidmann´s Dank                                 

  Bericht und Fotos: Hermann Großalber,  Sulzbach OÖ   

                                                                                                                 

 

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