Bericht 39:  Erfolgreicher Jagdbeginn

 

 Bereits lange vor dem Jagdbeginn war ich viel im Revier unterwegs, um Ausschau nach passenden Abschüssen zu halten und um auch zu erfahren wie das Wild den ungewohnt harten und langen Winter verbracht bzw. überlebet hatte.

Gleich am 1 .Mai hatte ich mich mit meinen Jagdkollegen Herbert und Claudio verabredet. Als Ziel hatten wir die Wiesen rund um die Berghöfe am „Schlanderser Sonnenberg“ gewählt. Da wir in letzter Zeit größere Probleme mit dem Rotwild in den Bergwiesen der Bauern hatten, wollten wir versuchen dort ein Stück Rotwild zu erlegen, um den Bauern auch zu zeigen das wir Jäger die Probleme der Bauern auch ernst nehmen und gewillt sind etwas dagegen zu unternehmen. So fuhren wir Richtung „Tappein“, und warteten gespannt bis es endlich langsam Tag wurde, doch zu unserer großen Verwunderung hielt sich kein Stück Rotwild mehr in den Wiesen auf. Irgendetwas musste das Rotwild verscheucht haben, denn normalerweise halten sich immer einige Stücke Rotwild dort in den Wiesen auf. Ein wenig verärgert und verwundert blieb uns nichts mehr anderes übrig, als wieder zurück ins Dorf zu fahren und auf den nächsten Tag zu hoffen. Leider blieb auch der zweite Jagdtag ohne Erfolg und so hatte ich mich am Sonntagmorgen, 3. Mai mit meinem Vater zur Jagd verabredet. Diesmal wollten wir die Wiesen um „Forra“ im Auge behalten. Als wir gegen 5.15 Uhr am Ziel angekommen waren, konnten wir bereits einige Stücke Rotwild in den Wiesen erkennen. An ein Schießen war aber noch nicht zu denken, denn die Lichtverhältnisse ließen ein ordentliches Ansprechen des Wildes noch nicht zu. Wir entschlossen uns einige 100 Meter weiter zu gehen und uns dort unterhalb eines Holzschlages zu richten, in der Hoffnung das Wild würde den üblichen Rückzug in die Einstände benutzen. Es dauerte gar nicht lange und die ersten Stücke wechselten von den Bergwiesen zurück in den Wald und dann weiter in ihre Tageseinstände. Leider handelte es sich um einige Tiere und 2 Hirsche. Alles wäre perfekt für einen Abschuss gewesen, die Stücke zogen langsam und ruhig „äsend“ ca. 180 Meter von uns entfernt dahin, doch leider war kein passendes Stück dabei. Ich blieb auf meinem Ansitz, während mein Vater zurück zu den Wiesen pirschte um zu schauen ob sich bereits das ganze Wild aus den Bergwiesen zurückgezogen hatte. Nach einigen Minuten hörte ich unweit von mir eine Schuss fallen. Ich war ein wenig verwundert denn ich konnte mir kaum vorstellen, dass sich noch ein Stück Rotwild bei Tageslicht in den Wiesen aufgehalten hatte. Ich wartete noch einige Minuten ab und ging dann meinem Vater nach. Dort angekommen sah ich wie er neben einem erlegten Stück Rotwild saß und bereits auf mich wartete. Zu unserer Freude war es ihm gelungen mitten in den Bergwiesen einen Jährlingshirsch zu erlegen. Wir waren beide mit dem Abschuss sehr zufrieden, denn als erstes handelte es sich um einen schwächeren Jährlingshirsch, der noch kaum Ansätze zum Schieben des Erstlingsgeweihs hatte und zweitens gelang uns ein Abschuss in den Bergwiesen, zur Freude des mittlerweile dazugekommenen Bauern Toni des „Forrahofes“. Wir wünschten meinem Vater ein Weidmannsheil und fuhren nach der roten Arbeit zurück ins Dorf zu unserer neuen Kühlzelle. Dort erledigten wir die restlichen Arbeiten und genehmigten uns anschließend einen ordentlichen Halbmittag und stießen gemeinsam auf den gelungen Jagdbeginn an.

 

Weidmannheil

 

  Bericht und Fotos: Höllrigl Martin – Jagdrevier Schlanders   

                                                                                                                 

 

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