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Bericht 23: Hirschabschuss im Jagdrevier Latsch |
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Nachdem
ich mich im August des öfteren in meiner Tätigkeit als
Gamspirschführer voll und ganz der Gamsjagd gewidmet hatte,
war nun im September die Zeit gekommen mich auf die
Hirschjagd zu konzentrieren. Nach 2 Jahren Wartezeit war ich
dieses Jahr wieder auf den Trophäenhirsch eingeteilt und
deshalb seit Beginn der Hirschjagd am 1. September bereits
einige Stunden draußen im Revier um mich nach einem
geeigneten Abschuss umzuschauen. Eines Freitag Abends, es
war der 19. September, fuhr ich nach der Arbeit mit meinem
Jeep Richtung St. Martin am Kofel um mich noch ein wenig im
Hirschrevier umzuschauen. Ich stellte mich in der
Örtlichkeit Luamtal an den Wegrand und legte mich gemütlich
in die langsam untergehende Sonne und beobachtete mit dem
Fernglas das gegenüberliegende Tal nach Rotwild. Die ersten
Stücke ließen auch nicht lange auf sich warten und so
platzierte ich mein Spektiv auf dem Rucksack und beobachtete
aufmerksam das austretende Rudel. Das Kahlwild äste ruhig im
Kahlschlag als plötzlich zwei Hirsche auf der Lichtung
auftauchten. Mit dem Spektiv konnte ich einen jungen,
schmächtigen 6er und einen ebenfalls jungen 10er ansprechen.
Die Hirsche waren sehr unruhig und nervös und deshalb hoffte
ich insgeheim dass noch ein weiterer Hirsch nachkommen
könnte und so war es dann auch. Kurze Zeit später, die zwei
jungen
Ich konnte im Glas nur noch erkennen wie er nach dem Schuss zusammenzuckte und dann war er mit einem Sprung im Wald verschwunden. Noch ein kurzes Knacken war das einzige was noch zu vernehmen war, dann war alles still. Ich schaute fragend zu meinem Jagdkameraden Edl der sich anstelle des üblichen „Weidmannsheil“ ein stilles „Ohwea“ nicht verkneifen konnte. Was war geschehen? Der Schuss sitzt eher hinten, das war schon mal klar. Also warten! Richtig „krank“ werden lassen und im Wundbett verenden lassen. Gesagt – getan. Zuerst einmal etwas Essen und dann warten. Das Essen hat fürchterlich geschmeckt, und mit dem Warten hatte ich ebenfalls die größte Mühe. Die Ungewissheit machte mich nervös und ungeduldig. Nach 2 Stunden warten, essen, warten, essen, warten, es war bereits fast Mittag geworden und somit Zeit erneut zu essen, beschlossen wir endlich nachzusehen. Wir packten also unsere Rucksäcke und begaben uns vorsichtig, gegen den Wind zum Anschuss. Immer wieder blieben wir stehen und horchten und schauten. Nichts! Am Anschuss dann „Schweiß“, viel Schweiß! Wir waren gerade dabei auf Grund der angetroffenen Pirschzeichen die Trefferlage zu bestimmen als mir Edl plötzlich mit einem „Weidmannsheil“ auf die Schulter klopfte und in den Wald zeigte. Da lag er! Knapp 50 Meter vom Anschuss, im Stangenwald. Ein starker 8ter im 6. Kopf. Mit einem „Weidmannsheil, do hosch an guaten Hirsch“ überreichte mir mein Begleiter den Erlegerbruch. Sofort riefen wir unseren Kameraden Reinhart an und erledigten dann die rote Arbeit. Nachdem Reinhart zu uns gekommen war begannen wir mit der Bergung ins Tal. Am Abend, bei der Kühlzelle wurde der Hirsch dann noch von unserer Jagdhornbläsergruppe „Schworzwond“ feierlich verblasen und mit einem bzw. mehreren guten Gläsern Wein „Tot getrunken“. Bei Leber, Brot und einer zünftigen Marende wurde der gelungene Abschuss dann noch mit zahlreich erschienen Jagdkameraden bis zu später Stunde gefeiert.
An dieser Stelle einen Dank an meine Jagdkollegen Edl und Reini für die Hilfe bei der Bergung und an die Mitglieder der Jagdhornbläsergruppe Schworzwond für das verblasen des Hirsches.
Ein Weidmannsheil
Bericht und Foto: Armin Raffeiner, Jagdrevier Latsch
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