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Am
4.6.08 kam Besuch ins Forsthaus. Wir Hunde wurden
alle nacheinander vorgestellt und da sich alle
freuten, auch Mama und der alte Gino, muss es was
Gutes gewesen sein, zumal sie auch noch so
abenteuerlich roch, keine Ahnung wonach. Wir Teckel
fanden sie jedenfalls sehr interessant.
Man trank Kaffee, aß
Kuchen (wovon wir wieder mal nichts abbekamen) und
plauderte angeregt (so nennen das die Menschen, in
Wirklichkeit haben die den ganzen Nachmittag
tot gequatscht).
Gegen
Abend griff mich Mutter Naunheim dann aus unserem
ganzen "Dackelgewusel", ich merkte sofort, dass ihr
traurig ums Herz war und dachte noch - was ist den
jetzt los, ich bin doch da, der gute Flynn - der
Besuch sagte: "er wird ab jetzt Schröder gerufen".
Hier war irgend etwas faul und dann noch Schröder,
als ob wir nicht schon genug Probleme hätten. Mutter
Naunheim trug mich zu einem Ding, was man wohl Auto
nennt ( die sind schon verrückt die Menschen), da
stand ein Einkaufskorb, aber die Decken rochen nach
uns, dass konnte ja nicht so gefährlich sein obwohl
mir doch etwas blümerant war. Mein Spielzeug wurde
eingepackt, die Türen klappten zu, wo war Mama,
meine Geschwister, der alte Gino und der Rest?
Dann
ging es los, keine Ahnung wohin und die Decken im
Korb hatten Falten. Erst hab ich geknatscht, das
nutzte nichts, dann hab ich die Falten gerichtet
(man muss ja alles selber machen) und in Betzdorf
war ich eingeschlafen. Irgendwann später wurde ich
aus dem Schlaf gerissen - ich hasse so etwas -, auf
den Arm genommen und dieser Besuch sagte: "Wir sind
Zuhause, Schröder". Ich dachte gerade noch "Spääääsle
gmacht", die Tür ging auf und ich sah mich 90-100 kg
Hunden gegenüber.
3 ausgewachsene
Vorsteher und ein Krummhölzchen, die Menschen sind
einmal bekloppt, na ja, Angriff ist die beste
Verteidigung, ich hab sie erst einmal angeknurrt.
Die Drei haben jedenfalls die Augen ´gen Himmel
geschlagen und gemeint: "Hatten wir´s nicht so gut,
musste das jetzt auch noch sein?" Der Besuch sagte:
"Schröder, ich bin jetzt dein Frauchen und das ist
dein Rudel." Drei Köter und ein Mensch grinsten mich
an. Was ein bekloppter Tag, langsam dämmerte es mir,
Mama hatte mal sowas erwähnt, aber wer glaubt schon
daran, was die Alten erzählen.
Böse Falle in die ich
da getappt war.
Ich
fühlte sofort, hier in dieser Meute mußte ich
"klotzen nicht kleckern", also Ärmel rauf und dran.
Kurz die Lage sondiert, alles klar: unsere "Hütte"
ist sehr geräumig, das Gelände groß und verwildert,
die 3 Tölen erledigen wir irgendwie, irgendwann -
muß ich noch drüber nachdenken - und Frauchen ist
ganz "schmusebackig", aber was sie will, das wird
gemacht, no way out, das war sofort klar, also
Oberalpha, abgehakt. Hier dachte ich: nur die Ruhe,
Schröder vom Krummholz, äh Flynn, was auch immer,
das kriegen wir schon auf die Reihe. Astor ist unser
Rudelführer, ein absoluter Souverän, mit dem kann
man auch keine Faxen machen, da muß ich parieren und
kann viel lernen, also abgehakt. Zina, unser Mädel,
mit ihr kann man prima zanken und spielen, aber sie
ist wie jedes Weib launisch und zickig und morgen
ist noch lang nicht so wie heute. Na ja, die bekommt
erst mal ein bisschen Respekt, aber nicht zuviel, bei
Gelegenheit ein Gänseblümchen, aber nicht zuviel und
dann läuft die Kiste. Dann ist da noch Casimir.....
unser schwächstes Glied im Rudel. Da genau haken wir
ein. 32 kg, Stock über 70, den hab ich erst mal
über´s Gelände gescheucht, dem war ich absolut
suspekt und somit im Vorteil. Der hat sich wegen mir
3 Tage lang vollgesabbert, was letztendlich an
Türen, Schränken und Frauchen klebte und wenn ich
ihm zwischen die Beine rannte, ist er 6 m hoch
gesprungen. Echt lustig die Großen, ganz und gar
nicht so wie wir Teckel, wir haben ja alles
serienmäßig ohne Aufpreis. Es gab dann noch Futter,
ein bisschen Sofa und dann in den Einkaufskorb neben
Frauchen´s Bett. Auch hier keine Faxen mehr, Ruhe,
Ende, Aus, Amen.... war sowieso müde.
Am nächsten Morgen
regnete es und die blöden Vorsteher waren auch noch
da. Erst ging´s raus "piseln" und wenn noch mehr
anstand, konnte das auch gleich erledigt werden.
Frühstück, anschließend große Aufregung mit
Rausrennen und Gebell am Tor, wieder diese dämlichen
Vorsteher, ich war gerade dabei in Ruhe mein
Bäuerchen zu machen und mich anschließend bei
Frauchen einzuschleimen, nix, hier war
offensichtlich Gefahr im Verzug. Wozu hat man einen
Krummholz, also zur Tür.... es regnete, was die
Vorsteher nicht gestört hat, aber mich. Was jetzt,
nicht lange nachgedacht, ich mußte dorthin, also
raus, unter unser Schlachtschiff Astor. Dort stand
ich trocken und bekam alles mit.
Die
Nummer hatte sich gelohnt, es war der Bäcker. Unsre
Drei bekommen seit Jahren ein Brötchen geschenkt und
nun bin ich auch dabei. Lecker. Natürlich fehlte
auch die "ach ist der süß" Nummer nicht. Ist zwar
sehr lästig, zahlt sich aber immer aus wie ich
feststelle.
Sonntags ging´s zum
Hundesfest der Rettungshundestaffel, hatte Frauchen
denen schon lange versprochen. Wir also hin,
Vorsteher zu Hause, klasse. Man traf sich dort mit
Frauchen´s Freundin, einer Falknerin (kanadische
Rotschwanz-Bussarde, Harris-Hawk) und deren
Vorstehern, was man mir allerdings mal wieder nicht
gesagt hatte. Astor hatte zwar vor Abfahrt eine
Bemerkung gemacht: "herzlichen Glückwunsch,
Schröder, für die bejagten Geier bist du eine
willkommene Atzung". Ups, war aber trotzdem ein
schöner Tag, Frauchen hat auf mich aufgepasst, die
"ach wie süß" Nummer kam gleich mehrfach mit
entsprechenden Streicheleinheiten, hab ein Stück
Wurst probiert (hammermäßig), war gehorsam, hab viel
geschlafen (im Einkaufskorb, lächerlich aber
gemütlich), eine Patin abkassiert, nämlich Tante
Astrid, die mit den Geiern und hab noch
zwischendurch 6 Samojeden aufgemischt. Was will man
mehr an einem Tag?
Nach nunmehr vier
Wochen muß ich sagen, daß ich ein tolles Zuhause
bekommen habe, hier ist
jeden
Tag was los, wir fahren viel weg, weil ich ja auch
noch viel lernen muß ( aber den Tierarztbesuch fand
ich nicht so prickelnd), Autofahren ist meine
Lieblingsbeschäftigung, ich bin super gehorsam
(Frauchen sagte einmal:" Schröder, mir wird Angst
und Bange, wenn ich sehe, wie gehorsam du bist, was
du alles aus dir selbst heraus richtig machst, wir
sind hier sicher noch nicht" mit der Bratwurst über
den Zaun"), keine Ahnung was sie meint, aber es hört
sich sehr löblich an. Im Traum schliefe ich am
liebsten, ich grabe das Sofa auf, treffe irgendwann
mindestens einen Dachs und knurre dann unentwegt.
Aber Frauchen, die ich mittlerweile sehr lieb habe,
sagt: "Gemach, gemach, du kommst noch früh genug zum
Zuge".
Jeden Abend kriege ich
meine "dollen 10 Min.". Da flippe ich richtig aus,
jage Vorsteher, außer Astor natürlich, Frauchen holt
mich dann immer wieder auf den Teppich, anschließend
werde ich dann bis zur Weißglut getrieben. Frauchen
hat ein Plümeau auf dem Sofa liegen und versteckt
meinen Quietsche-Baseball darunter, ooh Mann, das
ist der Moment, wo ich absolut giftig werde, ich
grabe, mache finale Sprünge, bin spurlaut, weil ich
genau weiß was darunter ist, ich laß nicht locker,
bis ich das Teil habe. Nun könnt Ihr Euch vorstellen
wie der Begriff "hundemüde" zustande gekommen ist.
Es gibt noch soviel
mehr zu berichten, wie mein erster Restaurant
Besuch, göttlich sag´ ich Euch, diese Düfte hält die
stärkste Dackelnase nicht aus. Wie kommt man da
dran? Frauchen: bringt nicht´s, also die Wirtin, da
wo sie ist muß noch mehr von dem Zeug sein. Ich, auf
den Rücken und die "ach wie süß Nummer" abgezogen,
das volle Programm. Sie hatte schon ein Bröckchen
für mich in der Hand, ich die Kiefer schon weit
geöffnet und dann kam Frauchen mit ihrem "globalen
nada". Ich war stocksauer, so kurz vor´m Ziel und
Frauchen sagte" Schröder, hast du heute einen Clown
gefrühstückt? Wer auf Eiern läuft, sollte nicht
hüpfen, hier ist Zapfenstreich im grünen Kakadu".
Mist, ich unter den Tisch, habe dort geschmollt und
außerdem hieß das Lokal ganz anders. Bevor abgeräumt
wurde, haben wir alle dann doch ein Bröckchen
bekommen, und Astor meinte, dass ich mir den "Zwergenaufstand"
nächstens sparen könne, weil Frauchen am Schluß
jedem was abgibt. Na, ja, ich selbst bin der
Meinung: "Wer etwas will, muss mutig sein zu
scheitern", hat glaub ich mal Kirk Douglas gesagt.
Dennis, unser ältester
Junge ist einfach nur lieb, er hat bei uns Hunden
einen Sonderstatus weil er ganz besonders ist und
wir freuen uns jedesmal einen Kullerkeks (das ist
der Moment wo ich auch 6 Meter hoch springe) wenn er
da ist. Casimir ist "sein Hund", Frauchen hat ihn
extra für Dennis als Behindertenbegleit- und
Schutzhund ausgebildet, was er auch sehr ernst nimmt
(ist übrigens das Einzigste). Zina (auch nicht mehr
so ganz die Jüngste) ist total verknallt in Dennis,
ich sag Euch, "wenn alte Hütten brennen", dass ist
nicht witzig. Sie bewacht ihn mit Argusaugen, keiner
darf ihn anfassen, sogar Frauchen nicht wenn er von
der Arbeit kommt. Abends sitzt sie mit ihm wie ein
"altes Ehepaar" auf dem Sofa und Frauchen und wir
Rüden picken das ein oder andere Erdnüsschen.
Christoph, ( der mich
Schrotti ruft, weil ich ihm einen Socken geklaut und
naß gelutscht habe, worauf er zu mir sagte: "Jung,
dat kost´ dich 5 Kästen Kölsch und ein Dixi-Klo.")
ist voll daneben, mit dem kann man nur Blödsinn
machen. Auf seinem Bauch kann man wunderbar
"abschnarchen" wie er sagt und das ist wirklich so,
er ist der jüngere Sohn und unser Haudegen. Frauchen
musste einkaufen und Toffi sollte auf mich
aufpassen, klar, kein Problem, mach nur. Frauchen
weg, Toffi nicht faul, seinen Kindergartenrucksack
rausgekramt und vor den Bauch geschnallt, ich rein,
auf´s Mofa, ödel, ödel, ödel, zum Sportplatz,
Vorsteher zu Hause, geil. Ich sag Euch was, spitze,
meine Ohren wehten im Wind,
wie in der Marlboro-Werbung, der Geruch von Freiheit
und Abenteuer. Leider kamen wir eine winzige
Kleinigkeit später als Frauchen durch´s Tor
geschlittert. Auf den Mecker möchte ich hier nicht
näher eingehen, mit vielen Worten hat sie, kurz
gesagt: "Ihr könnt euch Luftschlösser bauen, ihr
könnt auch wunderbar darin leben, aber ihr solltet
nicht vor die Türe treten". Tolle Wurst! Allerdings
liebe ich den aparten Geruch von Schwefel, der ihr
hinterher weht, wenn sie den Raum verlässt. Toffi
und ich hatten jedenfalls richtig Spaß.
Wir waren
zwischenzeitlich in 2 Gestüten, die auch Vorsteher
von Frauchen haben und ganz riesenhafte Teile, die
man Pferd nennt. Sowas darf es nicht geben, meiner
Meinung nach, aber wer hört schon auf mich?
Frauchens Freundin hat Friesen-Hengste, sie wohnt
mitten im Wald mit Berner-Sennen und
Rottweiler-Hunden. Ich stieg aus dem Auto, schwenkte
mein dralles Poppöchen, im Anschluß die "wie machen
die Mädchen auf St. Pauli" Nummer; 2. Patin im Sack,
Tante Stefanie. Hier hat dann endlich mal jemand
mein Dasein begossen. Die Damen schlabberten ein
gepflegtes Weinchen (Rüpelsheimer Nierentritt) und
Herrn Schröder stellte man ein Wässerchen vor die
dicken Füße. Auf meinen fragenden Blick hat man mir
etwas vom Jugendschutzgesetz erzählt. Was soll ich
dazu sagen? Gut, dass wir mal darüber gesprochen
haben! Das hoffe ich mit der Zeit auch noch in die
richtigen Bahnen zu lenken.
Das Verbellen zu Hause
kann ich jetzt ganz gut. Erst war ich zaghaft, dann
schnell draußen aber stumm, bis Astor mal sagte: "
Kerlchen, willst du dir erst einen Vokal kaufen,
oder was?" Jedenfalls weiß ich jetzt was in so einem
Fall zu tun ist.
Meinen ersten
Jagderfolg konnte ich auch mittlerweile verbuchen.
Ein dicker, fetter Falter, der provokativ immer
dicht am Boden hin und her flog. Gar nicht so
einfach so ein flinkes Teil zu erlegen. Jedenfalls
hat der mich ganz schön auf Trab gehalten.
Irgendwann und irgendwie muß ich wohl in der ganzen
Ravage auf ihn drauf getreten sein. Jedenfalls lag
er so ungefähr im 26. Knall. Da es üblich ist, dass
jeder Hund etwas von der Beute abbekommt, habe ich
ihn sogleich verspeist. Frauchen´s "Igitt, Schröder"
kann ich nun gar nicht nachvollziehen, das war
reines Protein und gesünder kann man sich wohl kaum
ernähren. Ich jedenfalls bin der Meinung, dass mir
hier an dieser Stelle der erste "Bruch" zugestanden
hätte.
Nicht
zu vergessen der Besuch bei Tante Sabine, ihres
Zeichens Rettungshundeausbilderin bei den
Johannitern, Jägerin, wobei hier nicht
auszuschließen ist, dass sie noch ganz dunkelgrün
wird und den Falknerschein macht. Aber damit kenne
ich mich ja schon aus wegen Tante Astrid, wäre also
für mich nicht wirklich das Problem. Jedenfalls hat
sie auch wieder nur Vorsteher. Den guten alten
Marti, auch ein DK-Souverän, Ann-Marie, eine nicht
mehr ganz neue Viszla-Dame (auf sie schien ich
zunächst wie ein Aphrodisiakum zu wirken), die im
Verlauf des Nachmittags aber etwas schmollte
wegen......Afra, eine süsse Maus sag ich Euch, eine
Weimaranerin, die voll auf mich abfuhr. Auch ich
habe mich total verknallt, ein Salto rückwärts war
hier das Mindeste, aber was sag ich: Silber und das
kleine Schwarze waren schon immer die perfekte
Kombi.
Eine Stunde später
schlug dann noch Tante Gabi auf , eine "Altjägerin",
wobei ich nicht gesagt habe, dass sie eine alte
Jägerin ist, die Menschen machen hier halt feine
Unterschiede, mir ist das eine so lieb wie das
andere. Sie kam mit Astern für Frauchen, Erdbeeren
und einer Tüte Kopfsalat. Das ist der Moment wo sich
Frauchen ganz toll freut und ich die Welt nicht mehr
verstehe. Wie kann man sich bitteschön über soviel
Grünzeug freuen. Da ist Tante Sabine ja ganz anders:
sie hat mir einen Sack Welpenfutter geschenkt, ganz
für mich allein und glaubt mir, ich werde nichts
davon abgeben. Jedenfalls hat mich Tante Gabi, als
Teckelliebhaberin, in ihr Auto gepackt als Frauchen
was dringliches zu erledigen hatte. Fakt war, ich im
Auto mit Tante Gabi, welches wunderbar nach
englischen Setter-Damen roch, Tante Sabine an der
Tür und Frauchen auf´m Klo, tolle Jolle! Immer wenn
man seine Leute braucht sind sie nicht da und meine
Schnecke Afra machte auch keine Anstalten mir zu
helfen. Weiber!
Wie Ihr lest habe ich
einen "Arsch voll Arbeit", fühle mich sauwohl, liebe
meine Menschen - die sind putzig - und mittlerweile
mein Rudel, weil da bin ich geschützt, integriert
und darf die Sau rauslassen.
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