Bericht 155:  Doch noch geklappt

Bedingt durch meine Knieverletzung sowie durch meine körperliche und konditionelle Verfassung, gelang mir doch noch am 09.12.2009 der ersehnte Gamsabschuss.

Es war kein Honigschlecken, denn die großen Schneemengen ca 90 cm machten die Sache nicht einfacher. Die Worte meines Pirschführers Strobl Helmut „ Wenne schiassn wilsch missmo augn oa kemse et“ waren klar und deutlich. So starteten wir Helmut, Alex und ich am 03.12. Richtung Kirchla. Ein traumhafter Tag, ein Panorama wie im Bilderbuch, so etwas hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, begleiteten unseren Pirschgang. Doch der krönende Abschluss, der ersehnte Gamsabschuss wollte mir durch einen Fehlschuss nicht vergönnt sein.

So probierten wir es am 09. Dezember wieder, jedoch in einem anderen Gebiet „Weiboköpfl“.

Es war der gleich schöne Tag, tiefblauer Himmel, eine weiße in der Sonne glitzernde Winterpracht, einfach herrlich.

Schon vom Ausgangspunkt aus, sahen wir hoch droben auf dem Kamm ein kleines Rudel ca 12 Stück Gamswild. Alex, der mit seinem Fernrohr schon alles angesprochen hatte sagte: „Dou isch olls dobei wosmo brauchn, los ins lai augn“ und das taten wir auch.

Nach einem etwas leichteren Anstieg, wie beim letzten mal, waren wir um ca. 9 Uhr bei den Gemsen. Sofort hatten Helmut und Alex meine Pirschführer einen Gamsjährling auf ca. 300 Meter ausfindig gemacht. Nähere kamen wir nicht mehr an das Rudel heran und so versuchte ich mein Glück, doch ich überschoss den Jährling und das ganze Rudel verschwand hinter dem Gebirgskamm. „Wos tusche denn“ rief Helmut, „ Normal schiaschse wol oa af dei Dischtanz, do muß decht die Bixe et gian, do isch gscheida mir gian ogn und mochn an Probeschuss“. Die Bixe geat schon, es bin lei i zi weit augn gforn „ erwiderte ich im. Während wir zwei noch so diskutierten, rief Alex. „ Do kimp nou a Gams des isch a wido a Jahrling“ Diesmal klappte es. Ich hielt nur in die Mitte und der Gamsjahrling brach im Schuss zusammen. Bei meinem Kaliber 270 Weatherby Magnum 130 Grain, eingeschossen auf 100 m, 4 Zentimeter Hochschuss fällt die Kugel bei einem extremen Bergaufschuss, nicht. Im Gegenteil, sie hat 8 cm Hochschuss. Dies wusste ich, doch im Eifer des Gefechtes hatte ich es beim ersten Schuss nicht angewandt.

Nach dem Moto: Ende Gut alles Gut,  stiegen wir wieder bergab und ließen den traumhaften Jagdtag in Ruhe bei einigen Bierchen und alkoholfreien Getränken, ausklingen.

Meinen zwei Jagdbegleitern ein recht herzliches Vergelt`s Gott, vor allem dem Jagdaufseher Helmut für die nicht so einfache Bergung der Gemse aus dem steilen und eisigen Gelände

Nicht um sonst ist unser Jagdaufseher Helmut als erfahrener und kompetenter Pirsch- und Hundeführer über die Jagdgrenzen hinaus bekannt.

Nochmals Waidmanns Heil und Waidmanns Dank, meinen beiden Jagdfreunden Helmut und Alex.

Bericht: Jesacher Eduard, Jagdrevier Prags      
Fotos: Strobl Helmut

 

 

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