Bericht 154:  Ein einzigartiges Jagderlebnis!

Wie bereits in den vergangenen Jahren, so wurde auch heuer wieder einmal, bei der Vollversammlung, der Abschuss eines Steinbockes verlost. Als der Revierleiter die Losnummer 24 vorliest, hörte man nur noch einen Schrei – „das ist meine Nummer“. Ich war überglücklich und sichtlich bewegt über diesen einzigartigen Abschuss. Gleich nach der Vollversammlung habe ich unseren hauptberuflichen Jagdaufseher angerufen, um so schnell wie möglich einen Termin zu vereinbaren. Wir haben uns auf den Sonntag, den 2. August 2009 geeinigt.

Am Tag zuvor bin ich mit meinen Bruder aufgebrochen, um zu erkunden, in welcher Örtlichkeit sich der Steinbock befindet. Am späten Nachmittag haben wir ein Steinbockrudel gesichtet und mit dabei war auch der elfjährige Steinbock mit dem weißen Spitzbart, der als Abschuss freigegeben wurde.

Am darauffolgenden Tag sind wir in aller Früh zur Steinbockjagd aufgebrochen. Nach Sonnenaufgang waren wir bereits in der Örtlichkeit, wo wir am Tag zuvor das Rudel gesichtet hatten. Und tatsächlich erscheint plötzlich oben am Grat der erste Bock und sichert lange. Dann tauchen immer mehr auf, und sie ziehen wie an der Perlenschnur langsam hinunter auf die Grünfläche. Der Jagdführer bringt uns sehr geschickt auf die 150 Meter an das Wild heran und sogleich haben wir auch den markanten Steinbock gesichtet – wie im Bilderbuch hat er sich präsentiert. Von nun an, haben wir den Bock mit unseren Gläsern verfolgt und siehe da:der „Weißbart“ hat sich auf einem vorgelagerten Sattel niedergetan. Ich habe mich eingerichtet und von nun an gewartet bis der Bock wieder hoch wird und zur Äsungsfläche gelangt. Stunde um Stunde vergehen, die Sonne brennt auf uns herab, dann weht wieder ein kalter Wind und er wird einfach nicht hoch. Er döst und döst in der Sonne, abwechselnd in eine andere Richtung sichernd. Nichts desto trotz auch wir haben es alle sehr genossen, das Steinbockrudel zu beobachten. Nach etwa sechs Stunden tut er mir den Gefallen und wird hoch. Ich richte mich für den Schuss ein, aber da, - durch einen Steinschlag - verschwindet der Bock hinter dem hohen Steinhang. In diesem Moment wurde ich sehr nervös. Schnell sind der Jagdaufseher und ich dem Steinbock nachgepirscht.

Als wir wieder das Rudel sehen, war vorerst der „Weißbart“ nicht ersichtlich. Plötzlich aber stand er 50 Meter unter mir. Ich habe schnell die Waffe auf einen Stein aufgerichtet und sogleich ist der  Schuss gebrochen und der Bock lag im Feuer. Ich bin nun erleichtert und zugleich auch aufgeregt!

Nach dem Schuss sind auch wieder die restlichen Jäger bei uns, die alles beobachten konnten. Auch sie waren froh, dass alles gut ausgegangen ist. Wir sind nicht gleich zum Bock abgestiegen, weil wir vorerst die anderen Böcke ziehen lassen wollten. Aber keiner springt ab und sie äsen seelenruhig weiter, so - als wäre nichts geschehen.

In der Zwischenzeit haben wir eine Flasche Weißwein geöffnet und dann war es soweit: der Gang zum erlegten Steinbock – ein gewaltiges und außergewöhnlich schönes Tier. Unbeschreibbar!
Ich nehme mit großer Freude diese Beute in Besitz - 96 Zentimeter Auslage und 86 Zentimeter Länge. Nach den obligaten Fotos brechen wir den Bock auf und binden ihn auf eine „Holzkraxe“, dann machten wir uns an den Abstieg.

Kurz vor der Dunkelheit sind wir bei mir zu Hause angelangt. Der Revierleiter hat den Bock gewogen - 66 kg - und anschließend wurde bis spät in die Nacht hinein gefeiert.
Viele Jäger, aber auch Nichtjäger, sind gekommen um das erlegte Prachtexemplar anzuschauen und haben sich mit mir gefreut.

Ein besonderer Dank gilt dem Jagdaufseher und denen, welche mich bei diesem einzigartigen Jagderlebnis begleitet haben.

 

 

Weidmannsdank und Weidmannsheil

                                                                                                   Bericht:  Alexia Weissteiner und Fotos: Theo Huber 

 

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